Totholzhaufen

Ein Totholzhaufen im Garten ist eine super Sache. Man wird problemlos alte Möbel los, ohne damit jedes mal extra zur Müllhalde fahren zu müssen.

Nein im Ernst, ein Totholzhaufen ist leicht anzulegen und er bietet dann Nahrung, Schutz und Winterquartier für eine Vielzahl nützlicher Insekten, Vögel und Bodentiere. Und natürlich werden auf so einem Totholzhaufen keine Möbel oder anderes behandeltes Holz entsorgt!

Einen Totholzhaufen anlegen

Totholzhaufen

Unser Totholzhaufen

Das da auf dem Foto ist der Totholzhaufen in unserem Garten. Wir haben ihn vor ca. 15 Jahren dort angelegt, in dem wir einfach begonnen haben, Äste und gröberen Heckenschnitt usw. aufzuschichten. Naja, aufschichten ist vielleicht der falsche Ausdruck. Wir schmeißen das Holz, das im Laufe des Jahres anfällt einfach oben drauf. Auf der anderen Seite entnehmen wir von unten morsche Äste und Mulm, um damit den Unterbau für jeden neuen Komposthaufen anzulegen. Natürlich darf so ein Totholzhaufen nie umgeschichtet oder ganz abgetragen werden, weil dadurch die vielfältige Fauna gestört würde, die darin wohnt. Dazu weiter unten mehr.

Wenn man möchte, dann kann man auch größere Steine, die im Garten stören, neben oder sogar im Totholzhaufen deponieren. Sie speichern die Wärme des Tages und bieten Bodentieren einen Unterschlupf. Auch eine Schubkarre voll Sand ist sehr nützlich als Lebensraum für Sandbienen.

Das Holz auf dem Haufen wird nach kurzer Zeit von Pilzen, Flechten und Insekten besiedelt. Es wird zunehmend brüchiger und leichter. Mit der Zeit sammelt sich am Boden Mulm, den wir dann auf den benachbarten Komposthaufen gegeben.  Da es recht lange dauert, bis das Holz zu Mulm zerfallen ist, kann man auf so einem relativ kleinen Haufen leider nicht übermäßig viel Totholz unterbringen. Das Holz aus unserem Heckenschnitt werden wir deshalb in diesem Jahr wohl dem Osterfeuer zuführen müssen.

Unser Totholzhaufen liegt an einer sehr schattigen Stelle. Das hat den Vorteil, dass er nicht so schnell von Brombeeren, Holunder, Brennnesseln und Wurzelunkräutern überwuchert wird, die sich dann auf den ganzen Garten ausbreiten. Naja, eigentlich wäre es wohl gar nicht so schlimm, wenn der Haufen überwuchert würde. Die Tiere im Haufen hätten es dann etwas wärmer. Vielleicht sollten wir überlegen, einen zweiten Haufen an einer sonnigeren Stelle anzulegen. Dann könnten wir uns sicherlich den Bau eines Insektenhotels sparen.

Rotpustelpilz (Nectria cinnabarina)

Rotpustelpilz (Nectria cinnabarina)

Da sich auf dem Totholzhaufen logischerweise viele Pilze tummeln, von denen einige (z.B. Hallimasch, Rotpustelpilz) auch lebendes Holz befallen können, sollte man den Haufen übrigens nicht in unmittelbarer Nähe von Obstbäumen anlegen

Insekten im Totholzhaufen

Auf so einem Totholzhaufen siedeln sich schnell viele Insekten an. Sie ernähren sich vom Holz oder sie nutzen den Haufen als Unterschlupf oder zur Eiablage. Darunter befinden sich etliche wertvolle Nützlinge, die beim Pflanzenschutz oder bei der Befruchtung der Nutzpflanzen helfen.

  • Solitärbienen und Solitärwespen legen ihre Eier im Totholz ab
  • Spinnen, Laufkäfer, Ohrwürmer, Marienkäfer, Laufkäfer und Schlupfwespen leben dauerhaft im Totholz und vermehren sich dort.
  • Die bedrohten großen Käferarten (Hirschkäfer, Nashornkäfer) benötigen Holzhaufen, die über Jahre nicht umgeschichtet werden. Die Larve des Nashornkäfers lebt zum Beispiel bis zu vier Jahre im Totholz, bevor sie sich zum Käfer entwickeln.

Vögel im Totholzhaufen

Etwa die Hälfte unserer einheimischen Brutvögel nisten in Bäumen und Büschen. Viele davon (zum Beispiel Zaunkönig, Rotkehlchen, Grasmücke) nehmen einen Totholzhaufen gerne als Unterschlupf und Nistmöglichkeiten an.

Bodentiere im Totholzhaufen

Ein Totholzhaufen bietet ein ideales  Rückzugsgebiet für viele Bodentiere. Sowohl Amphibien und Reptilien (Erdkröten, Frösche, Molche, Eidechsen) als auch Kleinsäuger (Spitzmaus, Mauerwiesel und natürlich der Igel) halten sich gerne im und um den Totholzhaufen auf. Und sie nutzen den Haufen zum Teil auch als Winterquartier.

Siehe auch:

Weblinks:

5 Kommentare zu Totholzhaufen

  • Frickerpeter

    Ich habe quasi aufs Versehen einen Totholzhaufen angelegt. Ich war einfach zu faul um geschnittene oder abgefallene Äste für den Kompost zu verhäckseln, also hab ich sie einfach auf einen Haufen geschmissen, und da liegen sie heute noch. Erst viel später hab ich dann erfahren wie nützlich so ein Haufen ist. Wahrscheinlich wohnen Igel drin, manchmal sehe ich welche abends im Garten rumwuseln.

  • Wir haben unseren Totholzhaufen genauso angelegt. Immer alles anfallende Holz (Obstbaum- und Strauchschnitt) obendrauf. Bei uns liegt der Haufen übrigens in unmittelbarer Nähe der Obstbäume. Bis jetzt haben wir (trotz des unvermeidlichen Pilzbefalls) nie Probleme feststellen können. Ist der Baum gesund, ficht ihn das überhaupt nicht an.

    Bin gerade erst (über Facebook)auf Euren Blog gestoßen. Er gefällt mir sehr gut. VG Brigitta

  • Stefan Bokler

    Beim Hainbuchenrückschnitt, sind bei mir drei Totholzberge angefallen. Bin gespannt, wie die sich die nächsten Jahre entwickeln werden. Dazwischen werden am Wochenende ich Esskastanien gepflanzt..

  • Jasmin

    Also ich weiss nicht, einen komposthaufen den man einwenig versteckt finde ich ja noch ok aber.. einen totholz haufen.

    Wenn man ein sehr grosses grundstück hat ok, aber das wäre mir nix schon alleine weil es nicht gut aussieht.

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