Lebende Bauten

Außer Sonnabends ab halb Vier bin ich kein besonders großer Radio-Hörer. Auf meinem MP3-Player befindet sich meist auch keine Musik, sondern eher Hörbücher oder irgendwelche Podcasts. Vor ein paar Wochen bin ich nun zufällig auf den Blumenpod gestoßen – nach eigener Aussage ein Podcast für “alle mit Lust auf Grün, vom Hobbygärtner bis zum Landschaftsarchitekten“. Mal abgesehen davon, das ich den Namen einfach genial finde, bin ich nicht ganz sicher, ob ich diesen Podcast empfehlen kann. Für meinen persönlichen Geschmack ist Franks Themenauswahl eindeutig zu stark auf Landschaftsarchitekten und daher zu wenig auf Hobbygärtner ausgerichtet. Hört ihn euch am Besten einfach selbst mal an.

Eine von Franks Sendungen, nämlich der blumenpod 043, geht mir aber nicht mehr aus dem Sinn. Frank schneidet ein Thema an, dass für unseren Gartenteich passt, wie die Sielwallfähre Hal Över für die Weser. Würde man dort eine Brücke vom Osterdeich hinüber zur Stadtwerder bauen, so wäre das wohl ein ziemlicher Quatsch. Ähnlich geht es uns mit unserem Gartenteich – es wäre schon nett, wenn man die kleine Insel auch mal besuchen könnte, wenn es nicht gerade drei Wochen lang gefroren hat. Eine Brücke würde wohl etwas lächerlich aussehen und eine Fähre scheidet aus, weil so kleine Fähren keine Menschen transportieren können. Wie wäre es denn zur Abwechslung mit einer lebenden Brücke?

Lebende BautenFrank berichtet in seinem blumenpod über sehr interessante Untersuchungen, Pflanzen als lebende, sich selbst reparierende Strukturelemente für Bauwerke (zum Beispiel Brücken) zu nutzen. Im ersten Moment hatte ich leichte ethische Vorbehalte bei diesem Gedanken. Nachdem ich mir aber klar gemacht hatte, dass ich keine Bedenken habe, eine Pflanze abzusägen um sie als Baumaterial (oder Nahrung) zu verwenden, verflüchtigten sich diese Vorbehalte gleich wieder.

Ich habe das Bild auf der rechten Seite übrigens mehrfach im Internet gefunden (u.a. hier), offenbar ist es auf der Basis einer Diplomarbeit von Ferdinand Ludwig und Oliver Storz entstanden. Leider war es etwas schwierig, die tatsächliche Urheberschaft heraus zu bekommen, ich werde mich morgen aber noch einmal darum kümmern. Bis dahin unterliegt das Bild nicht der Creative Commons-Lizenz dieses Blogs!

Rund um unseren Teich herum und auch auf der kleinen Insel (sie ist vielleicht 10 m² groß) stehen ca. 8 Jahre alte, 4-6 Meter hohe Erlen. Obwohl in der Informationsschrift Lebende Bauten (PDF) von baubotanik.de besonders die Verwendung der Weide für solche lebenden Bauwerke hervorgehoben wird, sollten wir evtl. mal versuchen aus den Erlen an unserem Teich eine Brücke zu flechten.

Eine kleine Off-Toppic Frage nur für Bremer:

Oben bei der Sielwallfähre Hal Över musste ich kurz an die Erdbeerbrücke denken. Ich bin ja von Buten und kann mir deshalb kaum ein Urteil erlauben, aber nur so Interessehalber: Wie zum Geier könnt ihr es zulassen, dass eine Brücke, die jeder nur unter diesem wunderbaren historischen Namen kennt, plötzlich Karl-Carstens-Brücke heißt?

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