Gravitropismus / Geotropismus

Ich hatte schon kurz angedeutet, dass sich fast unser ganzer Topinambur und etliche der Sonnenblumen während unseres Urlaubs auf die Seite gelegt haben. Offenbar gab es hier zwischenzeitlich ein paar heftige Böen. Der Topinambur liegt zwar immer noch Kreuz und Quer über den Kartoffeln, er gibt aber noch lange nicht auf. Inzwischen haben alle Pflanzen ihre Köpfe gehoben und wachsen nun wieder fröhlich in Richtung Himmel.

Schon klar, Gravitropismus! Das Grüne wächst nach oben und die Wurzeln wachsen nach unten. Aber woher weiß unser Topinambur eigentlich wo oben ist und woher wissen seine Wurzeln wo unten ist?

Gravitropismus

Gravitropismus bei Topinambur

Ebenso wie die meisten Tiere haben auch Pflanzen einen Sensor für die Richtung der Schwerkraft. Der Schwerkraftreiz wird bei Pflanzen über kleine Stärkekörner in den Zellen der Sprossachse und in Zellen Wurzelhaube übermittelt. Diese Stärkekörner (Statolithenstärke) sind schwerer als der der normale Zellinhalt. Sie sinken also mit der Zeit herab auf den “Boden” der Zelle.

Ich habe etliche komplizierte Seiten meines Strasburger durchforstet, um heraus zu bekommen, wie die Pflanze aus dem Stapel Statolithenstärke am Boden der Zellen ihrer Sprossachse erkennt, welche Stängel-Seite schneller wachsen muss, um den Kopf hoch zu bekommen. Leider bin ich dadurch nicht wirklich schlau geworden. Die genaue Funktionsweise des Gravitropismus-Effekts scheint bisher noch nicht geklärt zu sein.

Wie dem auch sei, die Pflanze kann erkennen, wo Oben und Unten ist. Aufgrund dieser Information erkennt sie auch, ob und in welche Richtung sie schief steht. Sie gleicht diese Schieflage dann aus, indem sie die Zellen der unten liegenden Seite der Sprossachse streckt.

Bei der Wurzel würde es nur wenig Sinn ergeben, wenn sie im Boden plötzlich auf halber Länge beginnt einseitig zu wachsen. Deshalb haben Wurzeln nur ganz am Ende in der Wurzelhaube Zellen, die Gravitation wahrnehmen können.

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