Astronomie für Gärtner – Das Sternbild Orion

Die hellsten Sterne im Sternbild Orion

Ist es eigentlich normal, dass man als Blogger so viele Email-Kommentare bekommt? Keine Ahnung, jedenfalls war einer der am häufigsten email-kommentierten Artikel der letzter Zeit der über die astronomischen Ereignisse im Januar. Verständlich, denn dieses sehnsüchtige warten auf des Erwachen von Schneeglöckchen und Bärlauch kann auf die Dauer etwas langweilig werden, da ist man für jede Abwechslung im Garten dankbar.

Also: Komet Lulin entwickelt sich gut, es bestehen beste Chancen, dass er beim Februar-Neumond mit bloßen Auge sichtbar wird. Für die Zeit um den Januar-Neumond am 26. würde ich Astronomie-Einsteigern aber eher ein einfacheres Objekt ans Herz legen – das Sternbild Orion.

Orion ist dieses riesige Wintersternbild, dass bei uns im Moment so gegen 22:00 Uhr den südlichen Sternenhimmel dominiert. Es soll mit seinen beiden oberen Schulter-Sternen, den drei mittleren Gürtelsternen und den beiden unteren Fuß-Sternen den mythischen Himmelsjäger darstellen.

Das Sternbild Orion liegt genau auf dem Himmelsäquator. Im Winter steht es deshalb hier bei uns auf der Nordhalbkugel hoch am südlichen Himmel, während es sich im Sommer unter den Horizont verkriecht. Im Sternbild Orion findet sich so ziemlich das interessanteste astronomische Einsteiger-Objekt überhaupt – der Orionnebel. Auch die Namen der helleren Sterne dürften dem eingefleischten Sience-Fiction Fan nicht ganz unbekannt sein. Die beiden Schultersterne heißen Beteigeuze und Bellatrix, der rechte Fuß heißt Rigel.

Besonders Beteigeuze ist ein ausgesprochen interessanter Stern. Beteigeuze ist riesig, würden wir ihn an die Stelle unserer Sonne versetzen, dann hätte er eine Ausdehnung bis an die Jupiterbahn – ein Roter Riese eben. Sollte uns zu unseren Lebzeiten (ich meine die Menschheit) auf der nördlichen Hemisphäre irgendein Stern um die Ohren fliegen, dann ist Beteigeuze sicherlich der wahrscheinlichste Kandidat.

Orionnebel (M42) Quelle: NASA (Klick auf das Bild führt zu sehr viel größeren Versionen)

Und dann noch dieser Orionnebel (M42 und M43) ein irres Teil! Wenn man ungefähr weiß, wo er sich befindet, dann kann man ihn bei guten Bedingungen mit bloßem Auge sehen. Es handelt sich dabei um ein außerordentlich aktives Sternentstehungsgebiet sozusagen gleich um die Ecke (1350 Lichtjahre entfernt).

Und wo im Sternbild Orion findet man diesen Orionnebel? Der Orionnebel befindet sich unterhalb der drei Gürtelsterne, eben dort wo der mythische Himmelsjäger sein – ähm – Schwert trägt. Mit bloßem Auge erkennt man in dieser Region relativ leicht eine Kette von Sternen die von Astronomen als Schwertgehänge bezeichnet wird.

Leider erscheint der Orionnebel im Fernglas oder in kleinen Teleskopen nicht so schön bunt wie auf dem Hubble-Bild der NASA, trotzdem sollte man sich dieses Schauspiel unbedingt einmal in einer klaren Nacht (wie der heutigen hier bei uns) angesehen haben.

Ein weiteres sehr bekanntes Objekt im Sternbild Orion ist der Pferdekopfnebel (Barnard 33). Er befindet etwas unterhalb von Alnitak, dem linken Gürtelstern des Orion. Allerdings ist der Pferdekopfnebel eher etwas für Profis. Mit kleinen Teleskopen besteht keine Chance ihn visuel (also ohne Kamera und längere Belichtungszeiten) zu erfassen.

3 Kommentare zu Astronomie für Gärtner – Das Sternbild Orion

  • Marianne

    Hallo, mein Sohn (14 Jahre alt) wünscht sich vom Christkind ein Teleskop. Welches würden Sie mir empfehlen?

  • Oje, das ist ein höchst heikles Thema und nicht mit wenigen Worten zu beantworten! Abgesehen vom Preis hängt das von vielen Faktoren ab. Was möchte Dein Sohn zum Beispiel beobachten (Mond/Planeten oder eher Nebel/Galaxien)? Möchte er fotografieren oder visuell beobachten? Hat er schon Erfahrungen, liest er Astronomie-Foren usw. usw.

    Sieh’ Dich vielleicht mal in den einschlägigen Foren um (astrotreff.de, astronomie.de). Grundlagen findest Du auch im AtmWiki (dort z.B. bei den Teleskoptypen)

  • Teleskop Shop

    Ich halte Astronomie auch für Gärtner bedeutend.
    Aus diesem Grund: Interessanter Artikel und cool das ihr das Thema aufgreift.
    Weiter so!
    Beste Grüße
    Paula

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