Kompost ausbringen

Ich leide gerade etwas unter Muskelkater! Am Wochenende haben wir nämlich im ganzen Garten Kompost ausgebracht. Jetzt sieht es dort aus, als hätte ein überdimensionaler Maulwurf sein Unwesen getrieben. Das Verteilen der Haufen mussten wir leider mangels Kondition auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Kompost

Kompost ausgebracht

Kompost entfaltet im Garten viele positive Wirkungen. Die Bodenfruchtbarkeit wird nachhaltig verbessert. Der Humusgehalt des Bodens und die Vitalität des Bodenlebens steigt. Die Erträge steigen und es kommt seltener zu Ertragsausfällen durch Krankheiten oder Trockenheit. Und nicht zuletzt – Kompost stellt für das Bodenleben und die Pflanzen eine langsam aber stetig fließende Nährstoffquelle da.

Kompost sollte möglichst im Frühling oder im zeitigen Sommer ausgebracht werden. Wenn man den Kompost im Herbst ausbringt, dann können die wasserlöslichen Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden. Dazu kommt, dass die Niederschläge im Winter die Verdunstung bei Weitem übersteigen. Es findet also eine Verlagerung von Wasser und den darin gelösten Nährstoffen in tiefere Bodenschichten statt. Wenn der Boden gefroren ist, können die Nährstoffe sogar oberflächlich weggeschwemmt werden.

Gut, Kompost wird also im Frühjahr ausgebracht. Die wasserlöslichen Nährstoffe stehen dann direkt den frisch austreibenden oder neu gesäten Pflanzen zur Verfügung und werden nicht verschwendet, um den Gartenteich zu düngen.

Die Frage ist nun, wie viel Kompost ausgebracht werden soll. Laut einer Untersuchung der Staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan an 121 Kompostproben enthält Kompost etwa folgende Nährstoffgehalte:

Stickstoff (N)     0,4 bis 2,9 Prozent
Phosphat   (P2O5)  0,1 bis 1,7 Prozent
Kali       (K2O)   0,1 bis 2,3 Prozent
Magnesium  (MgO)   0,2 bis 2,5 Prozent
Calcium    (CaO)   0,5 bis 26  Prozent

Der Kalkgehalt im Kompost liegt tatsächlich immer erstaunlich hoch, wie jedoch der Wert von 26 Prozent zustande kam, ist mir ein Rätsel. Möglicherweise hat es da jemand mit dem Kalken seines Komposthaufens etwas übertrieben. Aufgrund der gefundenen mittleren Nährstoffgehalte empfiehlt die Forschungsanstalt eine Kompostgabe von ca. ein bis drei Liter pro Quadratmeter (entspricht ein bis drei Millimeter).

Unser Kompost enthält immer viel Gartenerde und dazu noch ganz außerordentlich viel Stroh. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich sein Nährstoffgehalt eher im unteren Bereich oder sogar noch darunter bewegt. Allerdings sollten wir vielleicht doch mal wieder eine Bodenuntersuchung machen lassen, denn insbesondere der Phosphatgehalt der eigenen Gartenerde wird von den Gärtnern oft völlig unterschätzt. Viele Gärten könnten sicher problemlos jahrelang ohne eine Phosphordüngung auskommen.

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7 Kommentare zu Kompost ausbringen

  • Die Herstellung, die Pflege und das Ausbringen von Kompost ist eine komplexe Angelegenheit.
    Die Angaben über den Nährstoffgehalt sind mit Vorsicht zu geniessen. Nähstoffe sind das eine und das andere ist, dass sie vom Bodenleben aufgeschlossen werden müssen.
    Dies hängt von der Temperatur, der Feuchtigkeit, dem Reifegrad und der Zusammensetzung des Komposts ab.
    Im Winter ist die Bodentemperatur am tiefsten und der Säuergehalt am höchsten.
    Im August ist die Bodentemperatur am höchsten und der Säuregehalt am tiefsten.
    Wenn der Kompost schnellst möglich vom Boden aufgenommen werden sollte, muss er im Sommer, während die Sonne sich im Tierkreiszeichen des Löwen befindet, ausgebracht und eingearbeitet werden (vor dem Setzen der Herbst und Wintesätze).
    Eine Flächenkompostierung im Winter hat den Vorteil, dass die Triebigkeit des Komposts durch den Kahlfrost ausgeforen wird.
    Kompost, der jetzt ausgebracht wird, schüttet wegen der tiefen Bodentemperatur seine Nähstoffe erst ende Mai – anfangs Juni aus.
    Wird der Kompost aber ausgebracht um das Bodenleben in Schwung zu bringen, dann ist eine Kompostierung im Vorfrühling nicht schlecht, respektive eine gute Sache.

  • Ich stimme voll zu. Bis auf einen Teil, der mir so bisher nicht bekannt war:

    > Im Winter ist die Bodentemperatur am tiefsten und der Säuergehalt am höchsten.
    > Im August ist die Bodentemperatur am höchsten und der Säuregehalt am tiefsten.

    Grundsätzlich ist der Kalkgehalt von Kompost ziemlich hoch (~ pH 7). So hoch, dass man nicht zu viel davon auf säureliebende Pflanzen (Rhododendron, Heidelbeeren usw.) geben sollte.

    Für uns hat die Ausbringung im Frühjahr den Vorteil, dass wir den Kompost noch etwas einarbeiten können. Ich muss das echt noch mal nachlesen, aber sollte die frühe Ausbringung von Kompost wirklich eine gewisse Versauerung des Bodens zur Folge haben, so ist das zumindest auf unserem sehr leichten Boden zu verschmerzen. Ich denke, wir sollten hier einen pH-Wert knapp unter sechs anstreben.

  • Da hast schon mehr geschafft als ich! Ich hoffe sehr, dass ich meinen Kompost noch diese Woche ausgebracht bekomme. Die letzten Wochenenden war es mir noch zu frostig.
    VG
    Elke

  • Ich bewundere dich, wie wissenschaftlich und fundiert du an so etwas wie Kompost herangehst. Ganz ehrlich: Ich mache das nach Gefühl. Ich weiß, allerorts werden einem Bodenproben und systematisches Vorgehen beim Düngen empfohlen. Aber das nimmt mir den Lustfaktor beim Gärtnern;-) So lang’s funktioniert, bleibe ich bei meiner “Methode”. Ich gehe mit Kompost sehr, sehr sparsam und gezielt um. Da ich sehr viel Mulche und der Gartenboden das ganze Jahr über mit einer Schicht Gras, Laub, Gemüseabfällen etc. bedeckt ist, denke ich, ist das eine nicht zu vernachlässigende Nährstoffquelle. Sodass ich mir das “Maulwurf-Spielen”;-) in so großzügigem Rahmen spare.
    Liebe Grüße & fröhliches Konditions-Tanken,
    Margit

    • Ach, das Meiste machen wir natürlich auch aus dem Bauch heraus. Das Bauchgefühl wird aber eindeutig besser, je mehr man mit der Zeit über die Zusammenhänge lernt.

  • Komposter

    Ich finde auch das aus dem Kompostieren ein riesen Trara gemacht wird. Bei mir hat es bisher immer mit gesunden Menschenverstand auch so funktioniert. Das ich keinen Kompost nur mit frischen Rasenschnitt und dicken Ästen aufsetze ist doch klar…Das mit den Bodenproben finde ich auch ein wenig überzogen, es kommt halt wirklich darauf an was man mit seinem Garten erreichen möchte. Mir reicht es halt wenn es schön aussieht, alles funktioniert und der Salat gut schmeckt ;) Guten Appetit und liebe Grüße!

  • Gartentante

    Ich lese sehr gern eure Seite. Sie entspricht meiner Herangehensweise. Ein bisschen mehr Ahnung hat noch nie geschadet. Und wenn man liest, wie sehr die Leute aus dem “Bauchgefühl” heraus wahllos Kunstdünger aufbringen nach dem Motto “Darf´s ein bisschen mehr sein” finde ich es schon wichtig, über Dinge Bescheid zu wissen.

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