Der Botanische Garten in Bremen

Diese Woche ist Woche der Botanischen Gärten. In diesem Zusammenhang möchte ich kurz den Botanischen Garten in Bremen vorstellen. Wir haben diesen Botanischen Garten vor einigen Wochen im Rahmen des Evangelischen Kirchentages besucht. Eigentlich wollten wir zwar an einer Bibelpflanzen-Führung teilnehmen. Letztlich haben wir uns den Garten aber doch lieber selbstständig angesehen.

Alpinum im Botanischen Garten Bremen

Alpinum im Botanischen Garten Bremen

Der Bremer Botanische Garten liegt mitten im wunderschönen Rhododendronpark, einem knapp 50 Hektar großen Park mit einer weltweit einzigartigen Sammlung von Rhododendren und Azaleen.

Mir persönlich gefällt an dem über 100 Jahre alten Botanischen Garten ganz besonders die Präsentation der heimischen Flora. Im Gegensatz zu vielen anderen Botanischen Gärten, in denen man vorwiegend die abgedrehtesten exotischen Pflanzen findet, gibt es in Bremen auch eine große Abteilung, in der ein erheblicher Teil der im nordwestdeutschen Raum heimischen Pflanzen vorgestellt wird. Auch die ebenso große Auswahl an Heil- und Nutzpflanzen fand ich ausgesprochen interessant. Natürlich sind die Pflanzen zum größten Teil nach ihrer Familienzugehörigkeit geordnet. Es gibt im Randbereich aber auch sehr interessante Beete, die die Pflanzen in ihren natürlichen Pflanzengesellschaften zeigen. Auf anderen Beeten sind Pflanzen nach ihrer Heilwirkung, den Hauptinhaltsstoffen, dem Verwendungszweck, besonderen physiologischen Eigenschaften oder anderen Eigenschaften zusammen gestellt.

Etwas erstaunt waren wir über die Tatsache, dass im riesigen alten Schildkröten-Terrarium nicht eine einzige Schildkröte zu finden war. Generationen von Bremer Jugendlichen haben hier ihre gepanzerten Spielkameraden in eine begrenzte Freiheit entlassen, nachdem sie keine Lust mehr hatten mit den langlebigen Tieren zu spielen. Inzwischen weist ein Schild darauf hin, dass der Park die Betreuung der Tiere aufgrund personeller Veränderungen nicht mehr leisten kann, und dass sie deshalb in Hamburg ein neues Zuhause gefunden haben. Die armen Schildkröten, es ist sicherlich nicht so einfach sich als Werder-Fan unter gepanzerten HSV-Anhängern zurecht zu finden.

Leider haben wir uns bei den heimischen Pflanzen etwas zu lange aufgehalten. Für die gleich neben dem Botanischen Garten gelegene Botanika hatten wir deshalb keine Zeit mehr. Die Botanika ist eine Art riesiges Gewächshaus mit exotischen Pflanzen und Tieren. Im Moment läuft dort zum Beispiel nebenbei eine Schmetterlings-Sonderschau. Ehrlich gesagt finde ich den Eintritt von 8 Euro aber auch etwas hoch. Offenbar sehen das auch andere Gäste so, denn die Botanika ist seit ihrer Gründung ein großes Minusgeschäft. Statt der optimistischen Erwartung von 220000 Besuchern pro Jahr hat sie im vergangenen Jahr nur etwa 40000 Interessierte angezogen.

Soweit ich aktuelle Zeitungsberichte verstanden habe, soll die Botanika nun mit Hilfe von 1,5 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm des Bundes und erheblichen weiteren finanziellen Mitteln von (noch zu findenden) privaten Sponsoren zu einem “Exzellenz-Zentrum für naturwissenschaftliche Bildung” umgebaut werden. Naja, der Name ist zumindest ziemlich vielversprechend, aber das war beim Spacepark ja auch nicht anders. Wer sich ein virtuelles Bild der Botanika machen möchte, hat dazu auf dieser Webseite Gelegenheit.

Übrigens kann man den Rhododendronpark und auch den Botanischen Garten bisher noch kostenlos besuchen. Ich hoffe sehr, dass die Entscheidungsträger sich nicht abermals mit dem Gedanken tragen, irgendwelche Finanzierungslücken bei der Botanika mit einem gepfefferten Eintrittspreis auf den ganzen Park stopfen zu wollen.

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