Wenn es in der Familie keine Einkoch-Tradition gibt, dann ist der Einstieg in die Einkocherei gar nicht mal so einfach. Neben den Gläsern braucht man (mehr oder weniger dringend) eine Reihe von weiteren Utensilien. Verglichen mit der Anschaffung eines zusätzlichen Gefrierschranks halten sich die Kosten aber zum Glück im Rahmen.
Weckgläser, Gummiringe und Glasdeckel
Die Einkochgläser sind für das Einkochen natürlich unverzichtbar. Es gibt unterschiedliche Konzepte für Einkochgläser. In Deutschland hat sich seit Langem das Konzept der Firma Weck (Weckglas, Glasdeckel, Gummiring als Dichtung) durchgesetzt. In Frankreich werden dagegen ähnliche Gläser verwendet, deren Glasdeckel jedoch zusätzlich mit einem Bügelverschluss ausgestattet sind (zum Beispiel Le Parfait). In Nordamerika wird vorwiegend das sogenannte Mason Glas (Mason jar, auch Ball jar) mit einem zweiteiligen Schraubverschluss aus Metall verwendet. Der Schraubverschluss fungiert dabei ebenso wie der Weckglasdeckel als “Überdruckventil”.
Wir haben alle drei Konzepte ausprobiert. Alle funktionieren bestens, letztlich ist es wohl egal, für welches man sich entscheidet. Wir haben uns für die Weckgläser entschieden, weil wir schon einiges an Zubehör besaßen und weil sie bei uns einfacher und günstiger verfügbar sind. Und natürlich auch weil sie im Vorratsregal am besten aussehen ;-)

Einkochgläser, von links: Le Parfait (Schulterform, Bügelverschluss), Weck (Tulpenform), Weck (Sturzform), Ruhrglas (Schulterform)
Glasformen: Die Firma Weck bietet zur Zeit neben der “Schmuck-Form” und den Einkoch-Saftflaschen zwei Formen von Einkochgläsern in unterschiedlichen Größen an, nämlich die Sturz-Form und die Tulpen-Form. Beide sieht man in der Bildmitte. Das französische Einkochglas (Le Parfait “Super”) auf der linken Seite und das deutsche Einkochglas (Ruhrglas) auf der rechten Seite haben die traditionelle zylindrische Schulterform mit einem etwas engeren Hals an der Oberseite.
Insbesondere das Sturzglas hat gegenüber den anderen Formen den entscheidenden Vorteil, dass es sich nach oben hin etwas konisch öffnet. Dadurch lässt sich der Inhalt sehr einfach entnehmen oder herauskippen. In dem Sturzglas auf dem Bild befindet sich zum Beispiel ein Kürbisbrot. Würde es sich in einem der anderen Gläser befinden, müsste man es wohl direkt aus dem Glas löffeln.
Insbesondere die Firma Weck warnt davor, Gläser mit Bügelverschluss zum Einkochen zu verwenden. Wir verwenden diese Gläser meist auch eher für getrocknete Kräuter und Tee (hier zum Beispiel frisch getrocknete Ringelblumen-Blütenblätter). Allerdings zwingt einen ja niemand den Verschluß tatsächlich zu schließen; dann hätte ich eigentlich keine Bedenken sie auch zum Einkochen zu verwenden.
Deckelformen: Für die alten Weckgläser – die ja noch zu hunderttausenden in den Haushalten vorhanden sind – benötigt man einen gewölbten Deckel mit “Kopfraum”. Die neueren Gläser benötigen dagegen einen vertieften randlosen Deckel. Auf dem Bild sieht man links einen alten gewölbten Deckel. Früher haben wir die gerne bei Parties als Aschenbecker verwendet (ja ich weiss, ekelig, aber anschaulich). Rechts sieht man dagegen einen neuen vertieften randlosen Glasdeckel.
Der Vorteil der neuen Deckel ist nun, dass man die Gläser bis zur Oberkante füllen kann. Früher musste man je nach Einkochgut mindestens zwei Zentimeter frei lassen. Die Luft, die man dann mit einkocht, führte dazu, dass die oberste Schicht der eingekochten Lebensmittel immer etwas bräunlich wurde. Darüber hinaus lassen sich die Gläser mit den neuen Deckeln besser stapeln als die alten.
Einkochringe: Die Dichtungsringe aus Gummi sind ein Grund, warum ich dazu raten würde einigermaßen einheitliche Gläser zu verwenden – sie sind nicht ewig haltbar und sie sollten genau passen. Wenn man ein wildes Durcheinander von Gläsern verschiedener Hersteller verwendet, dann steht man dauernd vor dem Problem, dass man nicht mehr weiß, welche Ringe auf welches Glas gehören.
Bei der Bezeichnung der Gummiringe wird der Innen- und Außendurchmesser angegeben. Die uralten Flachrandgläser benötigen 96×118 Ringe, die später eingeführten (ziemlich verbreiteten Schleifrandgläser benötigen ebenso wie die modernen Rundrandgläser 94×108 Ringe. Übrigens sollte man bei den Ringen keinen Billigmüll kaufen. Es nervt nämlich gewaltig, wenn Lebensmittel verderben, weil ein Billigring nicht richtig dicht war.
Klammern: Während des Einkochen soll der Deckel als Überdruckventil fungieren. Deshalb muss er mit einem einigermaßen klar definierten Druck auf das Glas gepresst werden. Dafür benutzt man die sogenannten Federklammern.
Die kleinen Klammern für die modernen Gläser sind etwas leichter anzuwenden als die alten Klammern und die Gläser lassen sich damit im Einkochtopf stapeln. Übrigens zieht man die großen Klammern nicht mit Gewalt über das Glas, sondern man schiebt die Klammer schön sachte von der Seite her drauf (hat etwas gedauert, bis ich das kapiert hatte). Nach dem Erkalten der Gläser müssen die Klammern unbedingt wieder entfernt werden!
Einkochtopf
Es gibt die abgedrehtesten Methoden Gemüse einzukochen – im Kochtopf, im Schnellkochtopf, im Backofen, in der Mikrowelle usw. Manches davon halte ich persönlich ehrlich gesagt für nicht ganz ungefährlich!
Wir benutzen einen uralten Einkochtopf. Wer so etwas nicht hat, sollte sich vielleicht mal in der Nachbarschaft umhören. In vielen Haushalten stehen solche Geräte seit Jahrzehnten ungenutzt im Keller herum und die Besitzer werden sie euch mit Freuden als Dauerleihgabe überlassen.
Da die vorgesehenen Temperaturen beim Einkochen genau eingehalten werden müssen, kann es nicht schaden, den Thermostaten einmal mit einem Einkoch-Thermometer zu überprüfen. Unser Gerät bringt zum Beispiel Wasser zum Kochen, wenn es nur auf 90 Grad eingestellt ist. Zum Glück ist dieses Verhalten aber exakt reproduzierbar.
Früher hatten die Einkochtöpfe einen Einsatz, mit dem man alle Gläser gleichzeitig aus dem Topf heraus heben konnte. Heute wird dagegen meist eine Drahtmatte auf den Boden gelegt, weil man dann eine größere Anzahl Gläser in das Gerät bekommt. Wenn man so eine Drahtmatte verwendet, dann benötigt man eine Zange (Glasheber), mit der man die Gläser aus dem heißen Wasser heraus nehmen kann.
Wer sich einen neuen Einkochtopf zulegen möchte, sollte auch einen Blick auf den Energievergrauch der Geräte legen. Außerdem sollte man in Erwägung ziehen, gleich eine Kombination aus Einkochtopf und Dampfentsafter zu erstehen.
Weiteres Zubehör
Tja, und dann haben wir hier noch einiges an Zubehör aus grauer Vorzeit herumliegen; unverzichtbar ist aber eigentlich nichts davon. Wenn man keinen Einkochtopf mit Thermostat verwendet, dann braucht man ein Einkoch-Thermometer um die geforderten Temperaturen einhalten zu können. Auch ein Glasheber zum hin- und herbewegen der heißen Gläser ist ganz hilfreich. Die verschiedenen Geräte zum Öffnen von widerwilligen Gläsern haben wir schon länger nicht mehr gebraucht und unseren “Einkoch-Trichter”, der den Rand der Gläser beim Befüllen vor Verunreinigungen schützen soll, kannte ich bisher noch gar nicht.
Siehe auch:
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Hallo Ihr im Garten!
Gutes Thema, wir haben den Sommer und hoffentlich reiche Ernte ja noch weit vor uns!
Ich fuehle mich in unserem Garten derzeit mehr wie in einem Reisfeld, immer bis zum Knoechel im Wasser… Hier ist quasi tiefster Winter, es hat tagsueber durchschnittlich 8-12 Grad. Dabei regnet es gar nicht sooo viel, da hatten wir schon mehr Regen im Sommer in Deutschland… ;)
Ich bin seit Neuestem auch stolze Besitzerin einer grossen Kiste alter, deutscher Weckglaeser (hab ich hier in NZ von einer Deutschen bekommen, die die Kiste wohl schon 15 Jahre in der Garage hatte…), aber ich hab noch keinen Einwecktopf… Hab ich noch nirgends gesehen.
Ich muss doch dann unsere hoffentlich vielen Pfirsiche irgendwie konservieren, was ich mit den ganzen Zitronen und Feijoas machen soll, weiss ich allerdings noch nicht… Aber ich hab ja noch Zeit zum vorbereiten.
Momentan fuehre ich unsere 4-Liter-Plastik-Wasserflaschen (hier wird das Leitungswasser grundsaetzlich mit Fluor versetzt!) einer Zweitnutzung zu und habe ca. 20 Mini-Treibhaeuser auf der Terasse stehen, Salat, Spinat und Chillies treiben schon aus!
Achja, Ringelblumen habe ich auch schon gepflanzt, denen geht’s praechtig, da werd ich auch bald anfangen mit Zupfen – er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich…
In diesem Sinne, viele Gruesse!
Hallo,
ich bin über Google auf eure Seite gekommen.
Ich interessier mich für die Mason jar Gläser, kann sie aber in Deutschland
nicht finden….
Könnt ihr mir eventuell weiterhelfen ???
LG
Andrea
Ich vermute, dass man diese Gläser in gut sortierten Haushaltswarenläden bekommen müsste. Ich habe mal welche bei Karstadt in Göttingen gekauft, leider habe ich die in meiner damaligen WG zurückgelassen ;-)
Hier in Deutschland werden die Gläser offenbar von Leifheit angeboten. Bei Amazon habe ich allerdings nur Ersatzdeckel gefunden: Schraubringe, Deckel und Deckel mit Schraubringen
Ich wollte auch mit einwecken anfangen, frage mich grade wieso vor den Gläsern mit den festen Klammern gewarnt wird ? Gibt es Explosionsgefahr oder ähnliches ? Sitzen die Deckel mit den Klammern zu fest, so daß sich Druck aufbaut ?
Es geht darum, dass man die Klammern nach dem Erkalten der Gläser unbedingt abnehmen soll, damit man prüfen kann, ob sie wirklich fest schließen. Wenn man die Klammern drauf lässt, dann könnte es ja sein, dass man ein schlecht verschlossenes Glas zum Vorrat stellt und den Inhalt später vielleicht sogar isst.
Explosionsgefahr gibt es übrigens nicht. Die Klammern sind so dimensioniert, dass sie den Überdruck rauslassen, der entsteht, wenn der Inhalt der Gläser im Einkochtopf beginnt zu kochen. Das funktioniert sozusagen wie ein Überdruckventil.
Es kommt übrigens tatsächlich manchmal vor, dass ein Glas nicht richtig schließt, weil zum Beispiel der Rand nicht richtig sauber war oder sowas. Den Inhalt muss man dann eben relativ schnell verbrauchen.
Mailin sagt, ich hätte Deine Frage völlig falsch verstanden und wie üblich hat sie wohl recht! Also ich habe extra noch mal bei Weck nachgelesen. Ich glaube bei den fest angebauten Verschlüssen geht es hauptsächlich darum, dass man nicht kontrollieren kann, ob der Deckel fest ist (was meiner Ansicht nach kein Problem ist, wenn man den Mechanismus nach dem Einkochen einfach öffnet). Von Explosionsgefahr habe ich nichts gefunden. Ich glaube auch nicht, dass da etwas explodiert, aber da würde ich niemals irgendeine Garantie übernehmen!
Wer kann mir weiter helfen ???
Habe dieses Jahr Bohnen eingeweckt, wie schon viele Jahre auch.
Doch gingen mir fast alle Gläser wieder auf. Hab mit einen Weckautomaten eingeweckt.
Was habe ich evtl. falsch gemacht ???
Hmm, das kann natürlich die verschiedensten Gründe haben. Also entweder waren die Gläser nicht richtig dicht (Defekte am Glasrand, defekte Gummiringe, Verschmutzung der Ränder) oder was wohl wahrscheinlicher ist, das Gemüse hat angefangen zu gären.
Bei uns sind in diesem Jahr zwei Gläser mit Zucchini-Mus wieder aufgegangen. Ich vermute das lag daran, dass wir sie nicht lange genug eingekocht hatten (30 Minuten) und sie dadurch noch nicht vollständig sterilisiert waren. Bohnen sollen sehr lange eingekocht werden (120 Minuten bei 100°C), vielleicht hat es daran gelegen (siehe auch: Bohnen einkochen)
Hallo,
möchte gerne Zwetschgen einwecken.
Allerdings weiß ich nicht, ob ich die Gläser im Einkochtopf stapeln darf und wenn, wieviel Wasser ich in den Topf geben darf? Sollte nur die erste Schicht Gläser zu 3/4 im Wasser stehen oder soll man soviel Wasser einfüllen, dass die untersten Schichten der Gläser unter Wasser stehen? Wenn nicht, werden die restlichen Schichten durch den Dampf eingekocht?
Ich hab schon soviel gegoogelt, aber bislang keine Information hierzu gefunden.
Vielen Dank für eine rasche Information, denn unsere Zwetschgen sind schon sehr reif.
Viele Grüße
Stefanie
Hallo Stefanie,
ja, du kannst die Gläser ruhig stapeln, das wird von Weck sogar ausdrücklich empfohlen. Zumindest gilt das für die neuen Gläser. Bei den alten Gläsern von Weck weiß ich es leider auch nicht. Wir füllen dann so viel Wasser in den Einkochtopf, dass das obere Glas noch gerade heraus guckt. Ich glaube, das war ebenfalls so von Weck angegeben.
Hallo Heiner,
dankeschön für die schnelle Antwort. Hab es noch gleich ausprobiert und es hat geklappt.
Wünsche einen schönen Abend.
Viele Grüße
Stefanie
hallo Heiner,
ich möchte gerne wissen ,wo man Federklammern für ein Einmachglässer kaufen kann. Dankeschön Christiana
Mailin hat vor ein paar Tagen ein paar neue Gläser mitgebracht, da waren Deckel, Gummis und Klemmen mit dabei. Leider schläft sie schon, aber ich denke sie hatte die aus der Haushaltswaren-Abteilung bei Karstadt (in Bremen). In solchen Haushaltswaren-Abteilungen oder Haushaltswaren-Läden wird es dann sicherlich auch Klemmen einzeln geben. Im Internet habe ich auch ein paar Angebote gefunden zum Beispiel hier bei Amazon, wahrscheinlich lohnen sich die Versandkosten bei so einem 1,60 Euro Artikel aber wohl nicht.
Hallo,
bin zufällig auf dieser Seite gelandet und hoffe, dass ich hier Hilfe finde.
Wir haben auch so einen historischen Einkochtopf/Entsafter. Aus unseren roten Trauben konnten wir stolze 22,5 l Saft gewinnen. Leider ist bei der Aktion der Gummi am oberen Rand des Topfes kaputt gegangen, vermutlich auch Altersschwäche. Haben bisher auch im Internet keinen Ersatz finden können, denn die Firma Nahrath existiert nicht mehr.
Wären dankbar für einen Tip.
Gruß Andrea
Ah, ich wusste gar nicht, dass wir einen Einkochtopf von Nahrath haben, das Firmenschild ist nämlich fast nicht mehr lesbar ;-)
Leider habe ich auch keine Ahnung, wo man so ein Ersatzteil bekommen könnte. Ich werde mir den Topf morgen mal genauer ansehen (ist schon eingemottet). Vielleicht fällt mir etwas ein, dass man da alternativ dran basteln kann.
Tja, ich weiß auch nicht ob meine Antwort Dir weiter hilft. Wenn Du einen Gummiring zwischen Deckel und Einkochtopf meinst, dann muss ich leider zugeben, dass unser Topf so etwas gar nicht besitzt. Wahrscheinlich ist er schon in grauer Vorzeit kaputt gegangen und wir haben den Topf schon so geerbt.
Da das Einkochen bei uns eigentlich immer bestens funktioniert, scheint er nicht wirklich entscheidend zu sein. Vermutlich wird dort oben zwar etwas Energie entfleuchen, aber auf den eigentlichen Einkochvorgang hat es wohl eher keinen großen Einfluss.
Vielen Dank für die Mühe, dann werde ich es eben ohne Gummidichtung versuchen.
Es klappert nur so blöd. Wenn ich eine Dichtung auftreiben kann, werde ich es melden.
Und ich dachte doch tatsächlich, das Geklapper wäre bei diesem Topf normal ;-)
Komme zufällig auf diese Seite. Ich habe ein Weckglas mit Zwetschkenkompott, das sich einfach nicht öffnen läßt. Ich habe den Gummiring schon demoliert, es mit Messer, Schraubenzieher und Drahtschlinge, heißem und kaltem Wasser versucht, leider vergeblich.
Wer weiß Rat? Vielen Dank
Vorsicht, bei sowas macht man leicht Glas kaputt.
Meine Oma hatte so einen Drahtring, den man mit einer Drehvorrichtung zwischen Glas und Deckel ziehen konnte. Das hat wirklich gut funktioniert. Wir haben einen Deckel-Heber aus Plastik, der funktioniert leidlich gut.
Im Extremfall musst Du den Inhalt wieder zum kochen bringen, dann drückt er den Deckel bestimmt hoch.
Ah, bei Amazon habe ich das Teil meiner Oma gefunden: Unimet Glasöffner Beckland 514011