Nährstoffgehalt von Anzuchterde

Grundsätzlich soll Anzuchterde nährstoffarm sein, damit die jungen Pflanzen nicht vergeilen und sich Mühe geben müssen ein kräftiges Wurzelwerk zu bilden. In einem Kommentar zu unserem Kompostieranlagen-Kompost Artikel fragt Gerry zurecht, wieso wir unsere Pflanzen zum Teil in reiner Komposterde vorgezogen haben.

Durch zu nährstoffreiche Anzuchterde vergeilte Basilikum-Pflanze

Wie gesagt, wir haben nur einige Pflanzen versuchsweise in reiner Komposterde vorgezogen. Tomaten, Chilis usw. haben wir natürlich nach dem bewährten Prinzip in unserer selbst gemachten Anzuchterde vorgezogen.  Das Ergebnis beim Vorziehen in Komposterde war dann auch etwas durchwachsen. Auf dem Bild ist zum Beispiel eine übrig gebliebene Basilikum-Pflanze zu sehen, die stark vergeilt ist.

Mit anderen Kulturen hatten wir dagegen mehr Glück. Insbesondere der vorgezogene Mais hat sich in der Komposterde sehr gut entwickelt. Die im Gegensatz zur Sorte Rainbow Inka etwas schlechtere Auflaufrate bei der Sorte Bantam führe ich eher nicht auf den Kompost zurück.

Mit dem Ergebnis bei Kürbissen, Gurken, Tagetes, usw. waren wir ebenfalls zufrieden. Auch die Stangenbohnen haben sich in der Komposterde gut entwickelt, es gab aber erstaunlich viele Ausfälle durch nicht aufgelaufene Samen.

Als echter Reinfall entpuppt sich das Pikieren der Goji-Sämlinge in die Komposterde. Die Pflanzen sind inzwischen fast einen halben Meter hoch, sehen aber noch wesentlich spiddeliger aus als das Basilikum. Die Gojis, die wir früh nach draußen gepflanzt haben sind nicht so vergeilt, richtig gut sehen sie aber auch nicht aus. Davon werde ich demnächst noch mal etwas genauer berichten.

Als Fazit muss man wohl sagen, dass die Anzucht von Pflanzen in reiner Komposterde nicht unbedingt zu empfehlen ist. Die Vorteile die damit verbunden sind (sehr durchlässiges lockeres Substrat, großes Wasserhaltevermögen, Unkrautfreiheit)  wiegen nicht die Risiken auf. Wer es trotzdem versuchen möchte, sollte die Töpfe vielleicht vor dem Gebrauch ordentlich wässern, damit die überschüssigen wasserlöslichen Nährstoffe (insbesondere Stickstoff) etwas heraus gewaschen werden.

Dass unsere Versuche gerade bei Mais recht gut funktioniert haben liegt wohl an der großen Verträglichkeit des Mais für hohe Nährstoffkonzentrationen im Boden. Hier in der Gegend wird scherzhaft behauptet, dass man Mais im Zweifel sogar in reiner Gülle anbauen kann.

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