Phänologie

Ist das Gedankenübertragung? Nein, wohl nur ein jahreszeitlich bedingter Zufall. Gestern Abend habe ich mir ein paar Notizen für einen Artikel zur Phänologie gemacht und heute morgen lese ich genau so einen Artikel von Kathy auf Skippy’s Vegetable Garden.

Die Jahreszeiten begegnen uns ja zunächst einmal immer als genau im Kalender definierte Perioden. Beim astronomischen Kalender reicht der Frühling etwa vom 21. März bis zum 22. Juni, der Sommer vom 22. Juni bis zum 23. September, der Herbst vom 23. September – 22. Dezember und der Winter vom 22. Dezember – 21. März. Die meteorologischen Jahreszeiten kann man sich etwas leichter merken und sind für den Garten auch relevanter. Dort herrscht in den Monaten März,April und Mai Frühling; im Juni, Juli und August ist Sommer; im September, Oktober und November ist Herbst und über Dezember, Januar und Februar machen wir uns jetzt im Frühling noch keine Gedanken. Selbstredend gelten die oben genannten Einteilungen nur für die Nordhalbkugel der Erde. Auf der Südhalbkugel beenden die Gärtner jetzt so langsam ihre Apfelernte und beginnen ihre Gärten winterfest zu machen.

Die Blüte der ersten Schneeglöckchen läutet den Vorfrühling ein

Phänologie, ist nun die Lehre vom jahreszeitlichen Ablauf der Lebenserscheinungen. In der Phänologie teilt man das Jahr also nicht stur nach dem Kalender ein, sondern man sieht sich an, was in einem bestimmten Jahr in der Natur passiert. Bevor es einen zuverlässigen Kalender gab, waren solche Beobachtungen sehr wichtig, um die richtigen Aussaat-Termine für die verschiedenen Kulturpflanzen festzulegen. Die ältesten überlieferten phänologischen Aufzeichnungen sind mehr als1300 Jahre alt. Japanische Gärtner begannen schon damals alljährlich aufzuschreiben, wann genau ihre Kirschen blühten. In Schottland sind Aufzeichnungen der Familie Marsham überliefert, die über sechs Generationen hinweg von 1736 bis 1925 ihre phänologischen Beobachtungen dokumentierten.

In der Phänologie wird das Jahr gewöhnlich in zehn Jahreszeiten eingeteilt. Jede dieser zehn Jahreszeiten sind bestimmte charakteristische Erscheinungen in der Natur zugeordnet. Hier ein paar Beispiele:

Vorfrühling: Blüte der Schneeglöckchen, Stäuben der Haselkätzchen, Blüte von Schwarzerle und Salweide

Erstfrühling: Blüte von Forsythie, Blüte von Stachelbeeren und Johannisbeeren, Laubaufbruch der Rosskastanie, Ergrünen des Dauergrünlandes

Vollfrühling: Blüte von Apfel und Flieder, Blüte der Rosskastanie. Laubaufbruch der Stieleichen

Frühsommer: Stäuben des Roggens, Blüte des Wiesen-Fuchsschwanz, Blüte des Schwarzen Holunder und  des Weißdorns

Hochsommer: Reife der Süßkirschen, Blüte der Kartoffeln und der Wegwarte

Spätsommer: Reife von frühen Äpfeln und Zwetschgen, Reife der Felsenbirne

Frühherbst: Fruchtabwurf der Rosskastanie, Blüte der Herbstzeitlosen, Reife der Haselnuss

Vollherbst: Laubverfärbung der Rosskastanie, Reife der Stieleiche und der Rosskastanie, Reife der Quitte und der Walnuss.

Spätherbst: Blattabwurf der Stieleiche und der Rosskastanie

Winter: Entlaubung der Rosskastanie, Nadelfall der Lärche

Wer Lust hat, der Welt seine eigenen phänologischen Beobachtungen zu übermitteln, findet dafür inzwischen vielfältige Möglichkeiten. Von der Aktion Apfelblütenland hatte ich schon einmal berichtet. Auch der Deutsche Wetterdienst sucht phänologische Beobachter, ebenso die österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

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  • BBCH Skala von Uwe Meier (ein praktisches Hilfsmittel zur Bestimmung der Entwicklungsstadien von Kulturpflanzen und Unkräutern)

Weblinks:

2 Kommentare zu Phänologie

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