Tomatensorten

Tomaten

Tomatenernte nach einem einwöchigen Urlaub

Monika fragt in einem Kommentar, von welchen Tomatensorten wir Samen für das kommende Jahr aufbewahrt haben. Hier eine etwas ausführlichere Antwort, die auch die Sorten enthält, die wir nicht wieder anbauen werden.

Kremser Perle

Die Sorte Kremser Perle ist eine ältere Buschtomate aus Niederösterreich. Sie gilt als äußerst robuste Sorte, die angeblich sogar Dauerregen verträgt. Auch unsere beiden Pflanzen (eine im Gewächshaus, eine unter einem knappen Überdach) zeigten nur geringe Anzeichen von Braunfäule. Die Kremser Perle ist eine der früheren Tomatensorten. Die Früchte sind mittelgroß, der Ertrag war bei uns vergleichsweise niedrig, der Geschmack war gut aber nicht unbedingt herausragend. Trotzdem werden wir die Kremser Perle wieder anbauen, weil sie auch in ungünstigen Jahren zuverlässig ihren Ertrag bringt.

Siehe auch:

Ailsa Craig

Ailsa Craig

Tomatensorte Ailsa Craig

Die Sorte Alisia Craig ist eine sehr alte schottische Stabtomate, die nach der Insel Ailsa Craig benannt wurde. Ailsa Craig soll besonders kälteresistent sein und ebenfalls gut mit Regen klar kommen. Auch unsere beiden Pflanzen (eine im Gewächshaus, eine unter einem knappen Überdach) zeigen keine Anzeichen für Braunfäule. Die Früchte sind mittelgroß, der Ertrag war aber vergleichsweise gering. Der Geschmack war gut, aber das angekündigte besondere Geschmackserlebnis konnte ich bei unseren Früchten eher nicht feststellen.

Ich habe zwar Samen der Ailsa Craig eingelagert, aber vermutlich werden wir sie im nächsten Jahr nicht wieder anbauen.

Weblinks:

Black Russian

Häufig liest man, dass die Sorte Black Russian aus Australien stammt. Es ist aber wohl so, dass diese Sorte von russischen/ukrainischen Auswanderern auf australischen Märkten angeboten und dadurch international bekannt wurde. Es handelt sich um eine Stabtomate mit überdurchschnittlich großen Früchten, die erst spät abreifen. In voller Reife werden die Früchte dann dunkel bis fast schwarz. Auch der gute Geschmack entwickelt sich erst spät. Black Russian kommt relativ gut mit niedrigen Temperaturen und Regen klar. Bei uns gab es keine Anzeichen für Braunfäule,. Allerdings hatten wir viele geplatzte Früchte. Die Früchte waren sehr groß. Der Ertrag war eher unterdurchschnittlich.

Auch die Sorte Black Russian werden wir vermutlich nicht wieder anbauen.

Weblinks:

Black Krim (Schwarze von der Krim)

Black Krim

Tomatensorte Black Krim

Die Sorte Black Krim ist eine alte russische Fleischtomate. Irgendwo las ich, dass die Früchte der Sorte Black Krim bis zu 300 Gramm schwer werden können. Das ist totaler Quatsch, wir hatten einige Früchte die mehr als 500 Gramm auf die Waage brachten. Der Ertrag der Sorte ist hoch, der Geschmack ist gut. Einfach eine spitzenmäßige Tomate für Soßen und zum Einfrieren und Einkochen.

Black Krim soll robust, kälte- und krankheitsunempfindlich sein. Unsere Pflanzen und alle Früchte waren allerdings ab Mitte Oktober stark von Braunfäule befallen. Trotzdem werden wir diese Sorte sicher wieder anbauen.

Weblinks:

Black Truffle

Black Truffle

Tomatensorte Black Truffle

Die Sorte Black Truffle ist eine alte russische Tomate. Vollreife Früchte färben sich dunkel und bekommen dann einen guten Geschmack. Black Truffle kommt gut mit niedrigen Temperaturen klar und scheint wenig anfällig für Braunfäule zu sein.

Die Früchte sind sehr schnittfest und sind daher gut für Salate geeignet. Leider waren bei uns viele Früchte aufgeplatzt. Vermutlich werden wir sie nicht wieder anbauen.

Black from Tula (Schwarze aus Tula)

Die Sorte Black from Tula stammt aus der Ukraine (obwohl sie nach der Stadt Tula in Russland benannt wurde). Sie ist kälteunempfindlich und kann offenbar auch im Freiland angebaut werden. Wir hatten nur eine Pflanze im Gewächshaus, deshalb kann ich das nicht bestätigen. Unsere Pflanze zeigt schon früh merkwürdige kleine Nekrosen auf den Früchten. Sicherheitshalber haben wir deshalb keine Samen von dieser Sorte geerntet.

Weblinks:

Hellfrucht

Hellfrucht

Tomatensorte Hellfrucht

Die Sorte Hellfrucht bauen wir schon seit etlichen Jahren an. Sie bringt äußerst zuverlässig einen sehr guten Ertrag. Natürlich sind die Früchte nicht hell, sondern schön glatt und rot.

Im Gewächshaus sind die Pflanzen nicht anfällig für Braunfäule. Gelegentlich liest man, dass man sie auch im Freiland anbauen kann. Unserer Erfahrung nach ist das aber ohne Regenschutz nicht sinnvoll. Hellfrucht werden wir auch im kommenden Jahr anbauen.

Rutgers

Die Sorte Rutgers wurde im Jahr 1935 auf den Markt gebracht. Ursprünglich wurde sie von der Rutgers University in Newark (New Jersey) durch eine Kreuzung der Sorte Marglobe mit einer Campbell-Sorte gezüchtet. Die Pflanzen der Sorte Rutgers sind nicht sehr gleichförmig – es existieren etliche unterschiiedliche Varianten.

Die recht großen Früchte sind auffallend süß, aber ich fand sie ehrlich gesagt etwas zu wenig “tomatig”. Da die Pflanzen gesund und auch der Ertrag sehr gut war, werden wir dieser Sorte noch eine Chance geben.

Rouge de Marmande

Rouge de Marmande

Tomatensorte Rouge de Marmande

Die Sorte Rouge de Marmande ist eine französische Sorte, die etwa seit 1940 auf dem Markt ist. Inzwischen gibt es auch von dieser Sorte etliche Varietäten.

Die Pflanzen sind kräftig und angeblich auch für den Freilandanbau geeignet. Die süßen großen Früchte sind eher für Saucen und Pizzaiola geeignet.

Leider sind unsere beiden Pflanzen in diesem Jahr nicht so gut klar gekommen. Der Ertrag war eher gering. Aber natürlich müssen wir Rouge de Marmande auch im kommenden Jahr wieder anbauen. Wir wollen doch nicht unsere liebe alte Freundin Chantal vergrätzen – die stammt nämlich aus Marmande.

Black Cherry

Black Cherry

Tomatensorte Black Cherry

Die Sorte Black Cherry ist eine Cocktailtomate, die ursprünglich Anfang der 50er Jahre in den USA auf den Markt kam. In sonnigen Jahren können die Früchte fast schwarz werden. In diesem Jahr haben sie es aber leider nur bis tiefrot geschafft.

Eigentlich soll auch die Black Cherry sehr widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten sein. Unsere Pflanze unter dem Überdach bekam im Spätsommer aber doch Braunfäule (siehe Foto, aufgenommen etwa Mitte Oktober).

Die kleinen dunklen Früchte sind sehr aromatisch und deshalb bestens für den Frischverzehr geeignet. Der Ertrag ist recht hoch. Diese Sorte werden wir sicher wieder anbauen.

Weblinks:

Roma

Roma

Tomatensorte Roma

Wenn man in Rom eine Pizza isst, dann wurde die Pizzaiola mit einiger Wahrscheinlichkeit aus Tomaten irgendeiner Sorte namens Roma hergestellt. Wir hatten zwei Pflanzen der ursprünglichen Sorte Roma (also z.B. nicht die Roma F1) gepflanzt.

Dafür, dass die Früchte oft als “süßlich” beschrieben werden, fand ich sie ziemlich sauer. Frisch mochte ich die Früchte nicht so gerne, aber für Saucen sind sie ideal geeignet. Außerdem sehen die roten Eier einfach klasse aus! Die Pflanzen haben sich auch als äußerst robust und gesund erwiesen. Deshalb werden wir diese Sorte auch wieder anbauen.

Weblinks:

Ehlers Cherry

Ehlers Cherry

Ehlers Cherry

Wie oben schon geschrieben, ist es mit den Namen bei alten Tomatensorten nicht immer ganz einfach. Manchmal gibt es etliche Varietäten einer alten Sorte und manchmal ist der Name sogar plötzlich markenrechtlich geschützt. Aus dem zweiten Grund nenne ich meine Lieblingssorte für den Frischverzehr hier einfach mal schlicht Ehlers Cherry. Es gibt zwar einen Verdacht, wie die Sorte wirklich heißt, aber …

An dieser Stelle habe ich einen langen Salmon zum aktuellen Marken-, Patent- und Copyrightrecht weggelassen. Das Thema dürfte euch hier wohl eher nicht so interessieren ;-) Sollte mir allerdings jemand in verständlichen Worten erklären können, wie es möglich ist, dass ein Sortenname den ich seit langem kenne, plötzlich für eine Firma als Marke eingetragen wird, dann ist ihm meine ungeteilte Aufmerksamkeit gewiss!

Die Samen von Ehlers Cherry bekam ich von einem guten alten Kumpel, der sie aus Cocktailtometen “vom Türken” extrahiert hatte. Ich hatte zunächst arge Bedenken, dass es sich um eine Hybridsorte handeln könnte. Dieser Verdacht stellte sich aber als falsch heraus. Sowohl bei uns als auch bei Ehler brachte die F2-Generation große Mengen wunderbar fruchtiger Cocktailtomaten hervor. Der Ertrag war hoch, die Pflanzen waren gesund, der Geschmack war klasse – keine Frage, diese Sorte bauen wir wieder an!

12 Kommentare zu Tomatensorten

  • Sandra

    Danke erstmal für diesen sehr ausführlichen Artikel (es ist wirklich auch gut zu wissen, welche Sorten man eher nicht auszuprobieren muss).
    Ich habe nun noch eine Frage: könnte man eine von den empfohlenen Sorten evt. auch auf dem Balkon anbauen? Ich persönlich habe nämlich keinen Garten :(
    LG Sandra

  • Schön, dass du den langen Lachs weggelassen hast. Ich denke, du wolltest den Sermon weglassen ;-))

    Danke für die Info. Ich freu mich auf mein zweites Tomatenanbaujahr und bin gespannt, was meine neuen Sorten so hergeben… vielleicht schreib ich dann ja auch einen Bericht. :)
    Schönes Wochenende!

    • Dabei habe ich doch extra vorher in der Stupidedia nachgesehen:

      Salmon – die latinisierte Form des Lachses findet bei Politikern Verwendung: wenn einer dieser Plauderer seinen langen, inhaltsleeren Senf zu etwas abgibt, stöhnen die andersdenkenden Parlamentarier auf: das war aber ein langer Salmon.

      Man kann sich aber auf gar nix mehr verlassen ;-)

  • Danke für den aufschlussreichen Artikel. Das mit dem Patent ist doof. Die Ehlers Tomate klingt interessant, aufgrund des Phantasie-Namens und der Tatsache, dass es sich um selbst genommene Samen gehandelt hat, werde ich mir aber vermutlich schwer tun Samen dafür zu finden.

    • Ich bin wirklich nicht ganz sicher um welche Sorte es sich handelt, aber meine Vermutung geht in Richtung Mexikanische Honigtomate.

      • Danke sehr! Vielleicht finde ich ja irgendwo Samen dafür.
        So eine Auflistung der Sorten die man schon durchprobiert hat ist sicher auch für einen selbst sehr praktisch. Zu doof, dass ich tatsächlich nicht die geringste Ahnung habe welche Sorten ich schon hatte. Letztes Jahr habe ich eine Packung mit 30 verschiedenen Samen-Sorten gekauft alle bunt gemischt. Leider waren aber nicht nur 30 Samen drinn, sondern sicher ein paar hundert, wodurch man nicht nur nicht wusste welche Sorten man denn nun anbaut, sondern auch nicht wie viele Pflanzen jeder Sorte. War mal eine interessante Sache einfach so zu schauen was raus kommt, aber ich denke in Zukunft werde ich doch eher darauf schauen, dass die Sorten einzeln verpackt und beschriftet sind. Am Besten hat sich dieses Jahr eine gelbe Coctailtomate geschlagen, die im Freiland bis in den Oktober hinein noch sehr geschmackvolle Früchte produziert hat, ohne Anzeichen von Braunfäule. Zu diesem Zeitpunkt war ein Großteil der anderen Tomatenpflanzen schon längst abgestorben. Im Jahr davor war mein Favorit die Wildtomate “Rote Johannisbeere”.

  • Ehler

    Die Tomaten die Heiner meinen Namen gegeben hat,habe ich in einem türkischen Geschäft gekauft.Sie haben einen leichten Honiggeschmack und man sollte sie einfach so essen und genießen.Aber Unter Honigtomaten.de können interessierte mehr erfahren. ansonsten kann ich Heiners beschreibung nur beipflichten. Ehler.

  • Die hier vorgestellten Tomatensorten machen Lust auf mehr. Ich freue mich schon auf die kommende Saison.

    lg kathrin

  • Jan

    Ich finde diese außergewöhnlichen Tomatensorten echt Klasse. Wir haben uns vor 2 Jahren mal ganz viele verschiedene in Samen Form gekauft. Was da für Farben und Formen rauskamen. Echt klasse. Und toll geschmeckt haben die auch :)

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