Koffeinentzug

Es ist schon interessant, über was man beim Herumsurfen im Internet immer wieder so stolpert. Gestern stolperte ich über eine Seite die vor den schrecklichen Auswirkungen des Koffeinentzugs warnt.

Ich persönlich trinke ziemlich viel Kaffee. So viel, dass sogar manches Gilmore Girl davon einen Herzklabaster bekäme. Manchmal stelle ich meinen Kaffeekonsum aber auch abrupt ein und trinke stattdessen Kräutertee. Von Koffein-Entzugserscheinungen habe ich dabei noch nie etwas bemerkt. Ich muss das mal näher beobachten, denn die Wikipedia berichtet tatsächlich von solchen Erscheinungen. Sie widmet ihnen sogar einen Absatz im Koffein-Artikel (der dort übrigens Coffein geschieben wird). Ein weiterer Artikel – nämlich Coffeinismus – beschäftigt sich ausführlich mit der Kaffeesucht.

Koffein ist ein stimulierendes Alkaloid das sich vom Xanthin ableitet. Es gilt als die weltweit am häufigsten konsumierte pharmakologisch aktive Substanz. Koffein kommt (wie der Name schon sagt) in Kaffee aber auch in Tee, Mate, Guaraná, Kakao, Schokolade und in verschiedenen Energy-Drinks sowie Cola vor.

Koffein hat ein breites Wirkungsspektrum. Wir Koffein-Konsumenten erwarten uns davon besonders die stimulierende Wirkung. Diese Wirkung funktioniert vereinfacht gesagt so: Wenn eine Gehirnzelle ordentlich schuften muss, dann schüttet sie Adenosin aus. Dieses Adenosin besetzt bestimmte Rezeptoren der Nervenzelle, die dafür sorgen, dass sich diese Zelle erst mal etwas ausruht. Das ist ein natürlicher Regelmechanismus, um die Zelle vor Überanstrengung zu schützen. Das Koffein besetzt nun die Adenosin-Rezeptoren, ohne die beruhigende Wirkung auf die Zelle zu haben. Das Adenosin kann nicht mehr andocken und die Zelle bleibt aktiv.

Alles klar, klingt plausibel. Aber kann man davon wirklich süchtig werden? Es scheint so. Der Körper reagiert auf die blockierten Adenosin-Rezeptoren, indem er einfach mehr dieser Rezeptoren produziert – Adenosin kann wieder andocken und die Zelle kann endlich wieder etwas verschnaufen. Diese Anpassung des Körpers an den Koffeinkonsum erfolgt offenbar schon nach wenigen Tagen.

Stellt man den Kaffeekonsum abrupt ein, dann sollen die überschüssigen Adenosin-Rezeptoren für eine Reihe von Entzugs-Symptomen verantwortlich sein. Um tatsächlich von Koffein-Entzug sprechen zu können sollen dabei neben Dysphorie mindestens zwei der folgenden Symptome vorhanden sein:

  • Lethargie und Müdigkeit
  • Verlangsamung des spontanen Bewegungsspiels oder Unruhe
  • Verlangen nach stimulierenden Substanzen
  • Appetitsteigerung
  • Schlafstörungen, wie Schlaflosigkeit oder vermehrtes Schlafbedürfnis
  • bizarre oder unangenehme Träume

Also, wenn ich aufhöre Kaffee zu trinken, dann führt das bei mir ja noch nicht einmal zu Dysphorie (Traurigkeit, Unzufriedenheit, Misslaunigkeit, Gereiztheit usw.). So schlimm kann es bei mir trotz intensivem Kaffeekonsum mit der Kaffeesucht wohl nicht sein.

Siehe auch:

5 Kommentare zu Koffeinentzug

  • Ehler

    Koffeein hat grundsächlig eine aufputschende Wirkung.Bis in die 60 iger Jahre hat man der Coca Cola Cocain beigemengt.Daher auch der Name.Man suchte halt ein aufputschendes Getränk,bis man erkannte,welch ein Suchtpotential dahinter steckt.Deshalb hat man das Kokain gegen Koffeein ausgetauscht. Heute spricht die Industrie von energie drinks.in der Taurin beigemengt ist.Taurin in Verbindung mit 40%igem Alkohol(am besten Wodka)hat eine änliche Wirkung wie Amphetamin. Die Kids haben dieses schnell erkannt.(pers. Anmerkung!)Deshalb stehten diese energie drinks auch häufig neben dem Wodka in den Regalen der Tankstellen.

  • Ich trink nur auf der Arbeit Kaffee dann aber in Mengen.
    Wenn ich dann mal mehrere Tage nicht auf der Arbeit bin komm ich auch ohne Kaffee aus.
    Und meine Familie hat sich noch nicht über meine Misslaunigkeit beschwert.

  • Jetzt weiß ich, worunter ich seit einigen Tagen leide, danke für die Aufklärung, welch Erleichterung: Es ist Koffeinentzug! Die Symptome stimmen genau: Müdigkeit, Verlangsamung, extremes Schlafbedürfnis, dabei Schlafstörungen und wilde Träume. Ich dachte, ich würde nur gegen das Verlangen nach Winterschlaf ankämpfen. Dabei fehlt mir einfach Koffein! Muss gleich mal ein paar Tassen der Substanz konsumieren…

    Schöne Weihnachten wünsche ich euch, und ein Danke sei euch auch einmal gesagt hier für die vielen interessanten, witzigen und informativen Beiträge,
    liebe Grüße, Margit

  • Sisah

    Es gilt wohl auch hier: Die Dosis macht das Gift, bzw. führt zu unerwünschten Folgen…. Wieviel Kaffee muss man denn täglich trinken, damit es zu den beschriebenen Anpassungserscheinungen der Adenosin- Rezeptoren führt?
    Ich habe gerade U. Pollmers Buch über die psychoaktive Wirkung verschiedener Lebensmittel und Gewürze gelesen, da gibt es viele, die durchaus auch ‘abhängig’ machen können, aber sollen wir deshalb auf sie verzichten?
    Wie lange dauert es denn bis die sogenannten ‘Entzugserscheinungen’ wieder verschwinden? Wenn sich die Rezeptoren bei übermäßigem Kaffegenuss so schnell gebildet werden , nehme ich an, dass sie sich ebenso schnell wieder zurückbilden können, wenn der Kaffeenachschub fehlt.
    Ich würde in diesem Fall vorschlagen, einfach seinen dysphorischen Stimmungen Raum zu geben…und in den Winterschlaf zu fallen…
    Frohe Weihnachten
    Sisah

  • Ehler

    Das was Sisah schreibt klingt gut.So mit Winterschlaf und diesen dysphorischen Stimmungen.Süchteleien gehören zum Mensch sein dazu.Entscheidend ist der Umgang damit.Ein frohes Fest wünsche ich aaaaaaallen.

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