Agretti

Tja, sollen wir in diesem Jahr tatsächlich ein Gemüse anbauen, von dem Samuel Hahnemann in seinem Apothekerlexikon schrieb: “Das Kraut (…) ist roth von Farbe und von salzhaftem unangenehmem Geschmacke“?

Den Namen Agretti hatte ich mir notiert, als ich vor einiger Zeit eine Folge von Jamie at Home angesehen habe (ich glaube, es war die Pizza-Folge). Jamie Oliver ist von diesem Gemüse total begeistert. Nagut, er ist irgendwie von allem total begeistert, was er zubereitet. Aber einen Versuch dürfte der Anbau von Agretti sicher wert sein.

Salsola soda

Agretti (Barbaking, wikimedia/cc-by-sa)

Agretti (Salsola soda) ist (hierzulande) eine einjährige krautige Pflanze aus der Gattung der Salzkräuter in der Familie der Fuchsschwanzgewächse. Unter anderem ist Agretti bei uns auch als Salzkraut, Mönchsbart und teilweise sogar als Grünspargel bekannt. Leider gibt es bisher keine deutschsprachige Wikipedia-Seite zu Salsola soda. Aber dafür ist die englischsprachige Seite sehr ausführlich und natürlich gibt es auch eine italienische Seite. Von diesen Seiten stammt auch das hier abgebildete Foto.

Ursprünglich stammt Agretti aus den Küstenregionen Süditaliens und Südspaniens. Auch an der portugiesischen und französischen Atlantikküste gibt es natürliche Vorkommen. Offenbar gedeiht es aber auch bei uns recht gut – dann jedoch nur einjährig. Ein erhöhter Salzgehalt des Bodens ist für das Gedeihen nicht unbedingt nötig.

Agretti im Zimmergewächshaus vorgezogen

Agretti im Zimmergewächshaus vorgezogen

Die Samen des Agretti haben eine relativ geringe Keimfähigkeit von nur 30 bis 40 Prozent. Dazu kommt, dass die Samen ihre Keimfähigkeit nur eine Saison lang behalten. Die Direktsaat ins Freiland und auch eine Vorzucht im Haus sind laut einer längeren Diskussion im Forum garten-pur möglich. Mit wenigen Ausnahmen wird die weitere Entwicklung der Pflanzen dort als problemlos beschrieben. Grund genug, Agretti tatsächlich einmal auszuprobieren!

Weblinks:

5 Kommentare zu Agretti

  • Agretti anzubauen scheint nicht ganz so einfach zu sein. Mir ist das bisher nicht gelungen, bin gespannt ob dir die Aussaat gelingen wird!
    Vielleicht lag es aber am Saatgut, und die Keimfähigkeit war abgelaufen…Du verrätst uns leider nicht deine Bezugsquelle,die mich interessieren würde. Mein Misserfolgssaatgut stammmte von Franchi, der neuerdings auf seiner Seite beschwört stets frisches Saatgut zu verkaufen.
    LG
    Sisah

  • Hallo Heiner, wir haben letztes Jahr von Rühlemanns Saatgut bestellt und angebaut immer satzweise. Bei uns ist Agretti sehr gut gewachsen wir haben aber sehr leichten und trockenen Boden. Vielleicht mag der Mönchsbart keine lehmhaltigen Böden? viele Grüße Stephanie

    • Dann steht einer ordentlichen Agretti-Ernte ja nix mehr im Weg. Leichten Boden haben wir hier nämlich auch ;-)

      Unser Saatgut ist nun auch eingetroffen (ein besonderer Dank an Birgit!) Ich bin noch etwas unsicher, wann wir mit dem Vorziehen beginnen sollen. Mit “satzweise” meinst Du wahrscheinlich zeitlich versetzt. Ich denke, so werden wir es auch machen.

  • Die Anzucht des Agretti hat ziemlich gut funktioniert, leider waren die ersten Pflanzen, die wir ins Freiland gesetzt haben innerhalb weniger Stunden verschwunden. Ich vermute, dass irgendein Vogel gefallen daran gefunden hat.

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