Auf der Via Baltica vom Bremer Dom zur St. Martinskirche in Otterstedt

Wir werden in diesem Herbst noch eine Wanderung in den Alpen machen. Da sollte man etwas in Form sein. Deshalb haben wir am Freitag einen schon länger geplanten Spaziergang vom Bremer Dom zurück zu uns nach Hause unternommen. Dieser Weg gehört zur Via Baltica – einem alten Handels- und Pilgerweg. Die Via Baltica ist die Verbindung zwischen Skandinavien oder dem Baltikum mit dem Ziel der Jakobswege in Santiago De Compostela. Bevor in napoleonischer Zeit die heutige B75 gebaut wurde, gehörte dieser Abschnitt aber auch zu der wichtigen Handelsroute zwischen Bremen und Hamburg.

Parallel zum Start unserer Wanderung fand in Bremen auch gerade die Eröffnung des Freimarktes statt. Deshalb war in der Innenstadt ganz schön was los.

Bremer Rathaus und Dom Kleiner Freimarkt auf dem Bremer Marktplatz

Vom Dom ging es über den Marktplatz (wo gerade der Kleine Freimarkt begann) in Richtung Bahnhof. Unterwegs kommt man gleich an einigen der wichtigsten der Bremer Touristenattraktionen vorbei – Roland, Böttcherstraße, Bremer Stadtmusikanten, Sögestraße, Wallmühle usw. Auf dem Wochenmarkt hätte ich gerne den Rucksack mit ein paar Blumenzwiebeln gefüllt. Da wir da aber noch gut dreißig Kilometer vor uns hatten, habe ich doch lieber darauf verzichtet.

Blumenzwiebeln Wallmuehle

Am Bahnhof sind wir zum ersten mal von der “offiziellen” Via-Baltica-Route abgewichen. Es ging direkt durch den Bahnhof und anschließend über die dahinter liegende Bürgerweide (wo gerade die letzten Vorbereitungen für den großen Freimarkt liefen) in Richtung Bürgerpark.

Bremer Bahnhof Parkhotel am Bürgerpark

Der Bremer Bürgerpark ist zusammen mit dem Stadtwald eine riesige über 200 Hektar große zusammenhängende Parkanlage, die nur ein paar hundert Meter nördlich der Innenstadt beginnt. Er wird bis heute ohne staatliche Unterstützung vom Bürgerparkverein unterhalten. Er ist damit der größte privat finanzierte Park Deutschlands. Deshalb gehört es in Bremen auch zum guten Ton, sich regelmäßig Lose der Bürgerparktombola zu kaufen. Und das obwohl man da meist höchstens mal ein Bifi gewinnt.

Bremer Bürgerpark Waldbühne im Bürgerpark

Hinter dem Bürgerpark lässt man das Universum rechts liegen und geht geradeaus zwischen Stadtwald und Universität entlang auf dem Kuhgrabenweg weiter in Richtung Norden. Hinter dem Stadtwald folgt auf der linken Seite zunächst der Kuhgrabensee, dann geht es hinaus ich die Borgfelder Wümmewiesen. Wer noch nicht so oft in Norddeutschland war, kann sich bei dem Foto vielleicht vorstellen, wieso man hier schon am Freitag sehen kann, wer am Sonntag zu Besuch kommt.

Kuhgrabensee Borgfelder Wümmewiesen

Entlang am Kuhgraben geht es nun einige Kilometer schnurgerade weiter bis Kuhsiel. Bei einem Blick zurück sieht man einige der höchsten Erhebungen der ganzen Gegend – links der Funkturm, in der Mitte das Heizkraftwerk und rechts die Mülldeponie.

Bremen Kuhsiel

In Kuhsiel geht es zunächst nach rechts auf den Lehester Deich und nach weiteren 350 Metern nach links auf den Borgfelder Deich. Auf diesem Deich geht man, bis man nach Borgfeld kommt. In Borgfeld sind wir wieder etwas von der offiziellen Route abgewichen. Wir sind schon gleich hinter der Wümmebrücke nach rechts in die Wiesen abgebogen, um ein Stück auf der Borgfelder Landstraße zu vermeiden. Nach einigen hundert Metern auf dem Katrepeler Weg stießen wir dann aber wieder auf die Via Baltica. Nun ging es wieder für einige Kilometer durch die Weiden bis wir endlich am Hexenberg und damit in Niedersachsen und in unserer Samtgemeinde Einheitsgemeinde ankamen.

Die Wümme Hexenberg

Vom Hexenberg geht es weiter nach Fischerhude, über das wir hier schon vor einiger Zeit einmal berichtet hatten. Hier in heimischen Gefilden sind wir ziemlich stark vom offiziellen Weg abgewichen. Anstatt über Kampe zu wandern sind wir in der Bredenau lieber in Richtung Surheide und Wallbrücke abgebogen um dann im Abendrot über den Brannen und durch die Felder zurück nach Otterstedt zu gehen.

Abendrot in Otterstedt Via Baltica

Karten:

Weblinks:

5 Kommentare zu Auf der Via Baltica vom Bremer Dom zur St. Martinskirche in Otterstedt

  • Andre

    Hallo Heiner,
    als anonymer Leser deiner immer interessanten Artikel habe ich mich nun zum ersten mal hinreißen lassen einen Kommentar zu schreiben.
    Du hast mal wieder einen tollen Artikel mit schönen Bildern verfasst, allerdings ist dir hier ein kleiner Fehler unterlaufen, unsere Gemeinde ist nämlich keine Samtgemeinde sondern eine Einheitsgemeinde. Ein kleiner Unterschied mit großen Auswirkungen auf unsere Eigenständigkeit.

    Gruß Andre

    • Hallo Andre, danke für den Hinweis! Habe den Fehler gleich mal verbessert.

      Naja, aber das mit dem genauen Vokabular in der Kommunalpolitik ist ja manchmal auch nicht so einfach ;-)

  • Containergärtner

    Was ist der Unterschied zwischen Samtgemeinde und Einheitsgemeinde? Samtgemeinde habe ich noch nie gehört…

    • Einheitsgemeinden gibt es nur in einigen Bundesländern. In Niedersachsen haben die Ortsteile der Einheitsgemeinden einen eigenen Ortsrat, der gewisse Entscheidungen selbstständig fällen kann. Die Samtgemeinden haben dagegen nur den gemeinsamen Gemeinderat.

      Wie Du an Andres Kommentar siehst, ist es uns Ott’stern wichtig, dass wir zumindest noch eine gewisse Selbstständigkeit besitzen ;-)

  • Hallo Heiner,
    das war mal wieder ein höchst interessanter Beitrag – die Kommentare inclusive. Da unser Sohn direkt am Bürgerpark wohnt (und wir dort auch schon gut gewandert waren) hast Du uns wieder neue Wanderziele präsentiert.
    Vielen Dank.

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