Biomonitoring mit Grünkohl

Nein, hier geht es nicht um die Überwachung der Darmtätigkeit nach dem Genuss von Kohl und Pinkel!

Hier geht es um die Überwachung der Luftqualität an potentiell gefährdeten Standorten. Beim Biomonitoring werden an diesen Standorten unter genau definierten Bedingungen bestimmte Pflanzen angebaut. Später wird analysiert, wie viele und welche belastenden Stoffe von den Pflanzen aufgenommen wurden.

Grünkohl im Dezember

Ist unser Grünkohl mit PAKs belastet?

Offenbar eignet sich dafür ganz besonders gut Grünkohl. Er ist für solche Überwachungsaktionen besonders gut geeignet ist, weil “Grünkohl im Vergleich zu anderen Pflanzen sehr stark organische Schadstoffe, wie z.B. Dioxine/Furane anreichert“.

Aha, diese Aussage in Verbindung mit den Untersuchungen des LAVES vor ein paar Jahren kann einem als Norddeutscher schon etwas zum Grübeln bringen. Es ist nämlich keineswegs ein Gerücht, dass man im Winter in ländlichen Gebieten Norddeutschlands fast wöchentlich an irgendeinem Grünkohlessen teilnimmt.

OK, wie giftig ist Grünkohl nun wirklich? Bei den praktischen Anwendungen von Grünkohl-Biomonitoring (vor allem an Flughäfen, Müllverbrennungsanlagen, Sonderabfallentsorgungsbetrieben usw.) finden sich recht unterschiedliche Ergebnisse. Fast alle dieser Versuche zeigen aber relativ hohe Werte für polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Diese PAKs entstehen bei unvollständiger Verbrennung von organischen Stoffen wie Öl, Kohle oder Holz. Und natürlich entstehen sie auch beim Räuchern, Braten und Grillen – man stirbt also wohl nicht gleich, wenn man geringe Mengen von diesen Substanzen zu sich nimmt. Aber richtig gesund sind sie auch nicht. Grünkohl scheint durch die große Oberfläche seiner gekräuselten Blätter tatsächlich überdurchschnittlich viel PAKs aufzunehmen.

Ähnliche Ergebnisse zeigt auch eine Studie zur PAK-Belastung in städtischen Kleingärten Baden-Württembergs. Die gleiche Studie zeigt übrigens auch, dass zumindest der Gehalt an höhermolekularen PAK-Verbindungen durch gründliches Waschen deutlich verringert werden kann.

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