Hacken

Eigentlich wollte ich ja einen Artikel über die Hacke – also das Werkzeug – schreiben, dabei habe ich aber festgestellt, dass ich erst einmal meine Gedanken zum Hacken – also der Tätigkeit – ordnen sollte:

Einmal abgesehen von der Bedeutung “unberechtigtes Eindringen in fremde Computersysteme” bezeichnet man mit dem Begriff “hacken” das Zerteilen durch schlagen mit einem scharfen Gegenstand (Beispiel: Holz hacken, Kräuter hacken). Wenn wir unseren Gartenboden hacken, dann verfolgen wir damit aber noch ein paar weitere Ziele, nämlich

  • die Lockerung und Belüftung des Bodens
  • die Bekämpfung von Unkräutern
  • die Bekämpfung von Schädlingen
  • das Konservieren des Bodenwassers

Hacken zur Lockerung und Belüftung des Bodens

Pendelhacke

Pendelhacke

Pflanzenwurzeln atmen. Wenn der Gartenboden in dem die Wurzeln leben verschlämmt und verkrustet ist, dann behindert das den Gasaustausch mit der Oberfläche. Nach kurzer Zeit fehlt den Wurzeln der Sauerstoff zum atmen und sie können ihre Aufgabe nicht mehr richtig wahrnehmen.

Ebenso geht es einem großen Teil des Bodenlebens. Regenwürmer und viele der nützlichen Bakterien und Pilze können ohne Sauerstoff schlecht oder sogar gar nicht existieren. Mikroorganismen, die auch unter anaeroben Bedingungen existieren können reichern den Boden dazu häufig noch mit giftigen Stoffwechselprodukten an.

Durch den Einfluss der Witterung (u.a. durch die “Wucht” der Regentropfen) verliert die Bodenoberfläche zunehmend ihre feine Krümelstruktur. Sie beginnt zu verschlämmen und verkrusten. Deshalb muss die Oberfläche des Bodens von Zeit zu Zeit flach bearbeitet werden, um die Verkrustungen aufzubrechen und sie zu durchlüften. Diese Arbeit kann man am Besten durchführen, wenn der Boden nach einem Regenschauer wieder leicht abgetrocknet ist.

Hacken zur Unkrautbekämpfung

Schuffel

Schuffel

Hacken ist die effektivste Maßnahme um Unkraut im Garten in Schach zu halten. Das gilt ganz besonders, wenn man auf chemische Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide) verzichten möchte. Es gilt aber auch in Gärten, in denen Herbizide eingesetzt werden.

Durch das Hacken werden frisch aufgelaufene Samenunkräuter frühzeitig bekämpft und so daran gehindert neue Samen auszubilden. Häufig ist zu lesen, dass Hacken kein geeignetes Mittel zur Bekämpfung von mehrjährigen Wurzelunkräutern wie Girsch oder Quecke sei, weil man sie durch das Teilen ihrer unterirdischen Ausläufer sogar noch vermehrt. Ich halte das für ausgemachten Quatsch! Natürlich belässt man es nicht bei einmaligem Hacken. Durch regelmäßiges Hacken werden die Pflanzen so geschwächt, dass sie keine ernst zu nehmende Konkurrenz für die Kulturpflanzen darstellen.

Auch bei der Unkrautbekämpfung sollte nicht zu tief gehackt werden. Es sollen ja keine neuen Unkrautsamen in die obere Bodenschicht befördert werden. Außerdem sollen die Unkräuter möglichst durchtrennt werden. Wenn sie einfach nur ausgebuddelt werden besteht die Gefahr, dass sie sofort wieder anwachsen.

Im Frühjahr vor der Bestellung können die Unkrautsamen durch eine flache Bodenbearbeitung zur Keimung angeregt werden.

Hacken zur Schädlingsbekämpfung

Man sollte sich zwar nicht der Illusion hingeben, dass man Schnecken durch das Hacken direkt bekämpfen kann, aber nach unserer Einschätzung lassen sie sich durch regelmäßiges Hacken wenigstens etwas vergraulen. Angeblich soll regelmäßiges Hacken die Schnecken auch von der Eiablage abhalten.

Maulwürfe und Wühlmäuse mögen es ebenfalls nicht, wenn der Boden über ihnen regelmäßig bearbeitet wird.

Hacken zur Konservierung des Bodenwassers

Das Hacken nützt dem Wasserhaushalt des Bodens gleich in zweierlei Hinsicht. Auf verkrusteten Böden kann das Regenwasser nicht schnell genug eindringen und fließt deshalb oft ungenutzt oberflächlich ab. Gelockerter Boden nimmt das Regenwasser dagegen sehr viel besser auf und leitet es schnell in tiefere Schichten ab.

Ist die obere Bodenschicht verschlämmt und verkrustet, dann kann das Bodenwasser aus der Tiefe in den feinen Zwischenräumen (Kapillaren) zwischen den Bodenpartikeln gegen die Schwerkraft bis an die Oberfläche aufsteigen. Dort verdunstet es dann ungenutzt. An warmen windigen Tagen können so täglich 6 Liter Wasser pro Quadratmeter verloren gehen.

Durch das Hacken werden die Kapillaren in der oberen Bodenschicht zerstört, das Wasser steigt nicht mehr bis an die Oberfläche und kann dort nicht verdunsten. Eine alte Gärtner-Weisheit lautet deshalb auch “Einmal hacken spart dreimal gießen“.

Siehe auch:

Weblinks:

4 Kommentare zu Hacken

  • Zoch, Christel

    Guten Tag, mein Partner hackt im Garten.
    aber gleich danach gießt er auch wieder!
    Ist dass richtig?

    • Ich mache das auch oft so, weil es sich vom Arbeitsablauf eben nicht vermeiden lässt. Wenn unbedingt gegossen werden muss und wenn man gerade Zeit zum Hacken hat, dann ist diese Reihenfolge sicher besser als umgekehrt.

      Natürlich wachsen dann einige Unkräuter gleich wieder an und es kann auch sein, dass der Boden gleich wieder etwas zuschlämmt. Andersherum wachsen die Unkräuter auch wieder an, aber es matscht beim Hacken (ganz schlecht!) und man bekommt auch noch nasse Füße ;-)

      Wenn man es einrichten kann, wäre es wohl am Besten gießen und hacken zu trennen. Also z.B. erst ordentlich Gießen, dann ein/zwei Tage warten und erst dann hacken.

  • Igor

    Hallo!
    Wir hacken unser Blumenbeet ein Mal die Woche (meistens freitags). Ist es zu oft? Schadet es unseren Gartenboden?

    • Macht ihr das, damit es besser aussieht? Unkraut kann da doch eigentlich kaum wieder aufgelaufen sein.

      Wenn ihr schön flach hackt, dann ist das wohl nicht schädlich. Ich könnte mir vorstellen, dass die Krümelstruktur der oberen zwei Zentimeter nicht gerade besser wird, aber der Boden darunter profitiert sicherlich, weil die Verdunstung herab gesetzt wird.

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