Weihnachtsbäume kaufen

Inhalt:

Aussuchen des richtigen Weihnachtsbaums

Am letzten Wochenende vor dem Heiligen Abend treffen wir uns seit Jahren mit unseren Freunden auf der Weihnachtsbaum-Plantage unseres Vertrauens, um uns den geeigneten Begleiter für die Weihnachtszeit auszuwählen und dort dann nach getaner Arbeit einen gemütlichen Glühwein zu genießen. Damit mir nicht wieder so etwas passiert wie im vergangenen Jahr – ich hatte nicht den geringsten Schimmer was eine Nobilistanne ist – habe ich mich heute in Sachen Tannenbaum schon mal ein wenig vorbereitet.

Tannen

Es gibt etwa 50 Arten von Tannen (Abies), die alle in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel heimisch sind. Der Bestand der in Deutschland heimischen Weißtanne (Abies alba) gilt aufgrund umweltbedingter Stressfaktoren als stark gefährdet.

Einer der beliebtesten Weihnachtsbäume überhaupt ist die Nordmanntanne (Abies nordmanniana). Ursprünglich stammt sie aus dem Gebiet zwischen Schwarzmeerküste und Kaukasus. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Nordmanntanne vermehrt auch in Deutschland angebaut. In den letzten Jahren soll sie einen Marktanteil von fast 75 Prozent aller in Deutschland verkauften Weihnachtsbäume erreicht haben. Die Nordmanntanne zeichnet sich vor allem durch ihren gleichmäßigen Wuchs und die sehr gute Nadelfestigkeit auch in geheizten Räumen aus. Die auf der Oberseite dunkelgrünen Nadeln sind relativ weich und stechen daher nicht so stark. Da die Nachfrage nach Nordmanntannen in den letzten Jahren auch in Asien stark gestiegen ist und sie zudem noch relativ langsam wächst, ist sie teurer als andere Weihnachtsbäume.

Die Edeltanne (Abies nobilis, Abies procera, Silbertanne, Nobilistanne) gilt als noch etwas nadelfester als die Nordmanntanne. Ihre ebenfalls relativ weichen Nadeln haben eine eher blaugrüne Färbung. Edeltannen sondern einen starken Geruch aus, der an Orangen erinnert. Man kann den Duft noch verstärken, indem man die Harztaschen am Stamm mit einer Nadel ansticht.

Die Koloradotanne (Abies concolor, Grautanne) hat lange, silbergraue Nadeln und einen angenehmen Duft.

Die Koreatanne (abies koreana) wird gerne als Ballenware angeboten, weil sich ihr Wurzelwerk schneller regeneriert als bei anderen Tannen. Die Nadelfestigkeit ist geringer als bei der Nordmanntanne und eher mit der Blaufichte zu vergleichen. Die Zweige der Koreatanne ist weicher als bei der Nordmanntanne, daher darf der Schmuck nicht zu schwer ausfallen. Die weichen Nadeln sind an der Oberseite grün und an der Unterseite weißlich gefärbt. Gelegentlich trägt die Koreatanne schon im Weihnachtsbaum-Alter natürliche Zapfen.

Fichten

Ebenso wie die Tannen gehören auch die Fichten (Picea) zur Gattung der Kieferngewächse (Pinaceae).

Die einzige in Mitteleuropa heimische Art ist die Gemeine Fichte (Picea abies, Rotfichte, Rottanne). Sie gilt als relativ preiswerter Weihnachtsbaum. Obwohl die Gemeine Fichte in beheizten Räumen schon nach kurzer Zeit nadelt, wird sie wegen ihres starken “Waldgeruches” gelegentlich als Weihnachtsbaum verwendet.

Die Nadeln der Blaufichte (Picea pungens, Stechfichte) besitzen einen leichten blauen Schimmer. Die Haltbarkeit ist besser als die der Gemeinen Fichte, aber nicht mit der Nordmanntanne vergleichbar. Sie ist etwas teurer als die Gemeine Fichte und gilt als der Klassiker unter den Weihnachtsbäumen. Durch die starken etagenförmig angeordneten Äste ist sie gut für schwereren Schmuck (Äpfel, echte Kerzen) geeignet. Die Nadeln der Blaufichte sind – wie der Name Stechfichte schon andeutet – sehr stachelig und verströmen ebenfalls einen starken “Waldgeruch”.

Eigentlich ist die Omorika-Fichte (Picea omorika, Serbische Fichte) nicht als Weihnachtsbaum sondern eher als hohe Hecke zwischen zerstrittenen Nachbarn bekannt. Ihre Zweige sind weicher als die der Blaufichte und ihre Nadeln sind noch stacheliger. Allerdings hat sie einen Vorteil, sie bildet oft schon relativ früh Zapfen. Es gibt also auch Omorika-Weihnachtsbäume mit natürlichen Zapfen.

Douglasien

Die Gattung der Douglasien (Pseudotsuga) umfasst sieben Arten, die in Nordamerika und Asien heimisch sind. In Europa starben die Douglasien während der letzten Eiszeit aus.

Hier in unserer Gegend wurden in der Zeit nach dem Orkan Quimburga (13. November 1972) Unmengen von Douglasien gepflanzt. Der Weihnachtsbaum meiner Jugend ist also ganz klar die Douglasie (Pseudotsuga menziesii, Douglasfichte, Douglaskiefer). Sie hat dünne, biegsame Zweige und ist deshalb nur für leichteren Baumschmuck geeignet. Die weichen dünnen Nadeln stechen nicht sehr stark. Die Douglasie verströmt einen intensiven Geruch, der etwas an Zitruspflanzen erinnert. Die Haltbarkeit der Douglasie ist etwa mit der der Blaufichte zu vergleichen. Der Preis ist meist etwas geringer als der der Blaufichte.

Kiefern

Die Gattung der Kiefern (Pinus, Föhren, Forlen) umfasst etwa 100 Arten, die besonders auf der Nordhalbkugel heimisch sind. Ihre Nadeln sind im Vergleich zu den vorgenannten Gattungen sehr lang (bis über 50 Zentimeter bei der Zucker-Kiefer).

Kiefern werden eher selten als Weihnachtsbaum verwendet. Die hier bei uns heimische Waldkiefer (Pinus sylvestris) bleibt auch in geheizten Räumen lange frisch und verbreitet einen tollen Duft. Sie hat schöne lange Nadeln und fällt häufig durch einen eher ungewöhnlichen asymetrischen Wuchs auf. Leider besteht Mailin in der Stube auf einen “normalen” Weihnachtsbaum. In meinem Büro wird aber auf jeden Fall wieder eine kleine Kiefer stehen.

Werbung:

11 Kommentare zu Weihnachtsbäume kaufen

  • henry

    Grevillea ‘Red Salento’
    werden um Weihnachten in den Baumschulen angeboten
    ein bäumchen das blüht aus australien
    gruss aus finland
    henry

  • Karlo

    Hallo Heiner, du liest doch auch den Weserkurier, oder? Hast du schon den Bericht über Weihnachtsbäume gesehen? Was hat es mit dieser Red Salentos auf sich?

  • Hallo allerseits,

    na, dieser Weserkurier-Artikel hat ja was losgetreten ;-)

    @Karlo: jo, ich lese ihn auch und ich war gerade in dem Moment auf der Suche nach Informationen. Ich vermute mal Henry ist auf mich aufmerksam geworden, weil ich in Claudias Salento News nach diesen Red Salentos gefragt hatte.

    @Henry: Herzlichen Dank für die Information! Irgendwie hatte ich schon das Gefühl, dass Süditalien nicht ganz stimmen kann. Inzwischen habe ein paar weitere Informationen zu den Red Salentos gefunden. Der wichtigste war aber Dein Hinweis, dass es sich dabei um eine Grevillea also eine Silbereiche handelt.

  • Ach ja, noch was aus dem WK- Artikel: Die “Weihnachtsbaum-Plantage unseres Vertrauens”, die ich oben erwähnt hatte, hat sich offenbar in den Kopf gesetzt in diesem Jahr für Nordmanntannen 14 Euro pro Meter zu verlangen. Das ist ganz schön happig, wie ich finde. Da werde ich auf alle Fälle vorher noch ein paar Telefonate führen um Preise bei anderen Plantagen zu erfragen.

    Wieviel haltet ihr bei einem Großauftrag von ca. fünf großen Bäumen für angebracht?

  • henry

    14 euro per meter
    ist das bei euch üblich per meter
    zu rechnen….?
    ich habe schon seit 30 jahren keinen
    baum mehr gekauft der wald fängt hinterm
    dem haus an und ist unendlich
    unter den elektro linien ist niemandsland
    dort holen alle ihre bäume….
    und wen mal kein schöner mehr da ist
    fahr ich ins sommerhaus und hole mir ein paar
    aus dem eigenem wald
    gruss aus finnland
    henry

  • Naja, ich glaube in den Städten hängt an jedem Baum ein Preisschild ;-) Hier bei uns auf dem Lande geht man in eine dieser Weihnachtsbaum-Plantagen (die es hier auf der Geest in jedem zweiten Dorf gibt) und sägt sich seinen Baum selbst ab. Um einen Überblick zu haben, wie teuer das Teil werden wird, gibt es diese soundsoviel pro Meter Regel. Soweit ich mich erinnere haben wir im letzten Jahr aber nur 10 Euro pro Meter bezahlt (mag mich aber täuschen).

    Ach ja, Spekulazius und Glühwein sind natürlich im Preis inbegriffen. Im Grunde macht die Aktion immer ‘ne Menge Spaß. Erst rennt man ewig lange in der Plantage herum und diskutiert ausführlich die Vor- und Nachteile von jedem einzelnen Baum. Anschließend wird beim Glühwein noch kurz die aktuelle Weltpolitik durchgekaut ;-)

  • Hattet ihr dieses Foto nicht früher schon einmal im Blog? Kommt mir so bekannt vor … ;-)
    Bei uns gibts schon seit etlichen Jahren keinen Weihnachtsbaum mehr – deshalb sind mir die Preise auch völlig wurscht. ;-)
    LG – Ulrike

  • Jupps, das Bild stammt von unserer letztjährigen Weihnachtsbaum-Einkaufsaktion. Siehe hier am 23.12. Ich hatte den Artikel hier nicht verlinkt, weil er “ohne Worte” war.

  • Justus

    Die Preise sind natürlich in Deutschland auch von Region zu Region unterschiedlich. Vor dem Kauf kann man auch 2-3 Plantagen abfahren und sich ein Bild der Preislage verschaffen. So kann man dann wenigstens sicher sein, dass man nicht zu viel für seinen Baum bezahlt.

  • Tobi

    Also ich werde dieses Jahr meinen Baum selbst schlagen gehen. An diesen ganzen Verkaufsständen habe ich immer das Gefühl, dass die Bäume in drei Tagen eh alle Nadeln verlieren (so wars letztes Jahr bei mir).
    Ich werde das hier versuchen: Wünscht mir Glück, dass ich einen tollen Baum bekomme!

    • Ich wünsche dir Glück, dass Du einen tollen Baum bekommst!

      Wenn Du irgendwo Spamlinks in Kommentare einbaust, dann solltest Du wenigstens darauf achten, dass die Syntax einigermaßen stimmt. So wie Du es hier gemacht hast ist das nämlich ziemlich sinnlos. Grüße auch an den vergeblich verlinkten Tannenhof!

Hinterlassen Sie eine Antwort

 

 

 

Sie können diese HTML Tags verwenden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Beachte bitte, dass wir Links in Kommentaren nicht in jedem Fall veröffentlichen können. Näheres dazu findest Du in unseren Regularien.