Martini-Sommer

Laut Wikipedia sind Wettersingularitäten Wetterlagen, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten, und eine deutliche Abweichung von einem glatten Verlauf der Wetterelemente (Temperatur, Niederschlag, usw.) darstellen. Hier bei uns in Mitteleuropa gehören dazu zum Beispiel der Märzwinter, die Eisheiligen, die Schafskälte, die Hundstage, der Altweibersommer, der Martini-Sommer oder das Weihnachtstauwetter.

In der Alpenregion bezeichnet man mit dem Martini-Sommer eine Schönwetterperiode um Martini (11. November). In den letzten Jahren beginnt der Martini-Sommer aber offenbar schon ein paar Tage früher. In eingeweihten Kreisen bezeichnet man diese Zeit vor der eigentlichen Martini-Hochdrucklage deshalb inzwischen als das “Große Geburtstagsschwitzen“. In der Praxis läuft das nämlich Jahr für Jahr folgendermaßen ab:

  • Man wird von einem lieben alten Freund zur traditionellen Geburtstagswanderung in die Alpen eingeladen.
  • Kurz bevor man sich auf den Weg macht schaut man sich an, was dort in den Alpen für ein Wetter herrscht.
  • obergurgl.atMan erschaudert! Kaltfront, Schnee bis hinunter in die Täler, Wintereinbruch, bibber…
  • OK, kein Problem. Man stopft sich also seinen Rücksack bis oben hin voll Funktionsunterwäsche, diverse Lagen warme und regenfeste Kleidung, Gamaschen, Handschuhe, Mütze usw. usw.
  • Kurz danach steigt man in München aus dem Zug und es erwartet einen Föhn mit strahlendem Sonnenschein bei knapp 20 Grad.

Im Gegensatz zu anderen Wettersingularitäten scheint das Große Geburtstagsschwitzen eine ziemlich zuverlässige Angelegenheit zu sein. Zumindest liefen die vergangenen drei Jahre ganz genau so ab wie oben beschrieben. (Siehe 2007, 2008, 2009) Und auch in diesem Jahr ließ uns das Große Geburtstagsschwitzen nicht im Stich. Hier ein paar Impressionen von unserer Wanderung im Kaisergebirge:

Pause an der Antoniuskapelle Sonnenaufgang an der Vorderkaiserfeldenhütte

Blick vom Petersköpfl ins Inntal Hüttengaudi

Der Weg führte uns in diesem Jahr übrigens von Kufstein hinauf zur Vorderkaiserfeldenhütte. Am zweiten Tag ging es über den Gipfel des Petersköpfl wieder hinunter zu einem ausgesprochen lustigen Abend im Berghof Enzian. Am dritten Tag ging es dann zurück nach Kufstein.

Alpenpflanzengarten Vorderkaiserfelden

Der Alpenpflanzengarten Vorderkaiserfelden

Leider war der Alpenpflanzengarten des Münchener Vereins zum Schutz der Bergwelt nahe der Vorderkaiserfeldenhütte bereits geschlossen. Aber zumindest konnten wir die dort gesammelten Alpenpflanzen recht gut über den Zaun bewundern.

Siehe auch:

3 Kommentare zu Martini-Sommer

  • Elke

    Hallo, ihr Zwei…na das freut mich aber, dass ihr mit eurer Tour und dem Alpenföhn wieder richtig glück hattet.
    ich hatte ganz insgeheim auf die Vorderkaiserfeldenhütte getippt und mit dem Zahmen Kaiser lag ich auch ganz gut, gell.
    Diese Tour kennen Achim und ich auch gut, sind sie selbst schon abgelaufen, auch mit der Übernachtung auf der Hütte.
    Liebe Grüsse
    Elke

  • Mailin

    Elke, das ist ja witzig, die Welt ist doch ein Dorf.
    Wir waren dann ja auch noch auf dem Petersköpfl, und einige sind noch weitergelaufen bis zur Pyramide. Das war uns wegen des Schnees dann aber doch zu heikel. Wir sind eben vorsichtige Muschelschubser :-)

    Liebe Grüße, Mailin

  • marie

    ^das bild ist hübsch

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