Mehrwertsteuer auf Lebensmittel

Claudia wundert sich auf G+, wieso sie für ihren Bio-Smoothie 19 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen musste. Eine berechtigte Frage, denn eigentlich muss man für Lebensmittel doch nur 7 Prozent MWSt. bezahlen.

Nun sind aber Getränke per se von der reduzierten Steuer ausgenommen. Ich habe zwar nicht den geringsten Schimmer, wo Lebensmittel aufhören und wo Getränke anfangen, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass ein Smoothie als Getränk betrachtet wird und dass daher der erhöhte Steuersatz gilt.

Kassenbon

Unterschiedliche Mehrwertsteuersätze

Mich hat dann doch mal genauer interessiert, welche Artikel mit einem reduzierten Steuersatz gehandelt werden und welche nicht. Also habe ich mir einen zerknüllten Kassenbon aus unserem Altpapier gefischt und mal nachgesehen.

Hier ein paar Beispiele von Artikeln, die ich wohl nicht alle auf Anhieb hätte zuordnen können:

Artikel MWSt.
Wodka
(keine Angst, der ist für Schlehenlikör)
19 %
Ganze Kaffeebohnen 7 %
Weiße Schokolade 7 %
Toilettenpapier 19 %
Schnittblumen 7 %
Würfelzucker 7 %

Nagut, mit etwas gutem Willen sind die verschiedenen Steuersätze tatsächlich nachvollziehbar.

Übrigens ist der Mehrwertsteuersatz zusätzlich von der “Verkehrssituation” abhängig. Der verringerte Steuersatz gilt nur, wenn man den Artikel mitnimmt. In einem Restaurant oder einer Kantine gilt er zum Beispiel nicht. Dadurch kommt es zu verwirrenden Situationen. Für eine Bratwurst, die man im Imbiss isst gilt 19 Prozent MWSt., während nur 7 Prozent MWSt. gilt, wenn man die Wurst draußen vor der Tür isst.

Ach, und wenn wir gerade bei der Mehrwertsteuer sind…

2 Kommentare zu Mehrwertsteuer auf Lebensmittel

  • Da wir u.a. mit Pflanzen handeln mußte ich mich zwangsläufig einmal mit diesem Thema intensiver beschäftigen – und es ist ein Wirrwarr das seines Gleichen sucht.
    Die oben genannte Bratwurst ist ein tolles Beispiel. Kaufe ich sie im Laden sind es 7%, am Imbisstand 19%, mit der Begründung das dort eine Dienstleistug ausgeführt wird. Ist rein vom Ansatz her unlogisch, derweil ja heutzutage eine Kalkulation aus Material und Lohn besteht und sich die Wurst von der Lieferung her gut von der Leistung braten trennen lässt.
    Unklar für mich ist dabei immer noch, wie mit der Steuerdifferenz der Wurst umgegangen wird, denn zwischen Einkauf und Verkauf liegen nun mal 12%.

    BG Harald

  • Andi

    Hallo,

    auch mit etwas gutem Willen kann ich den Steuersatz für Schnittblumen nicht nachvollziehen.

    Interessant ist zudem der Satz für Mineralwasser; nämlich 19%.

    Begründung ist, dass es ein Substitut (Wasser aus dem Hahn) gibt, Mineralwasser also nicht unbedingt notwendig wäre.

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