Mahonien-Pflaumen-Gelee

Mahonien sind giftig. Zumindest haben mir das meine Eltern und Großeltern als Kind eingetrichtert. So gut eingetrichtert, dass ich erst vor einiger Zeit mitbekommen habe, dass Mahonien eigentlich genießbar sind. Die Wikipedia schreibt dazu:

Die Pflanze ist nicht ohne Weiteres zu verwerten, da die meisten Pflanzenteile giftig sind. Die Wurzeln enthalten bis zu 1,5 % Berberin sowie diverse weitere Alkaloide. Der Alkaloid-Gehalt der Beeren liegt bei etwa 0,05 %; sie sind essbar und werden z. B. für die Herstellung von Marmeladen und Fruchtweinen verwendet.

Mahonien und Pflaumen

Mahonien und Pflaumen

Da die Beeren der Mahonie ziemlich sauer sind (mehr dazu später), soll man sie mit weniger sauren Früchten mischen. Hier bei uns sind zur Zeit Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren und Pflaumen reif. Von denen sind die vollreifen Pflaumen sicherlich die süßesten. Also haben wir uns entschieden ein Mahonien-Pflaumen-Gelee zu machen.

Reife Mahonien lassen sich sehr leicht ernten. Man hält einfach eine Schale unter die Beeren, dann streift man etwas fester über die Traube und schon fallen die Beeren schön sauber ohne Stiele in die Schale. Die beiden Schalen haben wir so in knapp fünf Minuten mit Früchten gefüllt.

Rezept Mahonien-Pflaumen-Gelee

Zutaten:

  • 200 Gramm Mahonien
  • 400 Gramm entsteinte Pflaumen
  • 350 Gramm Gelierzucker 1:1

Zubereitung:

Die Mahonien und Pflaumen werden gewaschen, die Pflaumen werden entsteint. Die Früchte kommen in einen Topf und werden eine Viertelstunde lang weich gekocht. Vorsicht, ich habe es zwar nicht ausprobiert, aber der erstaunlich tiefrote Saft der Mahonien sieht aus als würde er nachhaltige Flecken auf dem Lieblings-T-Shirt hinterlassen.

Mahonien entsaften

Mahoniensaft ist tiefrot

Wir haben nun schon so einige Methoden ausprobiert, um Saft aus Früchten zu gewinnen (Entsafter, Dampfentsafter). Hier haben wir wieder die Methode verwendet, die ich eigentlich nie wieder verwenden wollte – Saft durch ein Tuch abtropfen lassen. Wie schon bei dem Quitten hört es leider auch bei den Mahonien schnell auf zu tropfen. Gefühlsmäßig befindet sich dann aber noch etwa die Hälfte des Safts in dem Fruchtbrei. Wenn man nun anfängt zu drücken, dann drückt man immer auch etwas Fruchtfleisch durch das Netz und das Gelee wird trübe.

Egal, uns ging es hier erst einmal darum herauszufinden, wie Mahoniengelee überhaupt schmeckt. Also haben wir nicht lange an dem Netz herumgedrückt, sondern es bei 350 Gramm Saft bewenden lassen.

Der Saft wird zuletzt noch einmal mit Gelierzucker aufgekocht und dann in sterilisierte Gläser abgefüllt. Für 350 Gramm Fruchtsaft benötigt man 350 Gramm 1:1 Gelierzucker. Leider hatten wir nur noch 2:1 Gelierzucker im Schrank. Davon benötigt man nur 175 Gramm und das ist für Mahonien eindeutig zu wenig. Bei der ersten Gelierprobe stelle sich heraus, dass uns das Gelee noch zu sauer war, also haben wir noch einmal 175 Gramm normalen Haushaltszucker dazu gegeben.

Das Ergebnis ist ein leckeres dunkelrotes Gelee. Allerdings hätte ich bei dieser ungewöhnlichen Beere auch einen ungewöhnlicheren Geschmack erwartet. Unsere Mischung erinnert dagegen eher an einen ganz normalen Pflaumenmus.

Siehe auch:

7 Kommentare zu Mahonien-Pflaumen-Gelee

  • Nicht schlecht, allerdings mag ich persönlich nichts essen, wo ich weiß, dass es zumindest ein bisschen giftig ist.

    lg kathrin

  • Oder wird das Gift beim Kochen zerstört?

    lg kathrin

  • Ach, was ist nicht alles ein bisschen giftig. Bier zum Beispiel trinke ich auch ganz gerne mal ;-)

    Wenn man dieses Berberin bei der Wikipedia nachschlägt, dann relativiert sich die Giftigkeit auch etwas. In geringen Dosen scheint es so ziemlich gegen alles zu wirken ;-)

  • Frickerpeter

    Rhabarbern, Spargeln und Bohnen sind wahrscheinlich giftiger als Mahonien.

  • Und nichts anderes ist es mit Walderdbeeren (usw.) und dem heraufbeschwörten Fuchsbandwurm. Nichts als ein Mythos, wenn man dem dazugehörigen Wikipedia-Eintrag Glauben schenken mag… Ich für meinen Teil stürze mich auf jede Walderdbeere, die ich zu fassen kriege!

    • Beim Fuchsbandwurm bin ich persönlich vorsichtiger. Zugegeben es gibt nur relativ wenige Fälle. Wenn man sich andererseits so ein Teil einfängt, dann hat man enorme Chancen daran ziemlich jämmerlich zu sterben. Und wenn wir schon beim Thema sind – ähnlich vorsichtig bin ich auch bei Tollwut und Trichinen (beides angeblich auch äußerst unangenehme Todesarten)
      Hier geht’s übrigens zum Teil Infektionsfolgen beim Menschen im Fuchsbandwurm-Artikel der Wikipedia. (Mit Endwirt ist dort der Fuchs gemeint, nicht der Mensch.)

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