Schlämmprobe

Die Gärtnerin zeigte in ihrem Blog vorgestern eine interessante Anleitung für die sogenannte Schlämmprobe und liefert auch gleich Ergebnisse solch einer Probe für ihre Gärten. Klasse Idee, ich habe nicht lange gezögert und gleich selbst so eine Schlämmprobe unseres Gartenbodens angesetzt.

SchlämmprobeLeider finde ich das Ergebnis mehr als verwirrend. Obwohl ich die Probe (im Gegensatz zu James Bond) wirklich ordentlich geschüttelt und gerührt habe, sind offenbar eine Menge zusammenhängende Krümel übrig geblieben. Im Prinzip spricht das für eine stabile Krümelstruktur unseres Bodens, was auf Sandböden eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale ist. Für eine Schlämmprobe ist das aber trotzdem etwas unbefriedigend. Ich habe auf dem Bild mal markiert, wo ich die Grenzen zwischen den einzelnen Schichten sehe. Meine vorläufige Interpretation: Über der oberen Markierung befindet sich flüssiges Wasser. Unter der unteren Markierung befinden sich zusammenhängende Krümel und grober Sand. Die etwas helle Schicht darüber ist feiner Quarzsand. Worum es sich bei den sehr schmalen Schichten handelt kann ich leider nicht sagen. Da dunkle Schichten tendentiell auf Humus hinweisen, enthält die größere dunkle Schicht in der Mitte zwischen den sehr dünnen Schichten sicherlich relativ viel Humus.

Egal, so geht das natürlich nicht. Also habe ich eine weitere Probe mit weniger Material angesetzt und diese in einer Flasche geschüttelt, bis mir schwindelig wurde. Während ich darauf warte, dass sich die neue Schlämmprobe absetzt, ein paar Worte zu unserem Gartenboden:

Unser Garten liegt in der Norddeutschen Tiefebene auf einem Geestrücken auf der Grenze zwischen Lüneburger Heide und Teufelsmoor. Zu Zeiten der Reichsbodenschätzung wurde der untere Teil unseres Gartens noch als Ackerland genutzt. Deshalb wurden dort damals Bodenschätzungen vorgenommen, die einen Wert von 40/44 Bodenpunkten ergeben haben. Für unsere sandige Gegend ist das ein außerordentlich guter Wert. Im Umkreis von nur 100 Metern gibt es Standorte, die einen Wert von nur 28 Bodenpunkten erreicht haben. In Nachbarorten gehen die Werte sogar herunter bis auf 18 Bodenpunkte und es gibt ausgedehnte Flugsand- und Binnendünengebiete, die überhaupt nicht landwirtschaftlich genutzt werden können.

SchlämmprobeGut, zurück zur zweiten Probe: Aufgrund der Tatsache, dass sich wesentlich weniger Material in der Probe befand, sind die sehr schmalen Schichten kaum bis gar nicht zu erkennen. Auf dem Bild sind deutlich mehrere Schichten aus grobem Sand (unten) und eine große Schicht aus feinerem dunklerem Material erkennbar. Eine darüber befindliche dünne Schicht aus isolierten Ton-Teilchen ist zwar mit bloßem Auge sehr gut zu sehen, auf dem Foto ist sie leider nur zu erahnen.

Wie schon bei der Beschreibung unseres Gartenbodens angesprochen, besteht er zu einem überwiegenden Teil aus Sand und zu einem geringen Teil aus Schluff und Ton. Aufgrund der jahrelangen Düngung mit Pferdemist (mit einem sehr hohen Strohanteil) dürfte der Boden relativ viel Humus (dunkel) enthalten. Die Probe enthielt übrigens kaum schwimmende organische Anteile, weil sie aus einem Anstich von ca. 15 Zentimetern gewonnen wurde, wobei ich die oberen zwei/drei Zentimeter verworfen hatte.

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