Genmais in der Nachbarschaft?

Wie ich früher schon einmal schrieb ist es in den USA offenbar kaum noch möglich Mais-Saatgut herzustellen, das nicht durch artfremdes genetisches Material verunreinigt ist. Pollen von Genmais fliegen dort praktisch überall herum. Jetzt ist mal wieder eine große Partie von solchem verunreinigtem Saatgut hier in Deutschland in den Handel gelangt. Eigentlich wäre es für die zuständigen Behörden wohl mehr als simpel gewesen, die Aussaat zu verhindern – trotzdem ließ man die Bauern im Ungewissen und das Saatgut wurde ausgesät. Das Gefühl, dass dahinter mehr als nur reine Unfähigkeit steckt, lässt sich langsam nur noch schwer unterdrücken.

Wie NDR1 berichtet, hatte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium bereits Mitte Februar Informationen über den Fund von solchem gentechnisch verändertem Saatgut. Zu diesem Zeitpunkt waren schätzungsweise Null Hektar von diesem Saatgut tatsächlich ausgesät. Am 27. April – mehr als zwei Monate später – wurde die Nachricht an das zuständige Umweltministerium weiter gegeben. Zu diesem Zeitpunkt war wohl der größte Teil dieses Saatguts ausgesät oder zumindest an die Bauern ausgeliefert. Und was sagt der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums Gert Hahne dazu? Er weist alle Vorwürfe zurück und sagt:

Nicht wir sind für die Saatgut-Kontrollen zuständig, sondern die Hersteller.

OK, wenn Behördensprecher sprechen, dann wollen sie damit meist irgend etwas aussagen. Aber wie soll man so eine Aussagge interpretieren? Ich hoffe er meinte nicht: “Wir sind zwar das Landwirtschaftsministerium, aber was gehen uns die Bauern an, die jetzt ihren Mais umpflügen müssen. Die sollen sich gefälligst an den Hersteller des Saatguts wenden”.

Die Aussage des Greenpeace Lawi-Experten Alexander Hissting: “Entweder wurde hier bewusst geschlampt oder aus politischer Überzeugung bewusst in Kauf genommen, dass mit der Aussaat von Genmais Fakten geschaffen werden” bezeichnete der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums dann folgerichtig als “absurde Verschwörungstheorien”.

Was mich echt ärgert ist die Tatsache, dass meine Landesregierung die einzige ist, die die Aussaat des Genmais nicht rechtzeitig verhindert hat. Ich hoffe, sie warten mit der Veröffentlichung der betroffenen Flächen nicht wieder, bis sie in einigen Jahren von einem Gericht dazu gezwungen werden. Dann kann ich nämlich nicht mehr überprüfen, ob der Genmais in unserer Gegend wirklich sorgfältig umgepflügt wurde. Im Gegensatz zu den Pollen des dunklen Mais, der unseren Bantam im vergangenen Jahr zum Teil dunkel gefärbt hatte, werde ich die Genmaiskörner leider nicht an der Farbe erkennen können. Sowohl unser Bantam als auch die verbreiteten Genmais-Sorten sind gelb.

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