Vom Schachenhaus zur Meilerhütte

Blick auf die Wettersteinwand, rechts das obere Reintal

Blick auf die Wettersteinwand, ganz rechts das obere Reintal

Bei “Wanderurlaub” liegt bei uns die Betonung auf “Urlaub”. Deshalb hatten wir uns für den zweiten Tag nur das kleine Stückchen vom Schachenhaus hinauf zur Meilerhütte vorgenommen. Das sind zwar nur gut zwei Kilometer, aber es geht auch gut 500 Meter hoch (von 1866 Meter Meereshöhe hoch auf 2374 Meter). Dazu kommt noch, dass wir Muschelschubser eher nicht an die tiefen Abgründe gewöhnt sind und lieber etwas langsamer gehen, wenn es direkt neben dem Weg steil bergab geht.

Vom Schachenhaus steigt man zunächst südlich über einen Serpentinenweg hinauf zum Frauenalpl. Unterwegs bieten sich beeindruckende Ausblicke ins Reintal bis zur Zugspitze oder hinunter bis nach Garmisch-Partenkirchen.

Auf der Hochebene des Frauenalpls kann man in der Entfernung schon die Meilerhütte erkennen. Sie liegt hoch oben auf dem Grat im Dreitorspitzgatterl. Theoretisch hört sich das alles recht interessant an. Wenn man die Meilerhütte aber zum erstem mal sieht, dann fragt man sich vor allem, wie zum Geier man da bloß hoch kommen soll.

Aufstieg zur Meilerhütte

Natürlich ist es dann letztlich doch nicht so kompliziert den Aufstieg zu bewältigen. Immerhin gehört der Abschnitt zwischen Schachenhaus und Meilerhütte zur Etappe R45 der Via Alpina. Und die Via Alpina soll eigentlich für trittsichere und schwindelfreie Wanderer durchgehend gut begehbar sein.

Meilerhütte

Meilerhütte

Vom Schachenhaus dauert es nur knapp zwei Stunden, bis man direkt unter der Hütte steht. Dort wundert man sich dann nicht mehr, dass diese Hütte öfters mal vom Blitz getroffen wird. Nachdem letzte Zweifel an der eigenen Kondition überwunden sind, geht es hoch auf den Grat.

Einmal abgesehen von der sensationellen geografischen Lage der Meilerhütte auf dem Kamm des Wettersteingebirges, liegt sie auch an einem politisch interessanten Ort. Sie liegt genau auf der Grenze zwischen Bayern und Tirol. Die ursprüngliche kleine Hütte von 1898 steht auf österreichischer Seite, die etwas neue und erheblich größere Hütte steht auf deutscher Seite. Während man sich da oben aufhält wechselt man also ständig zwischen Deutschland und Österreich hin und her.

Blick von der Meilerhütte hinunter zum Schachenschloss

Blick aus unserer Kammer hinunter zum Schachenschloss

Für uns gehörte die Meilerhütte zu den sympathischsten Hütten, die wir bisher kennen gelernt haben. Die Aussicht in die Täler diesseits und jenseits des Wetterstein-Kamms sind spektakulär. Die kleine Stube in der Hütte ist (auch gemessen an den außerordentlich hohen Ansprüche von Alpenvereinshütten-Stuben) super gemütlich.

Unsere knapp sechs Quadratmeter kleine Kammer stand der Stube in Sachen Gemütlichkeit auch nicht weit nach. Aus dem kleinen Fenster konnte man sogar leicht das weit unten liegende Schachenschloss erkennen.

Der wichtigste Grund für die gute Stimmung auf der Meilerhütte sind aber sicherlich die netten und hilfsbereiten Hüttenwirtinnen Marisa Sattlegger und ihre Cousine Nicole.

Sonnenaufgang mit Regenbogen

Sonnenaufgang mit Regenbogen

Was braucht man sonst noch für eine perfekte Hütten-Übernachtung? Vielleicht ein netter Sonnenaufgang mit Regenbogen und ein anschließendes ordentliches Frühstück? Für beides war auf der Meilerhütte natürlich ebenfalls gesorgt.

Siehe auch:

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Weblinks:

14 Kommentare zu Vom Schachenhaus zur Meilerhütte

  • Wow, wunderschön! Bei dem Anblick hätte ich aber auch erst einmal Zweifel, ob ich den Aufstieg schaffen könnte. Die “Hütte” klebt ja wie ein Adlerhorst in den Felsen. Ein Regenbogen zum Sonnenaufgang – wo kann man denn den bestellen?
    Liebe Grüße, Margit

  • Toll, ich hoffe das Angebot bleibt noch lange aufrecht, falls wir uns mal dahin begeben!
    Liebe Grüße, Margit

  • Hallo,

    es lohnt sich alleine schon wegen den Bildern immer wieder mal hier vorbei zu sehen. Darf man sich das Sonnenaufgangsbild als Hintergrundbild für den Laptop ziehen? Also nur für den Eigengebrauch :)

    schöne grüße,

    thomas

    • Klar, Du darfst die Bilder auch anderweitig verwenden (siehe Creative Commons Lizenz rechts in der Sidebar) Bei Hintergrundbildern würden wir natürlich auf die Nennung des Autors verzichten ;-)

      • Muss ich meinen ganzen Computer unter die Creative Commons stellen, wenn ich das Bild als Background verwenden will, oder reicht es nur die Oberfläche so zu lizensieren?

        • Ich vermute, diese Frage werden wir vorm Europäischen Gerichtshof klären müssen ;-)

          Ich weiß gar nicht, wie das bei den Creative Commons im Einzelnen geregelt ist. Mir persönlich ist es schnurzpipegal, was ihr im privaten Umfeld mit unseren Fotos macht. Bei Veröffentlichungen bestehen wir (meist) auf die Autorennennung und auf die Weitergabe unter gleichen (oder ähnlichen) Bedingungen.

          Und weil so eine Frage vor einiger Zeit schon mal an mich heran getragen wurde – ich persönlich verstehe nicht, warum so viele Amateur-Fotografen und -Autoren ihre Werke ohne eindeutige Lizenz oder mit der CC non-commercial (by-nc) Lizenz versehen. Das hat dann nämlich zur Folge, dass Blogs wie unseres diese Inhalte nicht übernehmen (und verlinken) werden.

          Um es also noch mal ganz klar zu machen: Wenn euch für irgendeinen Zweck ein aussagekräftiges Foto fehlt und ihr findet etwas passendes hier bei uns, dann verwendet es! Ihr müsst dann nur darauf hinweisen, dass das Foto unter Creative Commons lizenziert ist und von “Wir sind im Garten” stammt. (Ein Link zum Ursprungsartikel kann natürlich auch nicht schaden ;-)

  • Svenja

    Wow, die Fotos sind wirklich gut geworden. Das mit dem Sonnenuntergang könnten man sich sogar in ein Zimmer hängen, sieht aus wie von einem Profi gemacht. Welche Kamera hast du benutzt?

  • Hallo Heiner,
    danke für diese schöne und deutliche Wegbeschreibung zur Meilerhütte! Ich wollte sie schon im letzten Jahr gehen. Durch Ihre Beschreibung habe ich richtig Lust bekommen. Ist diese Tour auch jetzt schon – Karfreitag und Karsamstag – zu empfehlen; oder noch zu früh?

    Viele Grüße,
    Christa

  • Hörnchen

    Tolle Seite :-)

    Ist die Tour Partnachklamm-Schachenhaus-Meilerhütte und auch wieder zurück(!) auch für Anfänger machbar (die noch nicht wissen, wie trittsicher und schwindelfrei sie sind)?

    Ist mit Schneefeldern zu rechnen?

    Kennt Ihr auch die Abstiegsroute über Schachenhaus-Diensthütte-Elmau? Ist diese Route einfacher? Und wie kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Elmau nach Klais?

    Danke für eine kurzfristige Antwort!

    Hörnchen

    • Der Kälbersteig von der Partnachklamm hoch zum Schachenhaus ist nicht besonders schwer. Wenn man sich etwas Zeit lässt, dann ist das auch für Anfänger überhaupt kein Problem. Den Weg hinunter nach Elmau sind wir nicht gegangen, da handelt es sich aber offenbar durchgehend um einen ausgebauten Wirtschaftsweg.

      Der Weg vom Schachenhaus zur Meilerhütte ist schon etwas anspruchsvoller. Er wird nicht selten problemlos von Kindern bewältigt, aber wenn man richtig Höhenangst hat, dann könnte es dort schon schwierig werden.

      Als wir dort unterwegs waren (Mitte August) gab es noch kleinere Schneefelder. Außerdem muss man in dieser Höhe wohl sowieso immer mit Schnee rechnen. Für genauere Auskünfte fehlt mir da aber leider die Erfahrung.

  • Hörnchen

    Vielen Dank für die schnelle Antwort und viel Spaß bei allen Euren Unternehmungen :-)

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