Nitrat im Grundwasser

Wasser!

Wasser!

Vor einiger Zeit berichtete mir ein aufgeregter Nachbar, dass unser Trinkwasser stark mit Nitrat belastet ist. Ein kurzer Blick auf die Webseite unseres Wasserwerks ergab dann aber, dass das Wasser des für uns zuständigen Brunnens (Wittkoppenberg) weniger als 1 Milligramm Nitrat pro Liter enthält – das ist vergleichsweise ausgesprochen wenig.

Allerdings konnten wir schnell ergründen, wie es zu der Fehlinformation kam. Bei einer Untersuchung des Wassers verschiedener flacherer privater Brunnen wurden in unserer Region zum Teil extrem hohe Nitratgehalte von 100 bis über 300 Milligramm pro Liter gefunden. Genau so einen alten Brunnen haben wir auch. Wir gewinnen daraus natürlich kein Trinkwasser, aber wir bewässern mit dem Wasser aus diesem Brunnen unseren Garten. Kann es dadurch eigentlich zu einer Nitratbelastung in unserem Gemüse und Salat kommen?

Auslitern des Regners

Auslitern des Regners

Sicherheitshalber habe ich eben mal kurz ausgelitert, wieviel Wasser wir eigentlich so in den Garten spritzen. Um mit unserem Regner diesen 10-Liter-Eimer bis zur Markierung zu befüllen muss man exaktgenau 70 Sekunden warten. Die Pumpe befördert also pro Stunde gut 500 Liter Wasser in unseren Garten.

Nehmen wir einen für unsere Gegend offenbar typischen Nitratgehalt des Wassers von 150 Milligramm pro Liter an, dann befinden sich in den 500 Liter Wasser ca. 75 Gramm Nitrat.

Unser Kreisregner deckt einen Radius von neun Meter ab. Die 75 Gramm Nitrat werden also auf ca. 250 Quadratmeter verteilt. Teilt man die 75 Gramm Nitrat durch 250 Quadratmeter bekommt man einen Wert von ca. 0,3 Gramm Nitrat/Quadratmeter.

Gut, wenn wir pro Jahr überall etwa 20 Mal eine Stunde lang beregnen, dann düngen wir den Garten ganz nebenbei mit etwa 6 Gramm Nitrat pro Quadratmeter. Ist das viel?

Zumindest ist das nicht wenig!

Gewöhnlich wird der Nährstoffentzug der Kulturpflanzen in Kilogramm Rein-Stickstoff pro Hektar angegeben. 6 Gramm Nitrat pro Quadratmeter entspricht 60 Kilogramm Nitrat pro Hektar (60 kg/ha). Nitrat hat eine Molmasse von ca 62 Gramm/Mol, die von einem Stickstoffatom ist 14 Gramm/Mol. 60 kg/ha Nitrat entspriechen also etwa 14 kg/ha Rein-Stickstoff.

Wenn man diesen Wert mit Werten in der Entzugs-Tabelle (PDF) des Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft vergleicht, dann decken wir über das Gießwasser schon einen ziemlich großen Teil des Stickstoffbedarfs der Pflanzen in unserem Garten. Bei den Versuchen, die in die oben genannte Tabelle eingeflossen sind, wurde zum Beispiel ein Stickstoffentzug zwischen 14 kg/ha (Buschbohne) und 126 kg/ha (Wurzelspinat) gefunden.

Hmm, wollen wir hoffen, dass es nicht zu lange heiß und trocken bleibt. Nach dem zwanzigsten Mal müssen wir ja aufhören unsere Buschbohnen zu gießen.

Siehe auch:

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