Jack Wolfskin mahnt Katzenpfoten ab

Ein Anbieter bei DaWanda bietet schon einen Solidaritäts-Button an. Ein Klick führt zum Angebot.

Langsam nimmt dieser Abmahn-Wahnsinn Formen an, die einfach nicht mehr zu ertragen sind. Den neuesten Vogel schießt in dieser Beziehung die Firma Jack Wolfskin ab. Sie mahnt jetzt Mitglieder von DaWanda ab, weil auf ihren selbst gemachten Produkten irgendwelche Pfoten zu sehen sind. Nach Angaben der betroffenen Mitglieder wurden sie nicht vorher verwarnt, sondern erhielten sofort eine Abmahnung mit einer Kostennote um 1000 Euro.

Für den Fall, dass Du DaWanda nicht kennst – es handelt sich dabei um einen Internetauftritt der Verlagsgruppe Holtzbrinck, auf der man selbst Gebasteltes und Gestricktes an den Mann oder die Frau bringen kann. Ich hatte bisher keine Ahnung, dass strickende Hausfrauen eine solch bedrohliche Konkurrenz für Jack Wolfskin darstellen.

Was machen wir jetzt eigentlich mit unseren Wolfskin Klamotten? Also, anziehen kommt wohl erstmal nicht mehr in Frage, ist ja peinlich mit so einer Pfote herum zu laufen. Zumindest bei der Jacke kann man das Logo aber vermutlich heraus trennen.

Weblinks:

11 Kommentare zu Jack Wolfskin mahnt Katzenpfoten ab

  • Mailin

    Also ich habe eine Fleecejacke vom Wolf und hatte gerade mit der Anschaffung einer weiteren geliebäugelt. Ich weiß jetzt auf jeden Fall, dass ich diese definitiv bei einem anderen Hersteller kaufen werde. Es will einfach nicht in meinen Kopf, warum manche Firmen auf diesem Wege ihre Kunden vergraulen wollen. Und was hat eine Wolfspfote mit der einer Katze zu tun? Ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln.
    Also: beim nächsten Topflappen häkeln genau aufs Motiv achten…..

  • Eigentlich halte ich mich für einen mittelmäßig aufgeklärten Konsumenten. Offenbar ist es aber leider so, dass sich mittelmäßig aufgeklärte Konsumenten viel zu leicht vom Image einer Marke blenden lassen. Mit Erstaunen habe ich gerade folgendes in der Wikipedia gelesen:

    Im November 2004 testete die Stiftung Warentest 14 Trekking-Jacken und befragte die Firmen, ob die Funktionsjacken fair, sozial und ökologisch korrekt produziert werden. Die Hersteller Jack Wolfskin sowie Lowe Alpine verweigerten die Auskunft.

    Als Quelle gibt die Wikipedia die Spalte Unternehmensverantwortung im Artikel Funktionsjacken der Stiftung Warentest an. Was soll man daraus schließen, dass sie eine Auskunft verweigert haben? Vermutlich ist es ihnen peinlich damit herum zu protzen, dass sie einen so überaus hohen Wert auf ihre Unternehmensverantwortung legen.

    Das Dumme ist, in unserer Wanderausrüstung befinden mehrere Produkte von Jack Wolfskin und von Lowe Alpine…

  • Elke

    Bisher hab ich auf Wolfskin-Produkte verzichtet, weil sie mir schlichtweg überteuert vorkamen…nun weiss ich genau, dass ich sie NIE kaufen werde.
    Solche Machenschaften der Marke “kleinkariert” sind einfach nur unprofessionell und gehören boykottiert.

    was die Auskunftsverweigerung für Stiftung Warentest bedeutet, kann ich nicht einordnen, ich zähl eher auf die Ergebnisse von Ökotest, aver da war der Wolf auch noch nie dabei ….oha

  • Unabhängig, ob die Dawanda-Grafiken überhaupt mit dem Wolfskin-Logo verwechselt werden können, ist die Kostennote von 1.000 Euro für alle Betroffenen ein starkes Stück. Warum hat JW nicht Dawanda gebeten, das Ganze ohne großen Wirbel direkt mit den Shops zu klären? Grüße
    Marco

  • Muri

    Also ich kann Jack Wolfskin verstehen, wenn sie damit nicht einverstanden sind, finde es aber völlig unverhältnismäßig dafür 1000 zu verlangen. Warum müssen sich solche riesigen Firmen 1000 Euro aus den Taschen junger Leute ziehen??
    Kann man da nicht einfach darum bitten das “logo” zu entfernen??
    Anstatt eine Warnung abzugeben, wird direkt scharf geschossen.

  • Mailin

    Sorry, aber ich kann das nicht nachvollziehen. Wo soll das denn hinführen? Jetzt stickt sich da ne Omma einen Apfel auf die Küchenschürze und wird von apple abgemahnt oder wie? Nee, so geht das nicht…….

  • SpOn bringt eine Zusammenfassung der Ereignisse mit Hintergründen und Fotos der beanstandeten Artikel. Wie es scheint sieht sich Jack Wolfskin weiterhin juristisch und moralisch im Recht. Eine Sprecherin der Firma berichtet, sie hätten darauf geachtet “die Kosten möglichst gering zu halten“. Offensichtlich haben denen die Preise der eigenen Produkte etwas den Sinn für die pekuniären Verhältnisse ihrer Mitmenschen verhagelt!

  • Noch ein kleiner Update der Ereignisse: Inzwischen hat Manfred Hell, der CEO von Jack Wolfskin Ralf Schwartz vom Werbeblogger angerufen und sie haben eine Stunde nett geplaudert. Hell hat angekündigt die Einzelfälle eingehender prüfen zu wollen. Am Montag wollen sie sich bei Jack Wolfskin in Idstein treffen. Eitel, Freude Sonnenschein?

    Ich weiß nicht so recht, ob ich mich da so leicht besänftigen lassen würde wie Ralf. Immerhin werden die Abmahnungen schon am Dienstag fällig. Zum Prüfen der Einzelfälle gab es für Jack Wolfskin nun wirklich Zeit genug. Meiner Ansicht nach sollten sie ihre Abmahnungen lieber gestern als heute zurückziehen und die Betroffenen für die erlittenen schlaflosen Nächte umgehend angemessen entschädigen.

  • Das wurde aber auch Zeit: Jack Wolfskin nimmt umstrittene Abmahnungen zurück
    Die ziemlich kühl gehaltene Pressemitteilung findet sich hier (PDF). Letztlich steht da, dass sie aufgrund des öffentlich Drucks in diesem Fall mal nicht so sein wollen. Fehler werden eher nicht eingeräumt. Von Schadenersatz oder wenigstens Entschuldigungen ist keine Rede.

  • Hallo

    Es ist mittlerweile schon erschreckend, wegen was man inzwischen schon abgemahnt werden kann. Da traut man sich ja bald gar keine Webseite zu betreiben.

    Grüsse

  • rabe

    “Jack Wolfskin – Dies ist erst der Anfang”
    Die Bären-Community hat Ärger mit JW:

    http://skorpionstich.wordpress.com/2009/10/22/jack-wolfskin-dies-ist-erst-der-anfang/

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