Vitamin C

Vitamine

Ist wirklich so viel Vitamin C in Obst?

Orangen und Zitronen enthalten massenweise Vitamin C, das weiß doch jedes Kind!

Als ich eben im Chili-Blog las, dass Chilis mehr Vitamin C enthalten als Orangen wurde ich etwas hellhörig. In letzter Zeit höre ich nämlich immer öfter, dass alle möglichen Lebensmittel mehr Vitamin C enthalten als die Zitrusfrüchte. Der Sache muss ich mal auf den Grund gehen.

Ascorbinsäure, wie das Vitamin C unter Chemikern genannt wird, ist ein wasserlösliches Reduktionsmittel. Im Körper entfaltet es daher eine antioxidative Wirkung. Es hat dort die Aufgabe die besonders reaktionsfreudigen Radikale einzufangen und unschädlich zu machen. Die Radikale werden so daran gehindert, zufällige Verbindungen mit irgendwelchen lebenswichtigen Stoffen einzugehen, und diese damit zu zerstören. Darüber hinaus wirkt Vitamin C auch noch als wichtiges Coenzym bei der Bildung von Kollagen und weiteren Proteinen.

Kollagen wird praktisch überall im Körper benötigt. Daher löst Vitamin C Mangel relativ schnell verheerende Mangelsymptome aus, die als Skorbut bezeichnet werden. Vitamin C Überschuss gilt hingegen als relativ unkritisch. Überschüssiges Vitamin C in der Nahrung wird nur noch schlecht über den Darm aufgenommen. Überschüssiges Vitamin C im Körper wird schnell über die Nieren wieder ausgeschieden. Als ideale Dosis wird ein Wert von ca. 100 Milligramm Vitamin C am Tag angegeben. Wer dauerhaft weniger als 20 Milligramm täglich zu sich nimmt, wird es schon bald mit Zahnfleischbluten und schlimmeren Symptomen des Skorbut zu tun bekommen.

Gut, aber wie ist das nun mit den Zitrusfrüchten? Hier mal eine Liste des Vitamin C Gehalts in einigen Früchten und Gemüsen (zusammengesucht aus verschiedenen Quellen). Angegeben ist jeweils der Gehalt an Vitamin C in Milligramm pro 100 Gramm.

  • Hagebutte 1250
  • Beeren des Sanddorn 200–800
  • Schwarze Johannisbeere 180
  • Petersilie 160
  • Grünkohl, Rosenkohl 90–150
  • Paprika, Chili 100-160
  • Kiwi 80
  • Erdbeere 50–80
  • Zitrone 53
  • Orange 50
  • Sauerkraut 20
  • Kartoffel 17
  • Apfel 12
  • Zwiebel 7

Zur Goji-Beere, die mich sehr interessiert hätte, weil ihr diese besondere antioxidative Wirkung nachgesagt wird, waren keine eindeutigen Angaben zu finden. Für getrocknete Beeren hat die Verbraucherzentrale Saar Werte zwischen 29 und 148 Milligramm gefunden. Die Wikipedia spricht von 0,5 Prozent eines Vitamin C-Vorläufers (Glucopyranosyl-Ascorbinsäure). Wenn das Gewichtsprozente sein sollen, dass würde es 500 Milligramm je 100 Gramm entsprechen.

Zu Getreide, Fleisch und Milchprodukten habe ich leider auch keine eindeutigen Angaben gefunden, die enthalten aber bekanntlich wenig bis gar kein Vitamin C.

Einige der Werte finde ich ziemlich überraschend – natürlich der besonders hohe Wert der Hagebutte, die in unserem Garten eher ein “Schattendasein” führt; ganz besonders aber der relativ niedrige Wert von Zwiebeln und Sauerkraut. Beides wurde doch früher von den Seefahrern mitgenommen, um bei ihrer Mannschaft das Auftreten von Skorbut zu vermeiden. Hier war offenbar die Haltbarkeit der Lebensmittel wichtiger als ein besonders hoher Vitamin C Gehalt.


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