Wasserversorgung der keimenden Pflanzen

Die ersten Blüten des Scharbockskrauts

Neben den ersten Blüten der Sumpfdotterblume des Scharbockskrauts, dem ersten Tagpfauenauge und dem ersten Gärtner in kurzen Hosen konnte ich in den vergangenen Tagen eine weitere interessante phänologische Beobachtung machen – es war zum ersten Mal nötig im Freiland zu gießen.

Da uns bis Ostern offenbar eine längere Trockenphase bevor steht, kurz ein paar Worte zur Wasserversorgung der gerade ausgesäten Kulturen: Während so ein kleines Samenkörnchen gerade zum Leben erwacht, hat es natürlich noch kein effizientes Wurzelsystem. In dieser Zeit ist es außerordentlich wichtig, dass dem Korn immer genügend Wasser zur Verfügung steht. Trocknet der Keimling nur einmal kurz aus, ist es (meist) um ihn geschehen.

Natürlich können wir nicht ununterbrochen mir der Gießkanne neben jedem einzelnen Samenkorn stehen, deshalb ist ein gut vorbereitetes Saatbett und ein guter Kontakt des Samenkorns mit dem umgebenden Boden so wahnsinnig wichtig. Liegt das Samenkorn ohne guten Bodenschluss in einer Lage von lockeren Krümeln, dann trocknet es schon nach ein paar Stunden in der prallen Sonne vollkommen aus. Wird es dagegen leicht auf einen genügend abgesetzten Boden gedrückt, dann erhält es Anschluss zur Bodenfeuchtigkeit. Wasser kann durch die Kapillarkraft (Adhäsion, Kohäsion) selbstständig aus dem Unterboden zum Samenkorn empor steigen, das Samenkorn wird kontinuierlich versorgt und kann sich prächtig entwickeln.

In der Praxis versuchen wir den guten Bodenschluss unserer Aussaaten herzustellen, indem wir eine neue Reihe zunächst relativ flach anzeichnen (sie soll ja gerade werden) und die Reihe dann mit dem Rücken einer Harke gut andrücken (auf unserem sehr leichten Boden könnte man das fast “anstampfen” nennen). Anschließend wird ausgesät, eine passende Menge Erde über die Samen geharkt und dann noch einmal etwas leichter mit dem Rücken der Harke angedrückt. Zuletzt wird angegossen, was ebenfalls den Bodenschluss der Samen verbessert. Irgendwo hatte ich mal (ohne weitere Begründung) gelesen, dass das Angießen im Freiland nicht so vorteilhaft ist, bei uns hat es sich aber über Jahre bewährt.

Ich neige dazu in den folgenden Tagen immer mal einzelne Samen freizulegen, um zu sehen, wie weit der Keimvorgang schon fortgeschritten ist. Dabei kann man dann auch gleich überprüfen, ob die Samen wirklich Anschluss an den Unterboden haben.

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