Magnesiummangel an Tomaten

Vor knapp zwei Monaten hatte ich schon kurz über den möglichen Magnesiummangel an einer unserer Tomatenpflanzen berichtet (zugegeben, da ging es eigentlich eher um die Bild-Uplaod-Funktion der neuen WordPress-Version). Die Pflanze zeigte damals an den unteren Blättern merkwürdige Nekrosen, die wir zunächst nicht zuordnen konnten. Inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich wirklich um Magnesiummangel gehandelt hat. Ganz gegen meine Gewohnheit hatte ich den Tomaten noch am selben Tag eine kleine Ration eines Magnesium-Mineraldüngers gegeben. Der Erfolg dieser Aktion ist inzwischen ganz offensichtlich.

Schon damals reichte die Pflanze fast bis zur Decke des Gewächshauses. Alle Blätter, die zu diesem Zeitpunkt schon ausgebildet waren zeigen jetzt ähnliche Mangelsymptome wie damals nur die unteren Blätter. Die Pflanze sieht einfach gräuslich aus. Da wir aber wissen wollten, wie sich die Tomate nach der Düngergabe weiterentwickelt, ließen wir sie einfach wachsen ohne die Spitze zu kappen.

Inzwischen hat sie sich durch einen Spalt in Richtung Westen nach draußen vorgearbeitet und trägt munter große Mengen von Cherry-Tomaten. Keines der neu gebildeten Blätter zeigt vergleichbare Chlorosen oder Nekrosen, wie die älteren Blätter innerhalb des Gewächshauses.

Symptome bei Magnesiummangel

Magnesium ist das Zentralatom des Chlorophylls Chlorophylls (Blattgrün). Daher zeigen ältere Blätter bei Magnesiummangel zunächst gelbe Stellen. Die Blattadern bleiben jedoch dunkelgrün. Später bekommen die Blätter zunehmend braune abgestorbene Ränder und trocknen langsam aus.

Siehe auch:

6 Kommentare zu Magnesiummangel an Tomaten

  • Marc

    Was bedeutet Nekrosen?

  • Stimmt, sollte ich erklären. Also, Nekrosen sind abgestorbene Gewebeteile der Pflanze. Oft ist das eine Reaktion der Pflanze auf Krankheiten, um dem Erreger die Existenzgrundlage zu nehmen. Ähnliches geschieht (wie hier bei unserer Tomate) bei Nährstoffmangel. Die Pflanze lässt Teile absterben, um die Existenz des Restes zu gewährleisten.
    Natürlich absterbende Gewebeteile (z.B. Blätter im Herbst) nennt man übrigens auch Apoptose.

  • Ich habe mich mal umgesehen, ob es irgendwo ein gutes WordPress-Plugin für ein Glossar gibt. Scheint nicht der Fall zu sein. Deshalb habe ich einfach eine neue Kategorie “Glossar” angelegt. Der erste Eintrag lautet Nekrose ;-)

  • Interessant! Welchen Magnesiumdünger hast du denn dafür genommen? Meine Tomaten neigen auch ab und an zu Mangelerscheinungen und Dünger sind nicht so mein Spezialgebiet, da ich normalerweise nur Kompost, Hornspäne, Gesteinsmehl und Beinwell verwende.
    Neugierige Grüße, Margit

  • Oje, jetzt hat mir dieses blöde WordPress eine längere Antwort zu einem großen Teil gelöscht, weil ein ungewöhnlicher Link drin war…

    Also nochmal, ich habe nach längerer Beratung durch einen befreundeten Landhändler (danke Ulf und Glückwunsch zum Geburtstag!) einen Dünger namens Cuxin-Grünkalk genommen. Laut der sehr kleinen Beschreibung unter dem großen Bild von einem knallgrünen Rasen war angegeben, dass er 60% CaCO3 (Calziumkarbonat, kohlensaurer Kalk) und 30% MgCO3 (Magnesiumkarbonat) enthält.

    Normalerweise würde ich sowas aber eher nicht empfehlen. Da Magnesiummangel meist mit Kalziummangel und saurem Boden einhergeht, düngen wir regelmäßig je nach Bodenprobe alle paar Jahre mit einem normalen (natürlichen) magnesiumhaltigen Kalkdünger (z.B. Algenkalk, Dolomit, Gesteinsmehl usw.) In unserem Tomaten-Topf dürfte der Magnesiummangel wohl eher durch ein zu hohen Anteil oder schlecht verteilten Kompost und damit verbundenem niedrigen pH-Wert ausgelöst worden sein, als durch allgemeinen Mangel an Magnesium in der Erde.

  • Danke, Heiner, für die ausführliche Antwort!
    Liebe Grüße, Margit

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