Mexikanische Minigurke

Bevor das große Wühlen in den Samenkatalogen bald wieder los geht, muss ich noch kurz über eine Pflanze berichten, die wir bei unserer Bestellung im vergangenen Winter kurzentschlossen mitbestellt hatten – die Mexikanische Minigurke (Melothria scabra).

Mexikanische Minigurken

Mexikanische Minigurken

Melothria ist eine eigene Gattung in der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Melothria scabra ist also nicht wirklich eine Gurke (Cucumis) sondern sie gehört nur zur gleichen Familie (und auch zur gleichen Ordnung) wie Gurke, Melone oder Kürbis.

Die Wikipedia beschreibt die Gattung Melothria als “kleine einjährige Kletterpflanzen”. Ganz stimmt das so nicht, denn die Pflanzen kann man nicht unbedingt als klein bezeichnen – sie werden locker drei Meter hoch. Im Gegensatz dazu sind die Blüten und vor allem die Früchte tatsächlich relativ klein. Sie werden gerade einmal zwei bis drei Zentimeter groß.

Speicherorgan der Mexikanischen Minigurke

Speicherorgane der Mexikanischen Minigurke

Einjährig stimmt – die Pflanzen ziehen sich im Herbst wenn es kalt wird schnell zurück – allerdings bilden sie vorher erstaunlich große Speicherorgane. Diese Knollen kann man überwintern. Im Folgejahr entstehen daraus wieder neue Pflanzen.

Obwohl die niedlichen kleinen Früchte eher aussehen wie kleine Melonen, schmecken sie tatsächlich ziemlich gurkig mit einer deutlichen sauren und etwas bittere Note. Die reifen Früchte fallen von selbst von der Pflanze ab. Wenn man die Früchte allerdings frisch essen möchte, dann sollte man sie lieber etwas früher ernten, weil die Schale bei reifen Früchten recht hart wird.

Mexikanische Minigurke

Aufgeschnittene Mexikanische Minigurke

Wir waren vom Geschmack der Früchte nur mittelmäßig begeistert. Aber wir möchten im nächsten Jahr trotzdem ein paar Pflanzen im Freiland ausprobieren. Deshalb haben wir vor ein paar Tagen noch ein paar Früchte vom Boden unter den abgestorbenen Pflanzen aufgesammelt um Samen zu ernten.

Ähnlich wie bei Gurken oder Kürbissen befinden sich in den Früchten der Mexikanischen Minigurke etliche Samen. Die Samen können leicht aus den reifen Früchten heraus gedrückt und dann getrocknet werden.

Samen der Mexikanischen Minigurke

Samen der Mexikanischen Minigurke

Die Samen werden im Frühjahr im Haus vorgezogen und dann nach dem letzten Frost nach draußen gepflanzt. Die Pflanzen entwickeln sich zunächst auffällig langsam zu sehr zarten Pflänzchen. Nach einiger Zeit beginnen sie dann aber wie wild zu wachsen und klammern sich mit ihren feinen Ranken an alles, was sie zu fassen bekommen. Im Laufe der Zeit mussten wir mehr als einmal benachbarte Tomaten frei schneiden. Man sollte den Pflanzen eine Rankhilfe anbieten und einen ausreichenden Abstand zu Nachbarpflanzen einhalten.

Die Mexikanische Minigurke lässt sich auch vegetativ durch ihre Speicherknollen vermehren. Dazu werden sie Knollen ausgegraben und dann frostfrei und trocken gelagert. Im Frühjahr nach dem letzten Frost werden die Knollen dann ins Freiland gepflanzt. Angeblich sollen sich die so vermehrten Pflanzen sehr viel schneller entwickeln als Sämlinge.

Weblinks:

5 Kommentare zu Mexikanische Minigurke

  • Online Garten Shop

    Wie schmeckt die eigentlich ? Wie die kleinen sauren Gurken ?

  • Sie schmecken sehr intensiv nach Gurke mit einem leicht süßsäuerlichen Beigeschmack der ein wenig an Trauben erinnert.

  • Frank

    Ich habe mir Samen von Rühlemann kommen lassen, zusammen mit Inka Gurken haben wir sie ausgesät, die Inka Gurke ist mittlerweile etwa 40 cm hoch, wobei die mexikanischen Minigurken noch ganz kleine zarte Pflänzchen sind. Ich lasse mich überraschen. Übrigens wir haben zur ersten Rankhilfe uns einige spiralförmige aus Draht geformte Hilfen besorgt, sie sehen sehr schick aus. Die ersten normalen Freilandgurken haben wir inzwischen geerntet.

  • zach

    Danke für die Info über die Speicherknollen. Das war mir neu. Ich will versuchen die Pflanzen zu überwintern.

  • Wolfgang

    Ich habe mir schon überlegt, Melothria scabra auch gerade wegen der Knollen anzubauen. Ich habe sie einmal zum Essen probiert. Leider weiß ich nicht mehr, wie sie genau schmecken. Ob diese Knollen eßbar sind, habe ich nirgendwo in Erfahrung bringen können. Jedoch beißt man da nicht in etwas holziges Etwas. Auch habe ich mal eine Abbildung gesehen, wo die Knolle zu einen großen Caudex wurde. Auch von diesen Gesichtspunkt finde ich dieses Gewächs sehr interessant, es über viele Jahre zu kultivieren.

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