So geht’s nicht!

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht im Einzelnen, worum es bei der breiten und sehr massiven Ablehnung gegen den Umbau des Stuttgarter Bahnhofs überhaupt geht, aber so etwas wie gestern Abend geht ja nun gar nicht. Die Bilder und Videos, mit denen mich mein Newsreader heute Morgen überraschte sind sowas von schockierend, dass ich umgehend vom neutralen Beobachter zu einem Gegner des Projekts Stuttgart 21 wurde.

Und dem baden-württembergischen Innenministerium fällt nichts besseres ein, als erst mal prophylaktisch zu behaupten, die zusammen geknüppelten Kinder hätten mit Pflastersteinen geworfen (was sich später als unwahr herausstellte).

Hunderte Verletzte – ich denke auch überzeugte Befürworter des Projekts Stuttgart 21 werden mir zustimmen, dass das nicht die Mittel sind, mit denen in diesem Land politische Auseinandersetzungen geführt werden können!

Weblinks:

8 Kommentare zu So geht’s nicht!

  • Das war definitiv kein Polizei-Einsatz mehr, sondern organisierte Gewalt.

    Wer diesen Augenzeugenbericht liest, muss entsetzt sein:
    http://todamax.kicks-ass.net/blog/2010/krieg-in-stuttgart/

  • Ganz schlimm fand ich die Erklärung des baden-württembergischen Innenministers Rech gestern abend im ZDF. Er beschuldigt die Demonstranten, ihre Kinder in die erste Reihe geschoben zu haben. Mal angenommen, das würde stimmen (was ich nie und nimmer glaube), dann ist das für Heribert Rech offenbar Rechtfertigung genug, diese Kinder mit Schlagstöcken und Pfefferspray zu bearbeiten.

  • Ich war schockiert von diesen Bildern!
    Andererseits: Hab selber vor einigen Jahren eine Besetzung hier mitorganisiert und -getragen, die über zwei Monate gedauert hat. Da gab es einen schrecklichen Moment, in dem wir alle fürchterliche Angst hatten. Uns wurde von beamteten Projektbefürwortern ganz unverblümt mit massiver körperlicher Gewalt gedroht, sodass schließlich wir selber zu unserem Schutz die Polizei kommen ließen. Wenn ich daran zurückdenke und dann solche Bilder aus Stuttgart sehe, muss ich im Nachhinein noch einmal heftig durchatmen. “Macht” verführt nicht nur zum Gebrauch, sondern auch zum Missbrauch. Aber das ist ja nichts Neues.
    Jedenfalls bin ich gespannt, wie es in Stuttgart weiter geht.
    Für ein solch sündteures Prestigeprojekt (wer profitiert davon?) wird hier weitaus mehr als (zu viel) Geld geopfert.
    Liebe Grüße, Margit

  • Da mich der Bahnhofsumbau nicht persönlich betrifft, kann ich die Geschehnisse nur von der Ferne aus betrachten. Es scheint mir auf beiden Seiten etwas “ungeschickt”, wenn man das hier als kleine Untertreibung einflechten darf, vorgegangen zu sein. Anscheinend hat den Schülern niemand erklärt, dass das Besteigen von Polizeifahrzeugen unweigerlich zu physischen Gegenmaßnahmen führen wird. Auf der anderen Seite stehen die Projektverantwortlichen, welche anscheinend nicht im geringsten das Bedürfnis verspüren darüber nachzudenken was sie da machen. Und die Polizei muss mal wieder den Buhmann spielen, um legal (aber vielleicht nicht legitime) Beschlüsse durchzusetzen.

    • Wie oben schon gesagt, bin ich auch nicht persönlich von dem Projekt betroffen (außer vielleicht, weil ich es als Gelegenheitsbahnfahrer und Steuerzahler bezahlen soll).

      Der Artikel bezog sich mehr auf die Tatsache, dass die Einsatzkräfte offenbar nicht gewillt waren, drei (keineswegs militant aussehende) Jugendliche vom Dach eines Einsatzwagens zu holen, ohne einen richtig großen Buhei daraus zu machen. Mir drängt sich zumindest der Verdacht auf, dass die Verantwortlichen gar nicht mal so unglücklich waren, die Demonstranten anschließend in die Ecke “wohlstandsverwöhnte Steinewerfer und Chaoten” rücken zu können.

  • bildarbeiter

    Heiner, noch eine Ergänzung zu Rechs Aussage, die Kinder seien “in die erste Reihe geschoben” worden.
    Es handelte sich um eine Schülerdemo (gegen S21, für mehr Bildung), die seit drei Wochen (!) beim Ordnungsamt angemeldet und mit genau dieser Route für diesen Tag durch den Schlossgarten genehmigt war.
    Soviel zur Wahrheitsliebe unseres werten Ministers…

  • Ehler

    Der gewaltige Widerstand gegenüber S 21 steht für mich symbolisch für die Art wie heute Politik gemacht wird. Schröder hat mit Rücktritt gedroht,wenn die Schafherde nicht folgen wollte. Heute läßt sich die Regierung von der Wirtschaft mit Geld zuscheißen. Im Elfenbeinturm zu Stuttgard/Berlin hat man die Bodenhaftung verloren. Die Lockführer haben ihre Fahrgäste vergessen. Dabei ist das doch deren Auftrag.

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