Die Brötchen werden teurer

Die Unruhen, von denen gerade die halbe arabische Welt geschüttelt wird, sollen unter anderem durch einen gestiegenen Brotpreis ausgelöst worden sein. Ich kann das leider nicht genauer beurteilen, aber der Brotpreis scheint mir dort nicht der einzige Grund zu sein.

Weizenpreis

Weizenpreis der vergangenen 12 Monate (Quelle: finanzen.net)

Nun berichtete mir Mailin gestern, dass die Brot- und Brötchenpreise hier bei uns auch gerade steigen. Das kann ich ganz gut beurteilen. Der Preis für Weizen ist in den vergangenen Wochen nämlich massiv gestiegen. Genauer gesagt hat sich der Preis für Weizen in den letzten zwölf Monaten mehr als verdoppelt (siehe Grafik rechts).

Kein Wunder also, dass auch die Preise für Brötchen ordentlich steigen. Oder?

Die Zahlen auf der Y-Achse der Grafik bedeuten Euro und sie beziehen sich auf den Preis pro Tonne Weizen. Eine Tonne entspricht Eintausend Kilogramm. Der Preis für ein Kilogramm Weizen ist also im vergangenen Jahr von ca. 12,5 Cent auf heute 27,55 Cent gestiegen.

Für unsere 8 Sonntagsbrötchen mahle ich 500 Gramm Weizen. Der heftige Anstieg des Weizenpreises führt bei uns also zu einem Anstieg des Brötchenpreises von weniger als einem Cent pro Stück.

Wie ist das eigentlich wenn der Weizenpreis mal sinkt? Sinken die Brötchenpreise im Laden dann auch?

Weizenpreis (5 Jahre)

Weizenpreis der vergangenen fünf Jahre (Quelle: finanzen.net)

Bei Weizen gibt es zum Glück historische Zahlen für die Entwicklung des Preises (siehe Grafik rechts). Vor fünf Jahren lag der Preis etwa auf dem Niveau, auf dem er heute ist.

Leider kann ich mich aber nicht genau erinnern, wie sich der Preis für Brötchen in den letzten fünf Jahren entwickelt hat…

Weblinks:

8 Kommentare zu Die Brötchen werden teurer

  • Getreidepreise können Revolutionen auslösen, das war schon um 1789 in Paris so und wir auch in Zukunft als Grund angegeben werden…

    • Jo, Auslöser kann natürlich wirklich der Brotpreis sein. Wenn das allerdings der einzige Grund für die Aufstände wäre, dann müssten die Regierenden einfach nur den Brotpreis senken um die Revolution zu beenden. Ich glaube nicht, dass das in Nordafrika noch etwas ändern würde.

  • Ich denke auch, daß der Brotpreis dann eher der Tropfen ist, der das Faß zum Überlaufen bringt.

  • Ich sehe Heiner, ich bin nicht der Einzige mit Spass an Statistiken.

    Hier eine Statistik der Preisentwicklung bei Brot und Getreideerzeugnissen

    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Grafiken/Publikationen/STATmagazin/Preise/TeuerungBrot,templateId=renderLarge.psml

    und hier vielleicht etwas einfacher

    http://www.was-war-wann.de/historische_werte/brotpreise.html

    die ich gefunden habe.

    Gruss

  • Um den Preisanstieg beim Brot beurteilen zu können, müsste man die Kalkulation der Bäcker kennen.
    Ich vermute, dass das Getreide nicht der grösste Kostenfaktor ist.
    Arbeit, Energie und Zwischenmarge sind eindeutig die grösseren Kostenfaktoren.
    Wenn das Erdöl teuerer wird, dann steigen die Kosten für den Transport. Die steigenden Kosten für Strom und Gas werden sich auch in Teuerung niederschlagen.
    Meiner Meinung nach, machen die Bäcker eine Vollkostenrechnung für das gesamte Sortiment. Es wird Cashcows geben und es wird Produkte geben die ihrer Kosten nicht decken aber notwendig sind, damit die Kunden in den Laden kommen.
    Die Urpodukte sind eindeutig zu billig. Die Gärtner und Landwirt sind unterbezahlt. Die Preise für die Lebensmittel werden absichtlich niedrig gehalten, damit die Wegwerfgesellschaft konsumieren und wegwerfen kann.
    Gemessen an seiner Bedeutung ist das Brot zu billig.

    • Ja genau! Was mich daran so ärgert ist, dass die ganze Produktionskette hinter den Bauern Preiserhöhungen jedes mal mit steigenden Getreidepreisen begründet. Das ist zum einen nicht besonders freundlich gegenüber den Bauern und zum anderen ist es glatt gelogen!

  • Hannes

    Die Preise werden auch in Zukunft weiter ansteigen und da werden ganz sicher auch noch andere Produkte darunter leiden. Die Brötchen, sind nur der Anfang.

  • Langfristig stimmt das möglicherweise. Im Moment hinkt der Brötchenpreis aber deutlich hinter dem Preisindex her, weil Discounter und Tankstellen da plötzlich eine Marktlücke entdeckt haben.

    Der Weizenpreis liegt übrigens aktuell (16.9.2013) auch wieder unter 200 Euro. (Das zu den aufgeregten Berichten, dass die Lebensmittelpreise so furchtbar gestiegen sind)

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