Rechtliche Grundlage des Maronensammelns

Wie gut, dass wir selbst eine Marone im Garten haben. Wer diesen Luxus nicht genießt, sollte sich vielleicht kurz mit dem Bundeswaldgesetz und den weiter ausführenden Landeswaldgesetzen beschäftigen. Für das Land Baden-Württemberg hat Matthias vom Duesiblog das schon mal gemacht und versucht es einigermaßen verständlich aufzubereiten. Wenn ich die Ausführungen richtig verstehe, dann regeln diese Gesetze nicht nur das Sammeln von Maronen, sondern sie gelten auch für Heidelbeeren, Holunderbeeren, Schlehen, Hagebutten, Blumen, Kräuter und so weiter. Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre.

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5 Kommentare zu Rechtliche Grundlage des Maronensammelns

  • Oje…die lieben Gesetze… Andererseits: Es gibt leider viele Menschen, die weitaus mehr aus den Wäldern mitnehmen, als sie wirklich benötigen. Dieser “Raubbau” gehört auch nicht unterstützt, finde ich.

  • Dominick

    So wie Matthias das zusammengetragen hat ist das zwar richtig, es ist aber trotzdem Vorsicht geboten. Das gilt nur für die staatlichen Wälder. In Privatforsten muss man das grundsätzlich vorher mit dem Eigentümer klären! Und leider ist das gerade wenn man mitten im Wald steht nicht immer gut erkennbar wem das Flurstück nun gehört..

  • Leider bin ich – was Gesetze angeht – völlig unbedarft. Im Niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung klingt es aber so, als würde es auch für Privatwälder und sogar für andere private landwirtschaftliche Nutzflächen gelten. Dort heißt es in § 23 (Recht zum Betreten): Jeder Mensch darf die freie Landschaft (§ 2 Abs. 1) betreten und sich dort erholen. § 2 Abs. 1 definiert die freie Landschaft als: Die freie Landschaft besteht aus den Flächen des Waldes und der übrigen freien Landschaft, auch wenn die Flächen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile liegen. Bestandteile dieser Flächen sind auch die zugehörigen Wege und Gewässer. Natürlich ist dieses Recht auf Betreten durch verschiedene Klausen eingeschränkt, aber von staatlichen Wäldern steht da nix.

  • Dominick

    Betreten und Erholen ist grundsätzlich gestattet, richtig. Aber das schließt nicht das Mitnehmen von irgendwelchen Dingen aus dem Forst mit ein. Bei den staatlichen ist das eben pauschal geregelt und die privaten dürfen die Spielregeln selbst bestimmen. Ich erinnere mich schwach mal gelesen zu haben das es da sogar kleine Wälder gibt, wo man so eine Art “Pilz-Flatrate” entrichten muss.

    Die meisten Besitzer haben vermutlich auch nichts dagegen, sofern man sich nicht wie die sprichwörtliche Axt im Walde verhält und nicht zentnerweise Pilze nach Hause schleppt. Aber fragen sollte man dort eben vorher. Und eben aufpassen, weil auch zusammenhängende Waldstücke unterschiedliche Eigner haben können!

  • Hmm, stimmt, das Entfernen von Waldfrüchten scheint hier in Niedersachsen nicht explizit geregelt zu sein, also dürfte es tatsächlich verboten sein. In § 34 Abs. 1 steht: “Es ist in der freien Landschaft verboten, unbefugt: 1. Bäume, Hecken, Wallhecken, Sträucher, Pflanzen und Früchte ohne vernünftigen Grund zu beschädigen“. Ich vermute der Wunsch Marmelade zu kochen, kann hier nicht als vernünftiger Grund herhalten ;-)

    In Baden?Württemberg scheint das dagegen erlaubt zu sein. Siehe Waldgesetz für Baden?Württemberg § 40 Aneignung von Waldfrüchten und Waldpflanzen” (Wie gesagt, alles unter dem Vorbehalt, dass mir das Auslegen von Gesetzestexten eher nicht in die Wiege gelegt wurde)

    Wie Dominick völlig richtig bemerkt hat, dürfte es in jedem Fall (und in jedem Bundesland) am schlausten sein, sich kurz mit dem Besitzer abzusprechen. In den allermeisten Fällen wird der nix dagegen haben, wenn man ein paar Beeren pflückt oder ein paar Maronen aufsammelt.

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