Astronomie für Gärtner – Jupiter

Vor ein paar Tagen wurde ich gefragt, was das für ein heller Stern ist, der da im Süden mutterseelenallein am Himmel steht. Selbstverständlich steht er dort nicht im entferntesten allein, sondern man kann die umgebenden Sterne des Sternbildes Steinbock (Capricornus) in der Dämmerung einfach nicht besonders gut erkennen. Und natürlich ist das auch kein Stern, der da so hell leuchtet, sondern das ist der Planet Jupiter.

Jupiter Cassini

Jupiter (Quelle: NASA, siehe Bildnachweis im Anhang)

Jupiter ist der größte Planet in unserem Sonnensystem. Sein Durchmesser ist gut elf mal so groß wie der Durchmesser der Erde und er wiegt zweieinhalb mal so viel wie die sieben anderen Planeten zusammen. Kurz gesagt – Jupiter ist riesig und obwohl er vorwiegend aus Gas besteht ist Jupiter schwer. Kein Wunder, dass die antiken Römer ihn für den obersten Boss ihrer Götter hielten.

Naja, vielleicht sollte man nicht ganz unerwähnt lassen, dass die Planten nur einen sehr kleinen Teil der Masse unseres Sonnensystems ausmachen – 99,9 Prozent der Masse befindet sich nämlich in der Sonne.

Jupiter ist im Moment abends gegen 22:00 Uhr schon mit bloßem Auge leicht in südlicher Richtung als auffallend helles Objekt zu finden. Mit kleinen Teleskopen erkennt man erste Strukturen auf seiner Oberfläche wie die unterschiedlich gefärbten Wolkenbänder. Mit etwas größeren Geräten erkennt man auch den Großen Roten Fleck, einen riesigen Wirbelsturm, der dort auf dem Jupiter schon seit über 300 Jahren tobt.

Auch die vier größten Monde des Jupiter, Ganymed, Kallisto, Europa und Io, sind mit Ferngläsern und kleinen Teleskopen leicht auszumachen. Sie wurden schon vor knapp 400 Jahren von Galileo Galilei entdeckt, sobald dieser ein kleines Teleskop zur Verfügung hatte. Später wurden sie nach ihm als die Galileischen Monde benannt.

Wenn man die großen Monde des Jupiter über mehrere Tage verfolgt, wird einem – ähnlich wie schon Galileo – schnell klar, dass sie den Jupiter umkreisen. Sie verschwinden hinter dem Planeten und kommen auf der anderen Seite wieder hervor. Wenn sie vor dem Jupiter vorbei ziehen, kann man ihren Schatten auf der Oberfläche des Planeten sehen. Auf dem Foto sieht man zum Beispiel links unten den Schatten des Mondes Europa. Vor 400 Jahren war diese simple Erkenntnis noch lebensbedrohend. Gallileo wurde vor Gericht gestellt und sah sich gezwungen seinen “Fehlern” abzuschwören, sie zu verfluchen und zu verabscheuen. Ich weiß nicht ob er beim Verlassen des Gerichtssaals wirklich “Eppur si muove” gemurmelt hat, heute kann man sich jedenfalls leicht selbst davon überzeugen, dass “sie” sich doch bewegt.

Siehe auch:

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Weblinks:

Bildnachweis:

Das Foto des Saturn wurde am 7. Dezember im Jahre 2000 von der Raumsonde Cassini aufgenommen. Eine größere Version und nähere Informationen zum Entstehung des Bildes findet man auf dieser Seite der NASA. Das Foto ist gemeinfrei, da es von der NASA erstellt worden ist. (NASA-Urheberrechtsrichtlinie oder JPL Image Use Policy).

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