Der Alpengarten auf dem Schachen

Um diese Jahreszeit blüht es in den Alpen überall in allen erdenklichen Farben. Das gilt nicht nur für die Almwiesen und -weiden, sondern für jede kleine Ritze, in der sich ein wenig Humus gesammelt hat. Auf dem Schachen scheint die Artenvielfalt noch ausgeprägter zu sein  als anderswo. Daran wird wohl auch der Alpengarten seinen Anteil haben. Gelegentlich brechen offenbar einzelne Pflanzenarten aus dem geschützten Garten aus und schnuppern etwas am Duft der Freiheit.

Pflanzstecker

Pflanzstecker

Der Alpengarten auf dem Schachen wurde schon Anfang des vergangenen Jahrhunderts vom damaligen Direktor des Botanischen Gartens  München-Nymphenburg, Prof. Goebel, gegründet und wird seit nunmehr über einhundert Jahren vom Münchener Botanischen Garten aus betreut. Die Lage des Gartens auf 1850 Meter Meereshöhe ermöglicht es hier über 1000 Pflanzen aus den Hochgebirgen der Erde zu kultivieren.

Wir fanden den Alpengarten ausgesprochen interessant. Dazu trug besonders bei, dass die Beete mit den verschiedenen Arten nicht peinlich genau sauber gehalten werden, sondern dass überall eine gewisse natürliche Vielfalt zugelassen wird. So ist man zwar oft nicht ganz sicher, welcher Pflanzenstecker zu welcher Pflanze gehört, aber es ergibt sich ein wunderschönes Gesamtbild.

Gelber Enzian (Gentiana lutea)

Gelber Enzian (Gentiana lutea)

Irgendwo hatte ich gelesen, dass die Beete im Alpengarten etwa alle 10 Jahre ganz neu angelegt werden. Glücklicherweise geht man dabei aber wohl sehr behutsam vor. Zum Beispiel findet man an vielen Stellen im Garten prächtige Gelbe Enziane (Gentiana lutea), bei denen es ein Jahrzehnt dauert, bis sie überhaupt zum ersten Mal blühen. Dieser Gelbe Enzian hat es mir sowieso angetan. Er kann über 60 Jahre alt werden und er enthält Amarogentin. Amarogentin gilt als das bitterste Zeugs, das es überhaupt gibt. Ich zitiere mal das Internetchemie-Lexikon:

Amarogentin ist ein natürlich vorkommendes Secoiridoid – Glycosid und gilt als bitterste bekannte Substanz, die noch in einer Verdünnung von 1 zu 58 Millionen wahrnehmbar ist.

Kein Wunder, dass die Weidetiere keine Lust haben, am Gelben Enzian herum zu knabbern.

Der Alpengarten auf dem Schachen ist von Ende Juni bis Mitte September von 8:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Das heißt aber nicht, dass da von morgens bis abends jemand sitzt, um Eintritt zu kassieren. Am Eingang hängt einfach ein rostiges Kästchen, in das man seine zwei Euro Eintrittspreis einwerfen muss.

Der Alpengarten kann, wie wir es gemacht haben, zu Fuss von Garmisch-Partenkirchen durch die Partnachklamm und über den Kälbersteig erreicht werden. Ein weitere Möglichkeit zu Fuss oder mit dem Mountenbike führt vom Wanderparkplatz bei Schloss Elmau über die Wettersteinalm auf dem Königsweg hinauf zum Alpengarten.


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