Dicke Bohnen ernten

Dicke Bohnen

Dicke Bohnen (Vicia faba)

Bei  uns sind die ersten Dicken Bohnen reif. Naja, richtig reif sind sie natürlich nicht, aber sie sind zumindest erntereif. Dicke Bohnen erntet man entweder grün, wenn sie noch nicht hart und mehlig geworden sind; oder man erntet sie im Herbst, wenn sie ganz trocken und hart sind.

Mit Dicken Bohnen meine ich hier natürlich Ackerbohnen (Vicia faba). Andere bezeichnen diese Bohnen – die eigentlich Wicken sind – als Saubohnen oder Pferdebohnen oder Fababohnen oder Puffbohnen und wer weiß wie sonst noch. Irgendwo las ich, dass gelegentlich auch Feuerbohnen (Phaseolus coccineus) als Dicke Bohnen bezeichnet werden. Die meine ich hier nicht und ich meine natürlich auch nicht die normalen Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris).

Dicke Bohnen

Dicke Bohnen; links mit Haut, rechts enthäutet

Wenn man die Dicken Bohnen rechtzeitig erntet, dann ist es nicht nötig die Fruchtschale zu entfernen, die jeden einzelnen Kern umschließt. Später (so ab Anfang Juli) wird diese Haut (abhängig von der Sorte) immer fester. Sie sollte dann entfernt werden um einen unangenehmen Kaugummi-Effekt zu vermeiden.

Wenn an den Kernen kleine Reste der Verbindung zur Schote haften bleiben, dann sollte man die auch entfernen. Angeblich schmecken die Bohnen sonst bitter. (Habe ich allerdings nie selbst drauf ankommen lassen.)

Dicke Bohnen, Schoten

750 Gramm Dicke Bohnen und die leeren Schoten

Und was macht man mit so einem Pott Dicken Bohnen? Dicke Bohnen mit Speck natürlich!

Rezept: Dicke Bohnen mit Speck

Zutaten:

  • 750 Gramm Dicke Bohnen
  • 150 Gramm geräucherten Speck
  • 2 Zwiebeln
  • 100 Milliliter Sahne
  • Butter
  • 1 Esslöffel Mehl
  • Salz, Pfeffer, Paprika, Bohnenkraut

Zubereitung:

Die Bohnen werden aus den Schoten gepult und ggf. wird die Fruchtschale von den Kernen entfernt. Dann werden die Bohnen etwa zwanzig Minuten gekocht.

Der Speck und die Zwiebel werden in kleine Würfel geschnitten und dann in ordentlich Butter angebraten. Anschließend gibt man das Mehl dazu und verrührt es mit der Butter. Da es sich hier im Prinzip um eine Mehlschwitze handelt, soll das Verhältnis zwischen Mehl und Fett (aus Butter und Speck) etwa 3 zu 2 betragen.

Die heiße Flüssigkeit, in der vorher die Bohnen gekocht wurden, wird anschließend langsam nach und nach dazu gegeben und verrührt. Zuletzt werden auch die Bohnen dazu gegeben und man lässt das Ganze zehn Minuten zusammen köcheln. Wer es gerne etwas “fleischiger” mag, kann noch ein Stück Bauchspeck oder Kassler in das Gericht geben.

Nun wird vorsichtig mit Salz, Pfeffer, Paprika und Bohnenkraut abgeschmeckt und die Sahne wird dazu gegeben. Zuletzt lässt man das Ganze noch kurz kochen – fertig.

Siehe auch:

8 Kommentare zu Dicke Bohnen ernten

  • Gartentipps

    Wow, so dicke Bohnen hab ich ja noch nie gesehen. Was es nicht alles gibt, dagegen sind normale Bohnen ja Winzlinge dagegen. Der Vorteil ist sicherlich das schon ein paar Bohnen aufgrund ihrer Größe satt machen können. Klasse Artikel jedenfalls, vor allem auch gleich mit Rezept.

  • Undine

    Danke für die schöne Erklärung! Ich frage mich, ob ich die dicksten Schoten meiner dicken Bohnen jetzt schon ernten kann. Sie sehen so groß aus wie auf dem Bild oben. Und gibt es eigentlich eine kreative Verwendung der Hülsen?

    • Wir nehmen die Hülsen zum Mulchen im Spargelbeet. Sie müssten ja relativ viel Stickstoff enthalten. In der Küche kann man sie wohl nicht verwenden.

      • Falko

        Die Schoten enthalten nicht unbedingt viel Stickstoff, der ist in den Wurzeln der Pflanze. Aber verkehrt ist es trotzdem nicht.

        • Ähm, soweit ich mich erinnere enthalten die jungen Schoten doch relativ viel Eiweiß und Eiweiß besteht zu einem relativ großen Teil (>16 Prozent) aus Stickstoff.

  • Brunhilde Theska

    Ich bin dies Jahr Neuling mit Anbau und Verarbeitung von dicken Bohnen. Sind sehr gut gewachsen, und hängen vor allen Dingen unheimlich voll. Habe auch schon jetzt geernte, zwei Wassereimer. Im Endeffekt hat man ja nicht viel im Topf. Einmal habe ich schon eingefroren, allerdings ist da der Schniepel von der Verbindung Frucht-Schale noch dran; jetzt bin ich gerade fertig mit dem zweiten Eimer, da habe ich die Dinger abgemacht. Man muss die Bohnen ja sehr oft in die Hand nehmen, sprich: es ist viel Arbeit. Aber was solls. Ich bin mir jetzt bloss noch nicht im Klaren, ob ich die großen Bohnen “entmantele”, oder ob ich es einfach auf eine Kauprobe ankommen lasse.

    Jedenfalls war mir Eure Seite sehr, sehr hilfreich.

    • Jo, das ist wirklich sehr viel Arbeit. Du kannst ja mal versuchsweise eine kleine Malzeit mit der Fruchtschale zubereiten. Ich fürchte allerdings, sie ist jetzt schon zu fest und Du musst sie “abpellen”.

  • christa

    dicke bohnen kann man ja schon ab februar -je nach sorte – in frostfreiem boden aussähen, da sie bei niedrigen temperaturen keimen und leichte fröste nicht schaden, so dass man bereits ab juni ernten und damit die aufwändige “pellerei” dann entfallen kann.
    die sorten, die ich bisher angebaut habe, hatte keine harte schale bei rechtzeitiger ernte.

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