Nudeln in italienischen Farben

Bis Gestern hatten wir noch Spinat im Gefrierschrank. Das ist natürlich nicht besonders sinnvoll, wenn man schon in wenigen Wochen wieder neuen Spinat ernten will. Also habe ich mich mal von Lisas kunterbunten Nudeln inspirieren lassen und Nudeln in den italienischen Nationalfarben gemacht.

Bunte Nudeln

Fettuccine in den italienischen Nationalfarben

Den Teig für Nudeln zu machen ist nicht besonders schwer, man muss aber einige ideologische Besonderheiten beachten. Für Manchen ist eine richtige Nudel erst eine richtige Nudel, wenn sie mit Hartweizengrieß und ohne Eier (italienisch) hergestellt wurde. Für andere muss die Nudel dagegen unbedingt Eier enthalten (schwäbisch). Mir ist das zwar im Prinzip egal, aber ich mache Nudeln aus Gewohnheit lieber mit Eiern.

Wie schon erwähnt sind Nudeln ebenso wie Nationalfarben stark ideologisch besetzt. Deshalb noch zwei Hinweise, bevor ich zum Rezept komme:

  • Ja, ich weiß, dass auch Italiener gerne mal Nudeln mit Eiern machen. Und natürlich ist mir ebenfalls klar, dass Schwaben gelegentlich Nudeln ohne Eier machen.
  • Nein, mit den Farben meiner Nudeln wollte ich keineswegs in den italienischen Flaggenstreit eingreifen (wobei ich zugeben muss, dass mir persönlich die vorberlusconischen Farben besser gefielen).

Grundrezept Nudelteig

Zutaten:

  • 400 Gramm Weizenmehl
  • 4 Eier
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Teelöffel Salz

Zubereitung:

Mailin würde das Mehl nun auf die Arbeitsfläche geben, eine kleine Mulde formen, die Eier und das Salz dort hinein geben und das Ganze dann langsam mit der Gabel verrühren.

Als Mann darf man die ganzen Zutaten aber auch einfach in einen Rührbehälter geben und mit dem Knethaken ordentlich durchkneten. Der Teig sollte etwas trockener sein als ein Brötchenteig. Gegebenenfalls kann man noch etwas Wasser oder Mehl dazu geben, um die Konsistenz anzupassen.

Bunter Nudelteig

Bunte Nudelteigkugeln

Anschließend muss der Teig ordentlich mit der Hand durchgeknetet werden. Er soll dabei nicht mehr an den Händen kleben. Nach den Kneten formt man eine Kugel und steckt sie in eine Plastiktüte, damit der Teig keine weitere Feuchtigkeit verliert. Der Teig soll nun für eine halbe Stunde in der Plastikfolie ruhen.

Für die roten und grünen Nudeln habe ich vorher jeweils ein knappes Drittel von dem Teig abgenommen und mit blanchiertem und püriertem Spinat beziehungsweise mit Rote Bete Saft eingefärbt. Da mit der Farbe auch zusätzliche Flüssigkeit in den Teig gelangt, muss auch noch etwas Mehl oder Hartweizengrieß dazu gegeben werden.

Fettuccine-Nudelholz

Fettuccine-Nudelholz

Nachdem der Teig für eine halbe Stunde geruht hat, können die Nudeln geformt werden. Wir benutzen dafür ein Fettuccine-Nudelholz, dass wir vor einigen Jahren als Souvenier aus Scanno mitgebracht haben. Meiner Ansicht nach braucht man keine Nudelmaschine, wenn man so ein Nudelholz hat. Als Alternative kann man den Teig natürlich auch ausrollen und mit einem Messer in Streifen schneiden.

Nachdem alle Nudeln fertig sind, können sie gleich anschließend gekocht werden. Sie sind dann schon nach etwa drei Minuten gar.

Fettuccine mit Spinatsoße

Fettuccine mit Spinatsoße

Siehe auch:

Weblinks:

5 Kommentare zu Nudeln in italienischen Farben

  • Wow, sehr fein das ein Artikel von Lisa Dich inspiriert hat! :)

    Und danke für den Tipp mit dem Fettuccine-Nudelholz. Sowas kannte ich bisher nicht. Weiß nun, nach was ich bei den nächsten (italienischen) Flohmärkten die Augen offen halten muss.

  • Vielleicht brauchst Du gar nicht auf den nächsten Urlaub zu warten. Auf der Suche nach der richtigen Bezeichnung für diese Art von Nudelholz bin ich nämlich bei Amazon auf ein recht preiswertes Schwesterexemplar gestoßen.

    Allerdings fehlt dem Teil dann natürlich das letzte Quentchen touristischen Charmes. Unser Exemplar wurde nämlich von der netten (und überaus hübschen) jungen Dame in dem kleinen Laden in Scanno direkt vor unseren Augen mit dem Lötkolben bearbeitet:

    Nudelholz aus Scanno

    Sonst hätte ich mich mit der Bezeichnung “Fettuccine” auch zurück gehalten und “Spaghetti” genommen. Die richtige Bezeichnung der unterschiedlichen Pasta-Arten ist bekanntlich eine Wissenschaft für sich, die ein langjähriges Studium erfordert und von Nicht-Italienern eigentlich gar nicht beherrschbar ist ;-)

    Ach, und wenn hier nun schon zum zweiten mal das Örtchen Scanno zur Sprache kommt, dann muss ich auch gleich noch etwas Werbung machen. Wenn man zufällig gerade in den Abruzzen (die liegen übrigens hier) unterwegs ist, dann sollte man sich Scanno auf keinen Fall entgehen lassen. Die Wikipedia schreibt dazu: Die Gemeinde Scanno gehört zu den schönsten Dörfern Italiens.

    Dem möchte ich hinzufügen, dass es auch noch eine ungewöhnlich gemütliche Gemeinde ist. Während unsere beiden Angebeteten einen Bummel durch den Ort machten, haben mein uralter Kumpel Heiko und ich dort einen halben Nachmittag in der Sonne vor der kleinen Bar auf dem Marktplatz verbracht und bei kühlen Getränken das italienische Flair auf uns wirken lassen. Irre gemütlich!

    Ich hoffe sehr, dass Scanno bei dem schlimmen Erdbeben in der Region L’Aquila nicht allzu viel abbekommen hat.

  • Hallo Heiner!

    Hehe, das freut mich, die Nudeln sind echt schön geworden!
    So ein Nudelholz seh ich auch zum ersten mal, lustig was es alles gibt!

    Die Stange zwischen den Sesseln find ich eine geniale Idee! Ich hab es letztens auf einem alten Kabel (zu dünn!) aufgehängt, und zu allem Überfluss auch noch über den Herdplatten.. Was dazu führte dass ich mich 1. extrem strecken musste um hochzukommen und 2. sind die Nudeln teils durch das dünne Kabel, teils durch den Wasserdampf beim Kochen runtergefallen… schön doof, was? :D Muss mal nach so einer Stange suchen – Danke wiederum für diese Inspiration ;D

    Liebe Grüße
    Lisa

  • Die Stange ist der Stiel von unserem Schrubber. Allerdings ist der noch ziemlich neu. Wenn er älter wird muss ich mich wohl nach etwas anderem umsehen ;-)

  • Ursula

    Wie cool! Deine Nudeln sehen wirklich sehr gelungen und verdammt lecker aus. Ich bin zwar nicht so ne tolle Köchin – aber ich werd das auch mal probieren. Danke für den Tipp!

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