Unser Gartenkalender: Juli

Statistisch ist der Juli in Deutschland der heißeste Monat – es herrscht Hochsommer. Eine unserer wichtigsten Aufgaben im Garten wird es deshalb wohl wieder sein, die Pflanzen regelmäßig mit ausreichend Wasser zu versorgen. Natürlich soll man eigentlich nicht in der Mittags- und Nachmittagshitze sprengen, weil die Wassertropfen auf den Blättern wie kleine Brenngläser wirken und auch weil manche Pflanzen das kalte Wasser aus dem Brunnen nicht besonders gut vertragen. Trotzdem müssen wir bei Trockenheit einige Stunden am Tag sprengen um zumindest jeden zweiten oder dritten Tag auf jedes Beet zu kommen. Übrigens ist es nicht besonders sinnvoll überall kurz zu sprengen, weil das Wasser dann nicht tief genug in den Boden eindringt und schnell wieder verdunstet. Günstiger ist es, in weiteren zeitlichen Abständen ordentlich zu sprengen. Neben der regelmäßigen Wasserversorgung stehen im Juli natürlich noch ein paar weitere Arbeiten an.

Gemüsegarten

  • Kürbisse zurückschneiden: Kürbisse neigen dazu, sich wie wild auszubreiten. Meist lassen wir mindestens einer Pflanze freien Auslauf in die Pferdeweide. Möchte man jedoch große Kürbisse ernten, dann sollte man die Ranken rechtzeitig abschneiden, sodass ca. 3 bis 4 Kürbisse pro Pflanze übrig bleiben. Auch andere Pflanzen müssen im Juli zurück geschnitten werden, wie z.B. die Kapuzinerkresse, weil sie sonst die Wege überwuchert ;-)
  • Letzte Aussaaten: Im Juli sind noch ein paar Aussaaten im Gemüsegarten möglich, z.B. Buschbohnen, Endivien, Fenchel, Möhren, Rote Beete, Winterrettich, Spinat und verschiedene Salate. Evtl werden wir auch wieder Gründüngungspflanzen (Lupinen, Phacelia, Wicken usw.) aussähen. Als potentiellen Standort habe ich da zum Beispiel das Beet im Auge, auf dem vorgestern vom Sturm Uriah unserer gesamter Zuckermais umgeweht wurde. :-(

Kräutergarten

  • Kräuter einfrieren: Mit dem Trocknen von Kräutern haben wir nicht so besonders gute Erfahrungen gemacht. Deshalb frieren wir Thymian, Dill, Petersilie, Schnittlauch usw. lieber ein. Die Methode Kräuter in Eiswürfeln einzufrieren hört sich zwar zunächst interessant an, bringt aber eigentlich auch keine Vorteile gegenüber dem Einfrieren in wieder verschließbaren Behältern
  • Kräuter trocknen: relativ erfolgreich hat das Trocknen bisher bei Pfefferminze (Blätter ohne Stängel trocknen!), Thymian und Zitronenmelisse funktioniert.
  • Kräuter vermehren: Im Juli können viele Kräuter leicht vegetativ vermehrt werden. Häufig lohnt auch ein Besuch bei Freunden und Nachbarn um Stecklinge zu tauschen. Sehr gut funktioniert die Stecklings-Vermehrung z.B. bei Salbei, Rosmarin, Thymian, Oregano und Lavendel

Obstgarten und Beerengarten

  • Neues Erdbeerbeet: Wie eigentlich in jedem Jahr wollen wir in diesem Jahr wieder ein Erdbeerbeet aufgeben und als Ersatz ein neues Beet anlegen.
  • Wasserschosser aus den Obstbäumen entfernen: Sie verbrauchen unnötig Wasser, Licht und Nährstoffe
  • Ringe aus Wellpappe gegen Apfelwickler: Die Ringe werden Ende Juni/Anfang Juli angebracht und müssen regelmäßig kontrolliert werden. Eingesponnene Raupen werden dann abgesammelt.
  • Brombeeren ausgeizen: Es sollen nicht mehr als 6 Jungtriebe pro Pflanze stehen bleiben (die Beeren wachsen an den Trieben des Vorjahrs), die Seitentriebe an den neuen Ruten werden bis auf zwei Blätter zurück geschnitten, danach können die neuen Ruten auch gleich an das Spalier angeheftet werden. Nach der Brombeeren-Ernte können die alten abgetragenen Ruten dicht über dem Boden abgeschnitten werden.
  • Sommerschnitt der Kiwis: In den letzten Jahren hatten wir unsere Kiwis nur recht zögerlich geschnitten. Hier kommt in diesem Jahr also etwas Arbeit auf uns zu. In dieser PDF-Datei ist anschaulich beschrieben, wie geschnitten werden soll.
  • Sommerschnitt der Himbeeren: Nach der Ernte der Himbeeren werden alle abgetragenen Ruten unter der Bodenoberfläche abgeschnitten.
  • Sommerschnitt der Weinpflanzen: und nach dem Schneiden gleich probieren, wie das Rezept mit in Weinblätter eingewickelten und dann gegrillten Käsestücken schmeckt ;-)

Sonstige Arbeiten

  • BuchsbaumBuchsbaum vermehren: In unserem Garten wachsen inzwischen eine ganze Menge Buchsbäume, die wir alle selbst durch Stecklinge vermehrt haben. Man schneidet dafür von älteren Buchsbaum-Pflanzen kurze (knapp 10 cm lange) Stecklinge, entfernt die unteren Blätter, pflanzt sie in humusreiche Erde und gießt sie gründlich an. Nach ein bis zwei Monaten haben sich dann ordentlich Wurzeln gebildet.
  • Unterschlüpf für Kröten: Im Hochsommer brauchen die Kröten Möglichkeiten sich vor der Sonne zu verstecken. Immerhin sollen sie uns ja bei der Dezimierung der Schnecken helfen.
  • Samen ernten: Um beim Zukauf von Samen nicht zu tief in die Tasche greifen zu müssen, aber auch weil es einfach Spaß macht, selbst zu “züchten”, versuchen wir von möglichst vielen Kulturen eigene Samen zu ernten. Besonders erfolgreich waren wir z.B. bei Kapuzinerkresse, Stockrose, Ringelblume Schwarzwurzel, Mohn, Borretsch, Dill, Bohnen, Wicken, Lupinen usw.
  • In diesem Zusammenhang auch gleich der Hinweis, dass man schon im Juli beginnen kann zweijährige Pflanzen (z.B. Stockrose) zu vermehren, indem man die jetzt auflaufenden Sämlinge an geeignete Standorte verpflanzt, oder die Samen der Zweijährigen sammelt und an neuen Standorten wieder aussäht.

Siehe auch:

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