Märzfliegen helfen beim Bestäuben der Obstbäume

Märzfliege

Märzfliege auf Johannisbeerblättern

Während der Obstblüte war es hier sehr kalt. Zu kalt für die Honigbienen. Zum Teil war es so kalt, dass sich noch nicht einmal die Sandbienen oder Hummeln in die prächtig blühenden Bäume gewagt haben. Das ist gar nicht gut, weil Obstbäume auf die Befruchtung durch Insekten angewiesen sind. Zum Glück waren in diesem Frühjahr aber andere Insekten unterwegs – große Schwärme von Märzfliegen.

Die Märzfliege oder auch Markusfliege (Bibio marci) ist eigentlich gar keine Fliege sondern sie ist eine Mücke. Oft fliegt sie um den Markustag am 25. April plötzlich in großen Schwärmen in den Obstbäumen und -büschen herum (Wieso sie dann Märzfliege heißt, bleibt ein Geheimnis der Namensgeber.). Wenige Tage später sind die Schwärme dann ebenso plötzlich wieder verschwunden. Die Weibchen haben aber vorher schon um die 100 Eier im Boden abgelegt, aus denen kleine Larven schlüpfen. Im kommenden Jahr bilden sich aus diesen Larven neue Mücken.

Obwohl die Märzfliege eine Mücke ist, sticht sie nicht und sie gilt auch nicht als Schädling. Die erwachsenen Mücken ernähren sich von Nektar der Blüten und anderen Pflanzensäften. Auch die Larven gelten nicht als Schädlinge. Sie ernähren sich im Boden hauptsächlich von abgestorbenen Pflanzenteilen.

Märzfliegen

Märzfliegen

Märzfliegen sind im Garten sogar sehr nützlich, weil sie auf ihrer Suche nach Nektar nebenbei auch gleich die Obstbäume bestäuben. Sie sind zwar bei Weitem nicht so effektiv wie Bienen oder Hummeln, aber wenn nun mal keine Bienen und Hummeln da sind, dann kann es nicht schaden, wenn wenigstens die Märzfliegen ihren Pflichten nachkommen.

Übrigens hoffe ich von Herzen, dass das Ausbleiben der Hummeln und Bienen nur am Wetter lag. Meine Landesregierung hat nämlich (mal wieder) in einer Notverordnung beschlossen, dass der Wirkstoff Clothianidin eigentlich doch gar nicht so furchtbar giftig ist. Die Maisbauern durften in diesem Frühjahr wieder das Mittel Santana gegen den Drahtwurm einsetzen. Santana enthält den Wirkstoff Clothianidin und Clothianidin steht im dringenden Verdacht für das katastrophale Bienensterben in den USA verantwortlich zu sein. Ich finde das auch deshalb so ärgerlich, weil der Drahtwurm in Mais eigentlich nur da ein echtes Problem darstellt, wo Wiesen (nicht selten widerrechtlich) zu Acker umgebrochen wurde.

Da die Märzfliegen im Flug durch die herab hängenden Vorderbeine ziemlich leicht zu erkennen aber durch ihre Zappeligkeit kaum zu fotografieren sind, hier noch ein Video von den Mücken in unseren Johannisbeeren:

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