Lupinen-Samen ernten und stratifizieren

Lupinen zu vermehren ist überhaupt kein Problem, denn Lupinen säen sich freudig selbst aus und verteilen sich nach und nach im ganzen Garten. Nicht selten werden sie zur Plage und müssen im Frühjahr gehackt werden. In manchen Regionen verbreiten sich Gartenlupinen sogar invasiv und bedrohen einheimische Arten.

Reife Lupinensamen

Reife Lupinenschoten

Auch das Ernten von Lupinensamen stellt kein großes Problem dar. Man wartet geduldig, bis die Schoten ganz eingetrocknet sind, dann kann man die Samen leicht heraus drücken. Bei der Lupine auf dem Foto sind die unteren Schoten bereits reif, während die oberen Schoten noch grünlich und damit nicht ganz reif sind.

Nach der Ernte sollen die Samen bald am neuen Standort (oder in einen Topf) ausgesät werden. Im folgenden Frühjahr werden sie dort keimen und zu neuen Pflanzen heran wachsen.

Manchmal blüht die Gartenlupine (Vielblättrige Lupine, Lupinus polyphyllus) schon im ersten Lebensjahr, eigentlich ist sie zweijährig und entfaltet daher erst im zweiten Jahr ihre volle Pracht. Da wir auf einem Schattenbeet gerne schon im nächsten Jahr prächtige Lupinen sehen möchten, haben wir mal versucht, Lupinensamen zu stratifizieren. Wir wollten also versuchen, die natürliche Keimhemmung zu brechen und die Samen schon gleich nach der Ernte zum Keimen zu bringen.

Und hier muss ich schwache Gemüter wieder einmal bitten sich zurückzuziehen, denn wir haben zum Stratifizieren der Samen wirklich ganz starke Geschütze aufgefahren.

Ich bin gar nicht sicher, ob die Lupine überhaupt einen Kältereiz braucht um auflaufen zu können (könnte aber sein und schaden tut es sicher auch nicht). Ein wichtiger Grund dafür, dass die Lupine nicht gleich im Sommer aufläuft ist jedenfalls die feste Schale ihrer Samen – die gilt es zu brechen. Und das haben wir so gemacht:

  1. Nach der Ernte der trockenen Samen haben wir sie in Wasser eingeweicht und eine Nacht lang in den Kühlschrank gestellt.
  2. Am nächsten Morgen haben wir überflüssiges Wasser abgegossen und die Samen vom Kühlschrank in den Gefrierschrank verfrachtet.
  3. Am folgenden Abend haben wir sie wieder zurück in den Kühlschrank gestellt.
  4. Am nächsten Morgen ging es wieder zurück in den Gefrierschrank
  5. Am Abend (und jetzt kommt es) haben wir die Samen aus dem Gefrierschrank genommen und sofort mit kochendem Wasser übergossen. Gleich anschließend haben wir sie mit kaltem Wasser abgeschreckt, damit der Embryo nicht beschädigt wird. Durch diese Maßnahme wollten wir die harte Schale endgültig brechen. Alternativ kann man auch versuchen die Schale mit einer Feile zu bearbeiten.
  6. Nach einer weiteren Nacht im Kühlschrank haben wir die Samen dann endlich direkt ins Freiland gesät.
Lupinen Keimlinge

Lupinen Keimlinge

Gestern – genau 14 Tage nach der Aussaat – sind die Samen tatsächlich längst aufgegangen und die kleinen Pflanzen beginnen nach den Keimblättern sogar schon die ersten Laubblätter zu bilden. Hoffen wir mal, dass sie noch kräftig genug werden, damit sie nächstes Jahr ordentlich blühen.

Nur der Vollständigkeit halber – Lupinen lassen sich im Frühjahr auch durch Teilung oder durch Stecklinge vermehren. Wir pflanzen zu dicht stehende Lupinen im Frühjahr manchmal einfach um. Auch das vertragen sie recht gut.

Siehe auch:

6 Kommentare zu Lupinen-Samen ernten und stratifizieren

  • Hast du eine Ahnung, wie lange Lupinensamen keimfähig bleiben? Hab zufällig gestern beim Herumkramen noch einige alte gefunden, die sind in etwas drei Jahre alt.
    Liebe Grüße, Margit

    • Kann ich für Lupinen leider nicht sagen. Da Bohnen und Erbsen jahrelang keimfähig sind, werden sie sich aber wohl auch einige Jahre halten. Probier’s mal aus und berichte.

  • Naja, werde ich dann also probieren müssen. Falls es klappt, melde ich mich, wenn nicht, wird der vornehme Mantel des Schweigens darüber gebreitet.
    Liebe Grüße, Margit

  • Keimprobe wie vor über 50 Jahren: Ein Suppenteller nehmen halb mit Regenwasser füllen 7-8 Stöckchen rüberlegen dann ein Löschblatt darauf legen.Nun 100 Samenkörner darauf verteilen und auf die Fensterbank stellen. Nach 1 Woche ist wegen der 100 Körner die % Keimfähigkeit feststellbar. So haben wir immer die Keimfähigkeit unserer Samenkörner vor der Aussaat getestet.
    Schönen Gruss von Heinz

    • So ähnlich haben wir es bei Getreide auch immer gemacht. Und dann noch das Tausendkorngewicht bestimmen und man kann ausrechnen, wie viel Kilo man auf den Hektar säen muss.

      Ich glaube bei Margits paar älteren Samen lohnt der Aufwand nicht wirklich. Die würde ich einfach irgendwo “hinterzu” aussähen und gucken was passiert. Im Frühjahr kann man die aufgelaufenen Pflanzen dann immer noch an eine geeignete Stelle umpflanzen.

  • Fabio

    Ich habe mir vor kurzem dünelupinen gekauft ich hoffe sie produzieren viele samen. Nun zu meiner Frage: Kann man die samen auch einfach über den Winter in einer schale liegen lassen damit sie frost bekommen und dann im Frühjar aussähen

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