Astronomie für Gärtner: Das Sommerdreieck

Vor ein paar Tagen hat der Sommer nun auch nach astronomischer Zeitrechnung begonnen. Für Hobbyastronomen ist das keine so günstige Zeit, weil die Tage sehr lang sind und die Nächte gar nicht mehr richtig dunkel werden. Trotzdem gibt es am Himmel natürlich auch im Sommer interessante Dinge zu beobachten. Oft ist schon in der Dämmerung in südöstlicher Richtung deutlich das Sommerdreieck zu erkennen. In der Nacht steht diese markante Konstellation dann hoch am südlichen Himmel.

Sommerdreieck

Sommerdreieck: Wega, Deneb, Altair

Das Sommerdreieck ist ein auffallendes Dreieck aus drei sehr hellen Sternen. Es setzt sich aus der Wega im Sternbild Leier (Lyra), Deneb im Sternbild Schwan (Cygnus) und Altair im Sternbild Adler (Aquila) zusammen. Angeblich soll das Sommerdreieck schon auf den 16500 Jahre alten Malereien in der Höhle von Lascaux zu sehen sein.

Rund um das Sommerdreieck befinden sich einige interessante astronomische Objekte, die auch mit kleinen Teleskopen oder einem Fernglas beobachtet werden können – allen voran natürlich der berühmte Ringnebel in der Leier (M57).

Der Ringnebel ist ein planetarischer Nebel der vor etwa 20000 Jahren entstand, als der zentrale Stern bei einem riesigen Schluckauf seine Gashülle abstreifte. Bei diesem Ereignis entstand eine schnell expandierende Gaswolke, die etwas den Ringen ähnelt, die Raucher manchmal genüsslich ausstoßen. Zufällig gucken wir von der Erde aus genau frontal auf diesen Ring und können mit etwas größeren Teleskopen in der Mitte sogar die Sterne hinter dem Nebel leuchten sehen.

Weitere interessante Objekte in der Leier sind das Vierfach-Sternensystem epsilon Lyr (unter Hobbyastronomen Double Double genannt) oder der Kugelsternhaufen  Messier 56 (NGC 6779).

Auch im Schwan – einem auffallenden großen Kreuz mitten in der Milchstraße – finden sich einige interessante Objekte für kleinere Teleskope, zum Beispiel die Offenen Sternhaufen M29 und M39, der Cirrusnebel oder der Nordamerikanebel (NGC 7000).

Die interessantesten Objekte im Sternbild Adler dürften auch für kleine Geräte die Dunkelwolken Barnard 142/143 sein. Sie werden wegen ihres markanten Aussehens auch als E-Nebula oder Triple Cave bezeichnet. Da sie die hinter ihnen liegenden Sterne der Milchstraße vollständig abdecken, sind sie relativ leicht aufzufinden.

Zwischen den Sternbildern Schwan und Adler liegen die recht kleinen und unscheinbaren Sternbilder Fuchs (Vulpecula) und Pfeil (Sagitta). Auch dort findet man interessante astronomische Objekte, wie den Offenen Sternhaufen Collinder 399 (Brocchis Haufen, Coathanger), den Hantelnebel (M27) oder den Kugelsternhaufen M71.

Siehe auch:

2 Kommentare zu Astronomie für Gärtner: Das Sommerdreieck

  • Hannes

    Durch Zufall bin ich auf euren Block gestoßen und muss ehrlich gestehen, mir ein lob abringen zu müssen. Ihr schreibt über wirklich interessante Themen. Oder neudeutsch “bloggt”. :-) – Spaß beiseite, ich betreibe ebenfalls die Astronomie als kleines Hobby für die klaren Abendstunden. Es kommen in den nächsten Monate zum Glück einige interessante astronomische Ereignisse auf uns zu, so dass einige (unbewölkte) Nächte vermutlich im freien verbracht werden. Werde euren Block weiter verfolgen.

  • Eine kleine Anmerkung zum letzten Kommentar gibt es hier.

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