Kompost aus der Kompostieranlage

Drüben bei Neulich im Garten machen sie gerade einen interessanten Versuch mit verschiedenen Gartenerden. Es soll herausgefunden werden, ob die eigene Erde gegen verschiedene kommerziell verfügbare Blumenerden bestehen kann.

Produzenten von Ausgangsmaterial für hochwertigen Kompost

Hier bei uns ist der Zukauf von Blumenerde oder Kompost kein Thema, weil wir unsere Bleibe ja mit zwei außerordentlich produktiven Lieferanten von organischem Material teilen. Der Kompost, den wir aus dem Kot der Pferde, Heuresten und viel Stroh bereiten, ist für den Gartenbau geradezu ideal geeignet. Ein kleiner Wermutstropfen sind lediglich die im Kompost enthaltenen nicht vollständig abgetöteten Unkrautsamen – ein Problem, dass man auf kleinen Komposthaufen kaum in den Griff bekommt.

Kompost aus dem Kompostierwerk

Mein Vater – ein engagierter Hobby-Ziergärtner – schwört dagegen auf den Kompost aus unserer zentralen Kompostieranlage. Wir holen jährlich einen großen Anhänger voll (ca. 4 Kubikmeter) davon. Der Kompost ist hervorragend kompostiert und absolut unkrautfrei. Auch der Preis ist kaum schlagbar, der Kubikmeter kostet 5 Euro.

In diesem Frühjahr habe ich in unsere Anzuchterde für Tomaten, Chilis usw. unter anderem auch diesen Kompost eingearbeitet. Kürbisse, Zucchinis, Mais, Bohnen usw. habe ich sogar direkt in diesem Kompost vorgezogen. Das Ergebnis war jeweils rundum zufriedenstellend.

Nährstoffgehalte, Schadstoffe

Tja, es wäre allerdings schon interessant zu wissen, welche Gehalte an Nährstoffen und besonders auch Schadstoffen sich in diesem Kompost aus unserer öffentlichen Kompostierungsanlage befinden. Leider ist es nicht ganz so einfach das heraus zu bekommen.  Im Internet werden die Untersuchungsergebnisse nicht veröffentlicht. Ein Anruf beim Kompostierwerk ergab, dass dafür der Landkeis Verden zuständig sei. Dort wurde mir mitgeteilt, dass diese Ergebnisse nur beim Betreiber der Anlage zu erhalten sind. Der Betreiber meinte wiederum, dass sie nur beim Landkreis Verden…

Fairerweise muss ich anmerken, dass alle drei Herren sehr nett und hilfsbereit waren. Trotzdem kommt es mir etwas seltsam vor, dass sie offenbar nie mit solchen Anfragen konfrontiert wurden. Wenn ich in meinem Garten Lebensmittel anbaue, dann will ich doch wissen, was ich da auf meinen Boden kippe und wohlmöglich später mit meinen Kartoffeln zu mir nehme. Ich werde dem noch mal etwas näher nachgehen, wenn ich mehr Zeit habe. Sollte jemand aus der Verwaltung des Landkreises Verden mitlesen, dann lautet meine Anregung: Veröffentlicht die Untersuchungsergebnisse doch einfach im Internet. Das schafft Vertrauen und Gartenblogs machen auch noch kostenlose Werbung für euer Produkt.

So muss ich spekulieren: Kompost aus Siedlungsabfällen ist meist sehr nährstoffreich. Der pH-Wert ist ebenfalls relativ hoch und liegt etwa bei pH 7,5. Leider ist der Kompost aber nicht frei von Schadstoffen. Abhängig vom Ausgangsmaterial können Verbrennungsrückstände, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien und deren jeweilige Abbauprodukte enthalten sein. Auch Schwermetalle (u.a. Kupfer) können ein Problem darstellen. Auf der anderen Seite stellt Kompost aus Siedlungsabfällen aber eine sehr ressourcen-schonende Alternative zum Torfabbau dar.

Siehe auch:

Weblinks:

2 Kommentare zu Kompost aus der Kompostieranlage

  • Deine Infos über Kompost sind für mich sehr interessant, da ich dazu noch relativ wenig “Know How” habe. Ich wollte erst für meinen kleinen “Balkon-Garten” auch etwas Kompost von der örtlichen Kompostieranlage holen. Davon wurde mir dann von einer Kollegin abgeraten. Sie meinte, dass Kompost – auch gemischt mit normaler Erde – für die jungen Pflänzchen viel zu intensiv wäre. Nun lese ich, dass Ihr die Pflanzen im Kompost vorzieht bzw. gleich direkt in den Kompost setzt. Liegt’s vielleicht daran, dass ich alles in Töpfen ziehe? Freue mich auf einen guten Tipp von Euch – Danke! :-)

  • Im Prinzip hat deine Kollegin sicher recht. Gerade in Kübeln neigt man ja dazu die Pflanzen zu überdüngen. Insbesondere wenn man die Produkte anschließend essen möchte ist das natürlich nicht sinnvoll. Deshalb ganz auf Kompost zu verzichten halte ich aber für falsch. Immerhin benötigen die Pflanzen und das Bodenleben ja etwas zum kauen, wenn man später ordentlich Früchte ernten will.

    Da das Ergebnis unserer Anzuchtversuche in dem Kompostieranlagen-Kompost etwas durchwachsen war, habe ich dazu gleich mal etwas ausführlicher im Blog geantwortet. Obwohl dieser Kompost für den Gärtner einfach klasse ist (hält sehr viel Wasser, überschüssiges Wasser fließt schnell nach unten ab, verschlämmt nicht usw.) werden wir das wohl im nächsten Jahr so nicht wiederholen.

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