Genmais verdirbt Honig

Bienenhonig, in dem Pollen der gentechnisch veränderte Maissorte Mon 810 enthalten sind darf nicht in den Verkehr gebracht werden und das ist auch gut so! Aber was passiert eigentlich, wenn ich Bienen halte und mein Nachbar auf seinem Acker Genmais anbauen möchte?

Das Verwaltungsgericht Augsburg hat am 30. Mai festgestellt, dass der Imker Karl-Heinz Bablok durch ein benachbartes Versuchsfeld zwar wesentlich beeinträchtigt würde, er aber trotzdem keinen Schutzanspruch gegen den Anbau hat (Az.: AU 7K07.276). Obwohl der Imker technisch gar nicht auf den Transport seiner Bienen eingerichtet ist, verlangt das Gericht nach Abwägung der Verhältnismäßigkeit, dass er mit seinen Bienen während der Maisblüte umzieht.

Wenn die Richterin am Verwaltungsgericht Augsburg hier wirklich das geltende Recht richtig ausgelegt hat, dann frage ich mich ernsthaft, wie sich mein Gesetzgeber das in der Praxis vorstellt. Monsanto spielt doch nicht aus purem Spaß an der Freude mit dem Mais-Erbgut rum. Die wollen gentechnisch verändertes Saatgut in großem Stiel verkaufen. Aber wohin sollen die Imker ihre Bienen bringen, wenn hier erst mal flächendeckend Genmais und Genraps wächst? Soll ich meine Obstbäume mit dem Rasierpinsel befruchten, wenn der letzte Hobbyimker frustriert aufgegeben hat?

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4 Kommentare zu Genmais verdirbt Honig

  • Genmais verdirbt Honig | Wir sind im Garten…

    Bienenhonig, der Pollen der gentechnisch veränderte Maissorte Mon 810 enthält darf nicht in den Verkehr gebracht werden. Aber was passiert eigentlich, wenn ich Bienen halte und mein Nachbar auf seinem Acker Genmais anbauen möchte?…

  • @ Lieblnk.de

    Genau das ist ein Auslöser, der bei Bekannten von uns zum Streit mit dem Nachbarn geführt hat. Der eine möchte seine Bienen halten und der andere will nicht auf den Genmais verzichten. Ich muss mich mal erkundigen, wie das schlussendlich ausgegangen ist.

    Ich finde das Urteil ist ein herber Rückschlag. Es gibt sowieso in unseren Breiten viel zu wenig Imker, durch solche Gesetze wird ihnen die Arbeit nur zusätzlich erschwert.

  • Genmanipulation ist ja nur das eine Problem. Noch schlimmer finde ich, dass die Schädlingsbekämpfungsmittel, die zum Beizen des Mais-Saatgutes verwendet werden , bei den Bienen ein Massensterben auslösen. Sollten sie die Pflanzenschutzmittel mit viel Glück überleben, wartet schon die Varroamilbe, die dem Rest den Garaus macht. Das wird oder besser gesagt ist bereits jetzt ein echtes globales Problem. Sollte das Bienensterben weitergehen, sitzen wir irgendwann mit Getreide – also Brot – und Wasser da.

  • anja

    da muss ich deinen alten artikel gleich nochmal raufholen, weil ich kuerzlich das hier gesehen habe:
    http://video.google.com/videoplay?docid=-7781121501979693623

    du wirst vermutlich noch viel mehr brauchen, als einen rasierpinsel, wenn die kriegen, was sie wollen.

    liebe gruesse von downunder…
    anja

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