Milpa (Indianerbeet)

Die Azteken haben es gemacht, die Maya haben es gemacht, die Inka haben es gemacht, der Gartengnom hat es gemacht, Ralf hat es gemacht und in diesem Frühjahr haben wir es auch gemacht – nämlich eine Milpa angelegt.

Mit dem Begriff Milpa bezeichnet man eine bestimmte Methode, Landwirtschaft zu betreiben. Diese Wirtschaftsweise wird von den Maya seit Jahrhunderten bis in die heutige Zeit angewandt. Naja, zumindest wird die Milpa immer noch von den Maya angewandt, die heute noch überwiegend Subsistenzwirtschaft betreiben, die also noch autonom ohne nennenswerten Tauschhandel leben.

Bei der Milpa werden mehrere Früchte gleichzeitig in Mischkultur angebaut. Insbesondere sind das Mais, Bohnen und Kürbisse. Die einzelnen Früchte sollen sich dabei gegenseitig fördern. Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe. Im Gegenzug versorgen die Bohnen den Mais mit zusätzlichem Stickstoff, den sie (in Symbiose mit Bakterien) aus der Atmosphäre binden. Der Kürbis sorgt schließlich dafür, dass Unkräuter unterdrückt werden und dass der Boden beschattet und damit vor Erosion geschützt ist.

Wir haben unseren Mais also im Frühjahr mit einem größeren Abstand (ca. 60 x 60 Zentimeter) gepflanzt. Dazwischen haben wir dann etwa alle 180 Zentimeter abwechselnd eine Feuerbohne bzw. einen Kürbis gepflanzt.  Zugegeben, die Feuerbohne ist eine “Altwelt”-Pflanze und der Mais ist ein Zuckermais. Unsere Milpa ist also keine traditionelle indianische Milpa, aber immerhin hat sich das Ganze doch ausgesprochen gut entwickelt:

Milpa Milpa Detailansicht

Außer einem riesigen Borretsch und einigen Kapuzinerkressen ist auf dem Beet auch kaum Unkraut gewachsen. Es scheint so, als würde die Milpa auch in Europa funktionieren. Und dazu sieht das dschungelartige Beet auch noch klasse aus. Im Moment ist mir nur noch nicht so recht klar, wie wir da durch kommen sollen, um Kürbisse oder Bohnen zu ernten. Ich vermute, bei den Maya gehört die Machete deshalb zu der üblichen Grundausstattung eines Gartens.

Weblinks:

15 Kommentare zu Milpa (Indianerbeet)

  • Hallo Heiner, das sieht ja prächtig aus! Wie seid ihr denn auf die Abstände gekommen? Bei meinem Versuch hatte ich viel zu dicht gepflanzt und an jede Maispflanze eine Prunkbohne gelegt. Die haben dann mit dem Kürbis gemeinsame Sache gemacht und den Mais regelrecht stranguliert. Aber auch euer Kürbis scheint sich ja zu benehmen. Welche Sorte ist es denn?
    Um das Bohnenernteproblem zu lösen, könnte man auch zu einer Trockenbohne greifen und dann quasi alles zusammen ernten. Man müsste also das Beet (idealerweise) nie betreten.

  • Die Pflanzabstände haben wir uns einfach aus den Fingern gesaugt. Scheint so aber ungefähr hinzukommen. Ein paar der Maispflanzen sind auch schon ganz schön umschlungen. Bis jetzt weichen die noch in Richtung Himmel aus ;-) Da der Mais schon gut anfängt Kolben zu bilden, gehe ich mal davon aus, dass wir da trotzdem etwas ernten werden.

    Der Mais ist ein Zuckermais Sorte Bantam, die Kürbisse sind Hokaidos und die Feuerbohnen sind aus jahrelanger eigener Nachzucht (keine Ahnung, was das mal für eine Sorte war).

  • tolle Idee…kannte ich bis heute nohc nicht..den heutigen schnellen Erntemethoden leider sicher ein Dorn im Auge dabei wär´s soviel beser für unser Land! gruß HEike

  • Die Machete (“Herbertz Haumesser”) brauche ich alleine schon um Maisstengel, Sonnenblumenstengel, Kohlstrünke, … kompostgerecht zu zerkleinern. Ich finde sie ist eines der besten Gartengeräte das ich mir seit langem angeschafft habe. Außerdem macht das Arbeiten damit einfach Spaß. Kirschlorbeer lässt sich im Übrigen damit auch gut entasten. :-)

  • Toll sieht das aus! Darüber habe ich schon oft gelesen, war aber zugegebenerweise immer skeptisch, ob das auch wirklich funktioniert. Ist der Mais nicht etwas niedrig für Feuerbohnen? Wenn ich da an meine Feuerbohnen denke, die sind schon drei Meter hoch. Oder habt ihr die Bohnen erst wirklich spät gelegt? Wieviel Vorsprung braucht denn der Mais, damit er die Würgespiele gut übersteht?
    Liebe Grüße, Margit

  • Luise

    Hallo Heiner!
    Das ist aber eine tolle Milpa! Ich habe mich dieses Jahr auch endlich drangewagt, aber bei mir wuchsen die Bohnen wesentlich schneller als der Mais und hatten dann erstmal nichts zum Hochranken. Habt ihr zu unterschiedlichen Zeiten gepflanzt? Oder vielleicht lagen die Bohnen bei mir nicht tief genug?
    Wegen des Erntens nehme ich an, dass die Indianer die Bohnen und Kürbisse erst mit/nach dem Mais geerntet haben. Die Bohnen waren dann halt trocken, aber dafür zertrampelt man nichts aus Versehen. Das haben wir bei uns jedenfalls so gemacht und nur von den Beeträndern frische Bohnen und milchreifen Mais genascht.
    Mal schauen, ob die Milpa nächstes Jahr besser klappt. :)
    Viele Grüße,
    Luise

  • Ja, wir haben auch eher von der Seite geerntet. Gelegentlich habe ich mich mal hinein gewagt, aber da bekommt man ja Angst, dass man nicht mehr raus kommt ;-)

    Bohnen und Mais sind bei uns eigentlich ganz gut miteinander ausgekommen. Aber wir hatten noch einige wilde Kapuzinerkressen mit dabei und die wurden zum Herbst hin echt zum Problem, weil sie alles überwuchert haben. Die Maisernte war eigentlich ganz gut, Bohnen und Kürbis eher nicht so. Allerdings war einer größten Kürbisse dabei, den wir je geerntet haben (Sorte Big Max). Die Hokaidos haben nur relativ wenige Früchte angesetzt.

  • Christian

    Hallo Milpa-Gärtner!
    Nicht der Mais ist zu niedrig für die Bohnen, die Bohnen sind zu hoch für den Mais einer klassischen Milpa.

    Laut meinem schlauen Buch vom österreichischen Verein Arche Noah nimmt man für eine Milpa Reiserbohnen, die von der Höhe zwischen Buschbohne und Stangenbohne liegen. Die Reiserbohnensorte “Nicaragua Bohne” ist laut Beschreibung und Foto im getrockneten Zustand genau so, wie ich mir Kidneybohnen für ein Chili con Carne vorstelle.

    Ich werde dieses Jahr auch einen Milpa-Versuch starten, danke für die Infos und Bilder!

    Viele Grüße
    Christian

  • Gabi

    Hallo,

    was ist denn der ideale Abstand bei einer Milpa Mischkultur.

    60cm zwischen den Maispflanze ?
    an jeder Maispflanze ein Bohne? und wo kommt der Kürbis hin?

    • Wie gesagt, wir haben die Abstände gefühlsmäßig ausgewählt, scheint aber so ganz gut zu passen. Stangenbohnen würde ich vielleicht etwas enger setzen.

  • Hallo lieber Heiner, inspiriert durch ihren Artikel möchte ich dieses Jahr auch ein milpa-ähnliches Anbausystem bei uns im Garten etablieren. Der Blog ist ganz neu, deshalb nicht wundern – es ist der erste Beitrag ;)

    Viele Grüße aus Berlin, Paul K.

  • Hallo Heiner. Ich bin daran eine Naturwerkstatt zum Thema “Gemüse und Sortenvielfalt” zu schreiben. Das “Indianerbeet” werde ich darin auch beschreiben.
    Jetzt bin ich auf der Suche nach guten Bildern. Deine Fotos gefallen mir sehr gut! Würdest du mir 1-2 Bilder zur Verfügung stellen?
    Ich freue mich auf deine Nachricht.
    Übrigens: weitere Naturwerkstätten sind auf der Website: http://www.wildrose.ch beschrieben.
    Liebe Grüsse aus dem Bieler Seeland, Andrea

  • Andrea Frommherz

    Lieber Heiner
    Dein Bild vom Milpabeet passt bestens ins Buch.
    Nur hat mir soeben der Bildbearbeiter mitgeteilt, dass die Qualität des Bildes zu wenig gut sei.
    Ob das Bild noch in einer etwas besseren Qualität zur Verfügung steht?

    Ich bin dir sehr dankbar um eine baldige Antwort, denn das Buch steht bald vor dem Drucken: http://www.wildrose.ch/Samen_und_Gemuese.18.0.html

    Ganz guten Abend und beste Grüsse

    Andrea

  • PatrWink

    Ich habe bisher noch nicht von Milpa gehört, aber das Konzept klingt doch richtig gut.
    Betreibt ihr denn dann auch wirklich Landwirtschaft oder ist das nur zum Spaß neben her?
    Wo habt ihr denn davon gehört? Von der Gärtnerei?

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