Weckgläser öffnen

Wer im Sommer häufig Gemüse einkocht, muss im Winter ebenso häufig Weckgläser öffnen. Im Prinzip ist das gar kein Problem – man zieht an der Zunge des Gummirings und schon ist das Glas offen.

Gelegentlich ist das Glas dann aber leider doch nicht offen, sondern man hält nur die abgerissene Gummizunge zwischen den Fingern.

Um das zu verhindern sollte man schon beim Einkochen darauf achten, dass die verwendeten Gummiringe in Ordnung sind. Besonders ältere Ringe, die schon öfter benutzt wurden, werden mit er Zeit spröde. Wenn man das Gummi etwas auseinander zieht erkennt man bei solchen Ringen kleine Risse in der Oberfläche. Wenn man im Backofen einkocht, dann darf die Temperatur nicht zu hoch werden, weil das auch schädlich für die Gummiringe ist.

Gut, aber was ist zu tun, wenn die Lasche schon abgerissen ist? Zunächst mal sollte man auf keinen Fall versuchen das Glas mit Messern und Schraubenziehern zu bearbeiten. Die Gefahr, dass Splitter vom Glas abspringen und im Gemüse landen ist so nämlich sehr groß.

Die Deckel der Einkochgläser halten ja auf den Gläsern, weil sich die verbliebene Luft nach dem Einkochen beim Erkalten zusammen zieht. Dadurch entsteht im Glas ein Unterdruck, der den Deckel auf das Glas saugt (naja, eigentlich drückt natürlich der Überdruck von Außen den Deckel auf das Glas). Durch das Ziehen der Lasche wird der Druck ausgeglichen und der Deckel kann leicht abgehoben werden. Wenn die Lasche abgerissen ist muss man auf andere Art für einen Druckausgleich sorgen. Weck empfiehlt in seinen Erfolgsregeln, die Klammern wieder auf das Glas aufzusetzen und es dann umgedreht in heißes Wasser zu stellen, damit der Unterdruck im Glas ausgeglichen wird.

Ich weiß nicht ob das allen Sicherheitsanforderungen genügt, aber dieses Aufwärmen des Inhalts funktioniert auch bestens, wenn man das Glas kurz in die Mikrowelle stellt (dann natürlich ohne aufgesetzte Metallklammern).

Eine andere Möglichkeit ist es, die Klammern aufzusetzen und dem umgedrehten Glas mit der flachen Hand einen ordentlichen Stoß auf den Boden zu geben. Die Stoßwelle setzt sich dann durch den Inhalt fort und hebt den Deckel kurzzeitig an und es dringt Luft ins Glas. (Funktioniert auch gut bei Marmeladengläsern, die sich nicht öffnen lassen wollen.)

Im Handel werden vereinzelt unterschiedliche Glasöffner angeboten. Wir haben so ein Teil, bei dem ein Plastikkeil zwischen Glas und Deckel gedrückt wird. Da ich das Ding für eine ziemliche Fehlkonstruktion halte, verweise ich aber lieber auf das Exemplar in dieser Amazon-Werbung. So einen Glasöffner hatte meine Oma und er funktioniert recht gut.

Siehe auch:

5 Kommentare zu Weckgläser öffnen

  • Frickerpeter

    Hallo Heiner
    Wir haben diesen Glasöffner:

    http://www.manufactum.de/Produkt/189620/751888/DeckeloeffnerStahl.html

    Nix Plastik sondern Stahl, trotzdem billig, einfach und zweckmässig, unkapputtbar, funktioniert bestens seit Jahren.

    Bei Weckgläsern mit abgerissener Gummilasche probiere ich zuerst, den Rest des Gummirings mit einer Flachzange herauszuziehen, was meistens funktioniert. Hilft das auch nicht, kommt das Glas in den Backofen (wir haben keine Mikrowelle).

  • Hallo Peter, funktioniert dieser Deckelöffner tatsächlich auch für Weckgläser? Irgendwie hätte ich große Bedenken mit dem Stahl an den Glasdeckeln herum zu hebeln. Ansonsten sieht das Teil natürlich tatsächlich sehr stabil und zweckmäßig aus.

  • Seppl

    Hallo Heiner,

    vielen Dank für Deine Ausführungen zum Thema Einkochen / Einwecken.
    Wir sind seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem großen Klammer-/Bügelverschluss. Die kleinen Weckklammern sind uns zu klein. In den bekannten Shops sind wir nicht fündig geworden.
    Hast Du eine Idee?

    Danke im vroaus
    Seppl

  • Solche Klammern gibt es in jedem einigermaßen gut sortierten Haushaltswaren Geschäft. Oder hier bei Amazon. Und wahrscheinlich auch in dem Shop, den Du verlinkt hattest ;-)

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