Brennholz machen

Brennholz

Brennholz

Obwohl man die Tätigkeit gemeinhin “Holz machen” nennt, ist diese Formulierung natürlich eigentlich ziemlich überheblich. Immerhin machen die Bäume das Meiste davon ganz ohne unser Zutun. Egal, ich belasse es hier einfach mal beim “Holzmachen”.

In der letzten Saison haben wir für zwei Familien etwa achtzehn Raummeter Brennholz gemacht. Irgendwie müssen die aus dem Wald in den Ofen befördert werden. Hier möchte ich mal kurz erzählen, wie wir das machen.

Ein Raummeter ist übrigens ein Kubikmeter aufgegeschichtetes Meterholz. Die Zwischenräume zwischen den Scheiten werden dabei mitgezählt. In Süddeutschland bezeichnet man den Raummeter auch als Ster.

Neben dieser Bezeichnung gibt es auch noch den Schichtraummeter (klein gesägt, gehackt, sauber aufgeschichtet) und den Schüttraummeter (klein gesägt, gehackt, lose geschüttet). Einen Kubikmeter Holz ohne Zwischenräume bezeichnet man als Festmeter. Ein Festmeter entspricht (sehr grob) etwa 1,6 Schichtraummeter oder 2 Raummeter oder 2,4 Schüttraummeter.

Im letzten Jahr haben wir einige Bäume aufgearbeitet, die bei einem Sturm umgeweht worden waren. Außerdem haben wir eine Schneise in einen vor gut zwanzig Jahren neu aufgeforsteten Mischwaldbestand geschlagen. Auf den Fotos unten sieht man links den Bestand im Winter, in der Mitte die Schneise bevor wir die Bäume heraus geholt hatten und rechts die fast schon wieder zugewachsene Schneise im Sommer.

WaldSchneise im WinterSchneise im Sommer

Der Volksmund sagt “Brennholz macht drei mal warm”. Ich würde eher sagen dass Brennholz mindestens fünf mal warm macht. Nachdem man schon beim Absägen der Bäume einmal richtig warm geworden ist, müssen sie nämlich zu Meterstücken gesägt und nach Hause gebracht werden.

Holzstoss

Dieser Holzstoß sieht auf dem Foto zwar gar nicht mal so groß aus, aber es sind tatsächlich gut achtzehn Raummeter. Links liegen die älteren Stämme und rechts die jüngeren Stämme aus der Schneise. So bleibt das Brennholz nun bis zum Sommer liegen und beginnt schon mal zu trocknen.

Im Sommer wird das Meterholz (das bei uns meist eher länger ist als ein Meter) dann mit einer Kreissäge in ofengerechte Stücke gesägt.

Sägen

Es ist natürlich sehr reizvoll die kleineren Scheite sofort ungehackt zu einer Miete aufzustapeln. Eigentlich ist das aber nicht so schlau, denn gehacktes Holz trocknet wesentlich besser als nicht gehacktes Holz. Auf einen weiteren Nachteil komme ich später noch mal.

Dickere Scheite mit einem Durchmesser von mehr als ca. zehn Zentimeter haben wir natürlich gehackt – auch eine Arbeit, bei der man schön warm wird.

Wie man auf dem Foto sieht haben wir die geplante Größe der Miete vorher mit Kreide auf dem Boden markiert. Unsere Mieten haben einen Durchmesser von knapp drei Meter. Das ergibt eine Grundfläche von etwa sieben Quadratmeter. Da wir nur die äußere Schicht der Miete stapeln und den Rest locker befüllen, ergaben sich so zwei Mieten mit einer Höhe von jeweils etwa 1,70 Meter.

Miete

Ach ja, der zweite Grund, warum man die Scheite lieber hacken sollte, bevor man sie aufstapelt. Gehacktes Holz kann man viel enger und fester packen als die ungehackten runden Scheite. Das mussten wir leider vor ein paar Tagen schmerzlich feststellen:

Holzmiete Umfall

Naja, der Schaden sah schlimmer aus, als er dann tatsächlich war. Nach einer Stunde war die Miete wieder aufgeschichtet. Dieses Mal aber mit gehackten Scheiten in der Außenwand. Dadurch wirkt die Miete jetzt viel stabiler als vorher.

Bevor uns dieses Holz zum letzten mal warm machen wird, muss es jetzt erst noch zwei Jahre trocken. Der Weg von der Holzmiete in den Ofen ist dann nur noch Routine. Im Winter nehmen wir schon ganz automatisch den leeren Korb mit, wenn wir nach draußen gehen.

Siehe auch:

12 Kommentare zu Brennholz machen

  • Petra

    Hej, hej,
    bei dem Thema möchte ich hier mal etwas schleichwerben. Weihnachten gab es bei uns eine neue Axt. Keine schwedische, wie man annehmen könnte, nein, eine aus Finnland. Ihre Konstruktion und Wirkungsweise ist anders – und sie macht ordentlich Betrieb! Leveraxe heißt das gute Stück. Kann ich nur empfehlen!
    Med vänliga hälsningar
    Petra

    • Naja, Schleichwerbung ist in Deutschland verboten. Nennen wir es also lieber gleich Werbung ;-)

      Ich hab’ mir mal ein paar Videos dazu angesehen (z.B. dieses: http://youtu.be/9iLwIKMRA8M). Die Idee mit dem Autoreifen finde ich ganz nett. Des Sinn dieser Spaltaxt selbst sehe ich eher gespalten ;-) Allerdings bin ich bei sowas auch ziemlich altmodisch. Ich benutze zum Spalten überhaupt keine Spaltaxt, sondern eine ganz normale leichte Axt. Trotzdem – diese Sorte astfreies Holz spalte ich mit unserer normalen Axt ganz genau so schnell wie die Leute in den Videos.

      Zuletzt habe ich mir mal angesehen, wie viel diese Vipukirves Lever Axe kostet und da bin ich fast aus den Puschen gekippt. Für 289 Euro bekomme ich hier fünf Raumeter gespaltenes und getrocknetes Brennholz oder 22 wunderbare altmodische Äxte mit Eschenstiel. Zweiundzwanzig!

      • Petra

        Ich gebe ja zu, der Preis ist nicht gerade ihre Stärke. Allerdings kostet sie ‘nur’ rund 230€ inkl. Versand direkt vom Hersteller. Ich stelle mir vor, dass sie in einem kleinen Betrieb in Handarbeit hergestellt wird und ich zahle ja auch nicht nur den Materialwert sondern auch die Entwicklung….
        Der Autoreifen hilft ungemein, auch mit einer normalen Axt. Mit der Leveraxe brauche ich aber erheblich weniger Kraft und sie bleibt nicht im Holz stecken. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie nicht abrutschen und vor/ins Bein knallen kann. So ein heiles Bein ist unbezahlbar :)

  • Wir haben vor zwei Jahren den alten Garten aufgeforstet und dadurch auch eine ziemliche Menge an Holz gewonnen. Der neue Garten wird uns nicht so reichlich beschenken, aber trotzdem freuen wir uns schon wieder auf unseren Schwedenofen.

    lg kathrin

  • Michael

    Wao, also achtzehn Raumeter Holz ist definitiv eine Menge Hoz ;) und sieht auch nach ganz schön viel Arbeit aus.
    Ich schätze mal das man da mit nur einer Leveraxe nicht wirklich weit kommen würde…
    Im Winter liebe ich es unser Brennholz im Kamin zu verfeuern, allerdings stammt unser Brennholz aus dem Baumarkt, wir sollten auch Jemanden kennen der für uns ein paar Raumeter “Holz macht” :)
    Gruß
    Michael

  • Peter

    Das gemachte Holz reicht dann wohl für eine geraume Zeit :-)

  • Jan

    Hast du einen Spalter für diese Menge Holz genommen oder hast du es in guter, ehrlich Handarbeit mit der Axt zerkleinert?

  • Kalle

    Also Achtzehn Raummeter BRennholz ist schon eine Hausnummer. Und die habt Ihr per Axt klein gemacht O.O? Darf ich fragen wie lange Ihr dafür gebraucht habt? Das muss ja ein haufen Arbeit gewesen sein!

    • Damals haben wir alles mit der Hand gehackt. Allerdings waren viele Stämme unter 10 Zentimeter Durchmesser dabei. Die haben wir meist nicht weiter klein gemacht.

      Im Jahr darauf haben wir uns erst mal zum Testen einen Holzspalter ausgeliehen. Letztes Jahr haben wir uns dann selbst so ein Ding zugelegt.

  • Dani

    Naja, da habt ihr ja nochmal Glück im Unglück gehabt ;-)
    Ich finde gerade bei der ersten Reihe am Boden ist es für die spätere Stabilität wichtig, gehackte Hölzer mit der flachen Seiten nach unten aufzurichten.

    Ihr müsst euch mal die ansehen. Ist quasi Sackkarre und Schubkarre in einem.Ist super für die allgemeine Gartenarbeit und eignet sich als Schubwagen auch gut zum Transport von Brennholz. Da tut ihr euch evtl. sogar leichter als mit dem Korb, wenns eine recht weite Strecke bis zu Holzmiete ist.

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