Was ist der Unterschied zwischen Postelein und Portulak?

Gestern las ich zufällig wieder einmal, dass Postelein und Portulak zwei Bezeichnungen für die selbe Pflanze sind. Sind sie nicht!

Postelein

Postelein

Ich habe mich hier schon manchmal über das Chaos bei den botanischen Namen von Pflanzen beschwert. Aber wenn es darum geht eine Pflanze genau zu bezeichnen, dann ziehe ich den botanischen Namen trotzdem den oft völlig chaotischen deutschen Bezeichnungen vor. Da bin ich dann sogar ausnahmsweise bereit Namen wie Beta vulgaris subsp. vulgaris var. vulgaris zu verwenden oder über Unklarheiten wie Lonicera kamtschatica / Lonicera caerulea var. kamtschatica hinweg zu sehen.

Postelein ist nicht das selbe wie Portulak. Postelein heißt im Deutschen eigentlich Gewöhnliches Tellerkraut und der botanische Name lautet Claytonia perfoliata oder synonym Montia perfoliata. Portulak heißt dagegen tatsächlich Portulak. Botaniker bezeichnen ihn als Portulaca oleracea.

Vermutlich ist die Verwechslung der beiden Arten durch die weiteren deutschen Namen entstanden. Postelein wird nämlich gerne als Winterportulak bezeichnet. Im Gegensatz dazu bezeichnet man den echten Portulak auch als Gemüse-Portulak oder sogar Sommer-Postelein.

Portulak

Portulak

Das Aussehen von Portulak und Postelein unterscheidet sich grundlegend. Leider haben wir zur Zeit keinen Portulak im Garten, deshalb habe ich hier eine Grafik aus “Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz” aus dem Jahr 1885 von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé verwendet. Das Postelein-Foto zeigt einige der übrig gebliebenen Pflanzen, die wir im vergangenen Herbst ausgesät haben.

Postelein wird vorwiegend roh in Salaten verwendet. Ältere Blätter und Blüten werden manchmal auch wie Spinat gedünstet. Beim Portulak ist es umgekehrt – man kann ihn roh als Salat zubereiten, häufiger werden die fleischigen, leicht säuerlich/salzig schmeckenden Blätter wie Spinat gedünstet. Die Blütenknospen des Portulak können wie Kapern eingelegt werden.

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