Hexenringe im Rasen

Wir haben einen Hexenring in unserem wohlgepflegten Rasen. Fragt man Suchmaschinen nach “Hexenringe im Rasen“, dann erfährt man, dass es sich dabei um ein ernstes Problem, schlimmer noch um eine Rasenkrankheit handelt.

Hexenring

Hexenring in unserem Rasen

Klar, Hexenringe können zu Flecken und sogar zu kahlen Stellen im Rasen führen, aber davon mal abgesehen finde ich sie äußerst interessant.

Wie entsteht so ein Hexenring?

Das ist so ähnlich wie bei den Kornkreisen. Die Hexen …

Nein, das Myzel des Pilzes breitet sich im Boden strahlenförmig in alle Richtungen aus. Sobald die Umweltbedingungen stimmen, bilden sich dann am Ende der Myzelfäden die Fruchtkörper. Bei dem Hexenring handelt es sich also um einen einzigen Organismus.

Der Hexenring in unserem Garten ist schon mehrere Jahre alt. Deshalb ist es kein perfekter Ring mehr. (Es sieht sogar so aus, als seien da zwei Hexenringe ineinander gewachsen.) Bei einigermaßen gleichmäßigen Bedingungen im Boden bildet sich aber meist ein schöner runder Hexenring.

Kann man die Pilze essen?

Ja, aber nur ein Mal.

Ehrlich gesagt habe ich keine große Ahnung von Pilzen. Deshalb werde ich mich auch hüten hier genauere Angaben zur Genießbarkeit von Pilzen von mir zu geben. Es gibt etliche (mehr als 50) Hut- und Ständerpilze, die Hexenringe hervor bringen können. Deshalb lässt sich sowieso nicht pauschal sagen, ob die Pilze genießbar sind.

Fruchtkörper im Hexenring

Fruchtkörper in unserem Hexenring

Bei unseren Pilzen scheint es sich um den Nelken-Schwindling zu handeln. Dieser Pilz ist bekannt dafür, dass er gerne Hexenringe bildet. Außerdem gilt er als guter Speisepilz und wird gerne als Würzpilz und in Suppen verwendet. Essen werden wir ihn übrigens trotzdem nicht. (Siehe den ersten Satz des vorherigen Absatzes)

Bekämpfung

Chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind bei bodenbürtigen Pilzen äußerst schwierig (und gegen Hexenringe auch gar nicht zugelassen). Wenn der Hexenring also wirklich bekämpft werden soll, dann müssen Maßnahmen ergriffen werden, um es dem Pilz möglichst unbehaglich und dem Rasen möglichst behaglich zu machen.

  • Pilze mögen es, wenn es dauerhaft feucht ist. Maßnahmen zur Entwässerung und Durchlüftung des Bodens (vertikutieren, aerifizieren, drainieren, aufbringen von Sand) können also helfen den Pilz zurück zu drängen.
  • Der Rasen kann durch gezielte Düngung gestärkt werden.
  • Rasen kommt im Schatten nicht klar. Im Gegensatz dazu wachsen Pilze problemlos auch im Dunklen. Es kann also helfen Bäume und Büsche so zu beschneiden, dass der Rasen besser belichtet wird.
  • Im Herbst muss das anfallende Laub sorgfältig entfernt werden, weil es den Rasen schädigt und weil es andererseits dem Pilz als Nahrung dient.
  • Im Extremfall soll es helfen den Boden großzügig (mindestens 30 Zentimeter tief, mindestens bis 60 Zentimeter um den Ring) zu ersetzen
  • Angeblich sollen bestimmte Gräser (Rotes Straußgras, Rotschwindel, Wiesenrispe) für Hexenringe anfälliger sein als andere Gräser.

Siehe auch:

5 Kommentare zu Hexenringe im Rasen

  • Ich finde, euer Hexenring sieht fast aus wie ein Herz – wie hübsch. :)
    Ich habe jetzt auf die Schnelle nur diesen Link gefunden (http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=strange-but-true-largest-organism-is-fungus) und kein Foto, aber in seinem übrigens sehr lesenswerten Buch “Mycelium Running” beschreibt der Pilz-Guru Paul Stamets einen Pilzorganismus in den USA, der mehrere hundert Meilen groß ist (da gibt’s dann auch ein Foto von oben, das sehr beeindruckend aussieht). Eine Art gigantischer Hexenring also, nur dass dort die Fruchtkörper nicht nur am Rand hochkommen.
    Noch viel Erfolg bei der Beseitigung (oder lasst ihr ihn wachsen?)!
    Luise

    • Vielleicht sorgen wir für etwas mehr Trockenheit (an der Stelle verrieselt das Regenwasser vom Hausdach) aber ansonsten lassen wir ihn wohl einfach wachsen. Er stört nicht wirklich und es ja auch ganz interessant, wie er sich weiter entwickeln wird.

  • Ihr könntet mal einen Pilz zu einem Fachmann bringen und bestimmen lassen. Wenn es tatsächlich gute Speisepilze sein sollten könnt Ihr Euch ja dann auf eine gute Ernte freuen. Keine Ahnung wo es bei Euch eine Bestimmungsstelle gibt, in Wien gibt es eine am Naschmarkt.

  • In unserer Familie war Pilzesammeln nie ein Thema, deshalb bin ich in der Beziehung völlig unbeleckt. Und ich habe einen Heidenrespekt vor selbst gesammelten Pilzen ;-)

    Aber Du hast schon recht, es wäre nett, wenn man die Pilze auch essen könnte. Ich kenne einige passionierte Pilzesammlerinnen. Die werde ich mal fragen.

  • Augustus Roberson

    habe ebenfalls den hexenring in meinen garten und hoffe das ich den mit ihrer metote wieder loß werde!

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