Mythen über das Pflanzen von Kartoffeln

Kann mich denn nicht mal jemand zurückhalten? Am vergangenen Wochenende habe ich Kartoffeln gepflanzt. Ich hoffe, ich verbringe jetzt nicht die Zeit bis zu den Eisheiligen damit, ständig Frostschutz-Planen durch den Garten zu schleifen. Natürlich habe ich vor dem Pflanzen erst mal in den einschlägigen Foren nachgeschaut, wie weit meine Hobbygärtner-Kollegen mit ihren Kartoffeln sind. Dabei sind mir einige Kartoffel-Pflanz-Mythen aufgefallen, zu denen ich einfach mal etwas schreiben muss:

Speisekartoffeln auspflanzen

Immer wieder musste ich lesen, dass es völlig problemlos ist, sich einfach ein paar Speisekartoffeln aus der Vorratskiste zu nehmen und die dann auszupflanzen. Mal im Ernst, was soll sowas bringen? Wir haben bei unserem Raiffeisenmarkt in Fischerhude für 12,5 Kilogramm zertifiziertes Pflanzgut (Sorten Belana und Laura) 15 Euro bezahlt. Dafür haben wir Kartoffeln aus Beständen bekommen, die auf nematodenfreien Standorten gewachsen sind und die über ihre gesamte Vegetationsperiode hinweg immer wieder auf Viruserkrankungen und Blattläuse (Hauptüberträger von Kartoffel-Viren) überprüft wurden. Es ist doch wirklich nicht einzusehen, wieso man sich bei einer derartig geringen Preisdifferenz ungeprüftes und wahrscheinlich mit Nematoden behaftetes Pflanzgut in den Garten legen sollte.

Später Pflanzzeitpunkt

Zugegeben, mit unserer Pflanzaktion (keine Frühkartoffeln) sind wir in diesem Jahr etwas früh dran. Andererseits finde ich einen Termin nach den Eisheiligen – wie es mehrfach geraten wurde – sehr spät. Klar, man muss bis Mitte Mai noch mit Bodenfrösten rechnen, aber richtig späte Bodenfröste kommen (zumindest hier bei uns) sehr selten vor. Die Kartoffel ist zwar frostempfindlich, aber sie liegt doch geschützt in ihrem Damm und vorgekeimte Kartoffeln wachsen dort sogar noch bei einer Temperatur von zwei Grad weiter. Sollte tatsächlich die Gefahr von nächtlichen Bodenfrösten bestehen, muss man die Kartoffeln eben noch etwas anhäufeln oder sogar mit einer Folie abdecken. Wenn doch einmal oberirdische Teile abfrieren, dann verzögert das natürlich die Entwicklung der Kartoffel, gewöhnlich wird sie aber sofort beginnen, neue Blätter auszutreiben.

Große Kartoffeln durchschneiden

Oh Mann, da hat man eine wunderbar gesunde und unverletzte Kartoffelknolle, und dann schneidet man sie in der Mitte durch und schafft eine riesige Eintrittsöffnung für alle möglichen Krankheitserreger. Ich würde eine Pflanzknolle wirklich nur durchschneiden, wenn ich mit der anderen Hälfte meine gesamte Familie vor einem qualvollen Hungertod retten könnte.

Da übergroße Pflanzknollen nicht wesentlich viel mehr Ertrag bilden als durchschnittliche Knollen, kann es natürlich sinnvoll sein, schon beim Kauf der Pflanzkartoffeln etwas auf die Größe der Knollen zu achten. Einzelnen größeren Knollen kann man dann einen etwas größeren Pflanzenabstand gewähren.

Keime abbrechen

An mehreren Stellen habe ich gelesen, dass man immer nur drei Keime stehen lassen soll, den Rest soll man einfach abbrechen. Auch mit dem Abbrechen der Keime hinterlässt man eine offene Wunde, die Krankheitserreger gerne nutzen werden, um sich über die Kartoffel her zu machen.

Anstatt Keime abzubrechen sollte man lieber versuchen die Anzahl der Keime durch optimales Vorkeimen der Kartoffeln etwas zu steuern. Die Reaktion der Kartoffeln auf das Abbrechen von Keimen scheint allerdings sortenabhängig zu sein. Erste Versuche bei der Landwirtschaftskammer NRW (unten auf der Seite) legen zumindest die Vermutung nahe, dass die Sorte Belana das Abbrechen der Keime wesentlich besser verkraftet (oder sogar honoriert) als zum Beispiel die Sorte Laura.

Siehe auch:

27 Kommentare zu Mythen über das Pflanzen von Kartoffeln

  • Ich kenne dazu den Spruch:
    lege mich im Mai, dann komm ich eins, zwei, drei

    lg otti

  • Ah, ja genau, den Spruch habe ich auch schon mal gehört. Gab es da nicht noch weitere Strophen für weitere Monate. Wie war das noch mal, ungefähr so:

    Legst du mich im März, treibst du mit mir Scherz.
    Legst du mich im April, komm ich, wann ich will.
    Legst du mich im Mai, komm ich eins, zwei, drei.

    Ich hoffe, das bezieht sich nur auf die noch nicht vorgekeimten Knollen ;-)

  • randolf.skoluda

    werde wieder kartoffeln im garten legen habe c.a 40 qwatratmeter dafür
    aber habe voriges jahr und auch davor meine kartoffeln immer im glei-
    chen stück land gelegt frage dazu muss ich ständig die kulltur wechseln
    obwohl ich im herbst auss meinen kommpostern alles in den boden mitt
    einbringe beim umgaben und dann imm frühjahr ordentlich blaudünger und
    kalk auf dass land bringe weil es doch manchmal unterschidliche
    meinungen gibt ich frage auch deshalb mitt weil meine kartoffeln vom
    vorigen jahr einige flecken beim schählen aufweisen oder lag es am
    wetter im vorigen jahr denn viele waren mitt ihrer ernte nicht zufrie-
    den wass ich nicht bestädigen kann meine ernte wahr gut wie jedes jahr
    desshalb meine frage kann ich so weiter verfahren gruss rndolf10

    • Nein, da gibt es eigentlich keine unterschiedlichen Meinungen – Kartoffeln sind definitiv nicht über mehrere Jahre selbstverträglich. Man darf sie maximal alle drei (besser vier oder fünf) Jahre an der gleichen Stelle anbauen. Das hat mehrere Gründe, ein wichtiger ist zum Beispiel, dass sich Kartoffelnematoden sonst sehr stark vermehren können.

      Die von Dir geschilderten Flecken könnten durch den Phytophtora-Pilz hervorgerufen worden sein. Dieser Pilz ist ebenfalls bodenbürtig. Meist befällt er die Knollen über kleine Verletzungen bei der Ernte – also möglichst immer zertifiziertes Pflanzgut verwenden.

  • bauernhand

    Hallo an die Kundigen.

    Wieviel Karoffeln werden dann auf ca 1.000 qm gepflanzt?

    Herzlichen Dank

    • So ganz einfach lässt sich das zwar nicht beantworten, weil das von mehreren Faktoren abhängt (Konllengröße der Pflanzkartoffeln, Form der Pflanzknollen, gewünschte Knollengröße bei der Ernte usw.) Ohne hier jetzt zu weit auszuholen – in der Landwirtschaft rechnet man mit so ca. 15 bis 40 dt/ha Pflanzkartoffeln. Da 1000 m2 0,1 Hektar sind, brauchst Du also etwa 150 bis 400 Kilogramm Pflanzkartoffeln.

      Wir machen das zwar nach Gefühl, aber bei “normalen” Pflanzkartoffeln legen wir hier so ca. 25 dt/ha oder besser 0,25 kg/m2.

  • Hansi

    Hallo Kartoffelfreunde,
    ich versuche mich dieses Jahr zum 1. Mal mit Kartoffelanbau.
    Auf einer Fläche von 35qm (Sorten Linda und Belana und 1 Reihe Blaue)
    Habe im Herbst meinen Boden (40cm tief) umgegraben, Kompost und etwas Sand, Hühner und Pferdemist eingearbeitet.
    Die Pflanzkartoffeln sind von Gärtner Pötschke für 7,5kg Preis 25€.
    Nun habe ich was von “Vorkeimen” gelesen, muss ich das machen, habe überhaupt keine Ahnung.
    Könnt ihr mir bitte auch weitere Infos geben was ich alles beim Anbau/Pflege beachten muß (z.B. Krautfäule, Käfer ect.)
    Danke Euch vorab und wünsche eine gute Kartoffelernte.

    • Ja, Du solltest die Kartoffeln unbedingt vorkeimen! Näheres findest Du zum Beispiel hier bei uns.

      Kartoffelkäfer sind nicht einmal hier bei uns in einem traditionellen Kartoffelanbaugebiet ein echtes Problem. Falls sie doch gehäuft auftreten, musst Du sie täglich absammeln.

      Krautfäule ist in Europa unvermeidlich. Du musst eben alles dafür tun, dass sie so spät wie nur irgenswie möglich auftritt und dass die Tochterknollen nicht infiziert werden. Näheres findest Du zum Beispiel, wenn Du hier nach dem Stichwort Phytophtora suchst.

  • Hansi

    Hallo Heiner, ich möchte dir “Meinen Dank” für deine Arbeit und Mühe, die du kostenlos machst aussprechen. Zum Thema “Vorkeimen/Pflanzen der Kartoffeln” bei Kleingärten habe ich noch etwas gefunden.
    Was meinst du dazu:
    Vorkeimen/Pflanzen geht auch so:
    “Auf einer Eipalette in die Vertiefung Erde geben, Kartoffeln draufgeben, angiessen und an ein Nordfenster stellen.
    Die angekeimten Kartoffeln gut mit Steinmehl einstäuben, sie starten dann sehr gut weg, Vlies darauf, damit nicht ein Nachtfrost alles zerstört.”
    Herzliche Grüsse
    Hansi aus dem Bay. Wald (wo es leider noch sehr frisch ist)

  • Beim Vorkeimen in der Wohnung würde Mailin mich vermutlich sehr böse angucken, wenn ich da mit Steinmehl herumstäuben würde ;-)

    Ich vermute also, dass man das vor dem Pflanzen draußen machen soll. Keine Ahnung, ob das etwas bringt, wir machen es nicht. Bei Steinmehl, Urgesteinsmehl usw. handelt es sich meist um gemahlenen Basalt. Es enthält dann alle möglichen Spurennährstoffe und wird deshalb also sicherlich nicht schaden.

    Manchmal werden auch gemahlene (kalkhaltige) Sedimentgesteine als Steinmehl verkauft. Davon würde ich bei Kartoffeln eher abraten, denn Kalk fördert den Befall mit Schorf.

    Note to self: Ich muss dringend mal etwas über Gesteinsmehl schreiben. Bei einer kurzen Suche im Internet bin ich eben auf alle möglichen abenteuerlichen Wirkungen gestoßen, die vom Gesteinsmehl ausgehen sollen:
    - abhärtend gegen Pilzkrankheiten
    - stark hemmend gegen Unkrautwachstum
    - Wirkung gehen schädliche Insekten
    - abschreckend für Schnecken
    - Schutz vor Frostrissen an Bäumen

    Oha, wenn das wirklich alles stimmt, dann ist es ja ein richtiges Wundermittel. leider bin ich bei Wundermitteln immer etwas skeptisch ;-)

  • Ach ja, noch etwas: Das Vorkeimen auf der Eipalette funktioniert sicherlich, aber angießen würde ich die Kartoffeln beim Vorkeimen definitiv nicht! Der Phytophtora-Pilz infiziert die Knolle über kleine Verletzungen mit begeißelten Zoosporen. Ohne flüssiges Wasser nützen die Geißeln den Sporen aber gar nix. Sie schaffen es noch nicht mal bis zur Eintrittswunde.

    Kartoffelknollen sollten deshalb so wenig wie nur möglich mit flüssigem Wasser in Berührung kommen. Für die Wasseraufnahme sind später die Wurzeln zuständig.

  • Gartentante

    Hallo hallo,

    ich bin großer Kartoffelfan und habe im letzten Jahr erstmals in meinem Schrebergarten Annabelle gelegt und geerntet (mmmmmh!) und mich jetzt auch in das Thema eingelesen und möchte noch ein paar Sätze ergänzen.

    Die Kartoffel ist das viertwichtigste Nahrungsmittel auf der Welt.

    Auch ich bevorzuge geprüftes Saatgut, habe jetzt aber gelesen, dass Nematoden wohl schon seit Jahren kein Problem mehr sind, da die Sorten ziemlich resistent sind (dafür gibt es Zahlen von 1 – 9 hinsichtlich der Resistenz). Und die Erntekartoffeln dann vermutlich auch, zumindest hiesige (?)

    Das neue Problem sind nun offenbar Viren, die durch Blattläuse übertragen werden. Und wo kommen die Blattläuse her (überhaupt?) Von zuviel Stickstoff im Boden, der sich auf eine Weise in den Pflanzen anreichert, dass freie Amminosäuren Proteine bilden (oder so ähnlich), in die sich die Blattläuse sehr gut einnisten können. Also möglichst auchZierpflanzen nicht mineralisch düngen oder mit Blaukorn arbeiten (12% N!) oder mit Kalkstickstoff gegen Unkraut auf dem Weg vorgehen, sprich mit N überfüttern – denn sonst wimmelt es neben der Blütenpracht von Blattläusen.
    Übrigens vermute ich hinsichtlich der Nematoden als Ursache auch N, denn die sind um 1913 rum un den Kartoffeln aufgetaucht. Und was begann zu dieser Zeit? Die Entwicklung von Kunstdünger durch BASF.

    Der/die/das Virus ist beim Verzehr übrigens harmlos, heißt es.

    • Im Prinzip volle Zustimmung!

      Kurz etwas zu den Nematoden. Ja, die Tochterknollen von resistenten Sorten sind wieder resistent gegen Nematoden. Es sind ja genetische Klone der Mutterpflanze. Aber nein, das Nematodenproblem ist damit nicht vom Tisch. Zum einen werden in Hausgärten sehr gerne “alte” Sorten angebaut, die meist kaum resistent sind. Und zum anderen wird in Hausgärten sehr häufig nicht der nötige Fruchtfolgeabstand eingehalten.

      Wenn wirklich nur äußerst resistente Sorten verwendet werden und wenn nur alle fünf Jahre Kartoffeln auf Kartoffeln folgen, dann gebe ich dir recht! Bleibt natürlich das Problem mit den Viren und (bei schlecht gelagerten eigenen Pflanzkartoffeln) mit Phytophtora.

  • Hansi

    Hallo Kartoffelfreunde,
    lese immer Eure Kommentare und finde dieses Forum sehr toll.
    Als “Kartoffelamateur” kann ich vieles herauslesen und nutzen- Danke -
    Habe ja dieses Jahr erstmals Kartoffeln angebaut.
    Mein Zwischenstand:
    Feld 1(30qm): mit Sorten Linda/Belana/Angelner Zapfen
    Gelegt am 21.04. spitzen schön raus,leider hat die
    Blätter meiner Linda (waren etwas früher drann) die
    Eisheiligen erwischt. Denke die erholen sich wieder)
    Feld 2: Hochbeet mit Blaue St. Galler.
    Gelegt am 02.05., spitzen noch nicht raus – mal sehen… -
    Feld 3: Versuchsbeet mit jeweils 1 Kartoffel von verschiedenen
    Sorten. (Zur Geschmacksfindung) Sorten sind Eggeblomme,
    Desiree, Mayan, Rote Emalie, La Ratte, Twillight, Violetta
    rosa Tannenzapfen, Hela, Sieglinde und Mehlige Mühlviertler.
    Gelegt am 28.04. spitzen z.T. schon raus.
    Feld 4: Hier habe ich Restkartoffeln, aus Vorjahr, nur auf den Boden
    gelegt und diese dick mit Heu überdeckt. Spitzen raus!
    Mal sehen ob diese erntereif werden.
    Bemerkung: Mir geht es nicht vordergründig um Ertrag sondern mich
    fasziniert die Kartoffel (habe warscheinlich das
    Kartoffelfieber, haha).
    Es ist schon ergreifend wenn man sieht wie sich ein
    Samenkorn bis zur Pflanze entwickelt!
    Wir alle sollten das schätzen und unsere
    “Heimischen Produkte und Erzeuger” unterstützen!
    Brauchen wir eigentlich “Lebensmittel aus dem Ausland”
    nur weil diese……(denkt Euch Euren Teil)
    Und zum Schluß an alle ein nachdenklicher Satz:
    Der Mensch braucht die Erde aber die Erde nicht die Menschen!
    Wir sollten deshalb pfleglich mit unserer “Mutter Erde” umgehen.
    Allen weiter viel Glück auf Eurer Lebensreise und alles was ihr Euch selbst wünscht. Gruß aus dem Bay. Wald von Hansi

  • martin

    Darf ich fragen wie tief ihr die Kartoffeln legt? Ich glaube, im letzten Jahr war ich mit 15cm zu tief.

  • Passt genau, ich habe heute Kartoffeln gepflanzt. ;-)

    Es kommt darauf an, ob und wie stark Du die Kartoffeln später häufelst. Unsere Reihen ligen ca. 70 Zentimeter auseinander, da kann man schön hoch häufeln. Deshalb pflanzen wir sie relativ flach. Die Furche ist weniger als 10 Zentimeter tief. Über den Kartoffeln bleibt dann noch ca. 5 Zentimeter Erde.

  • Hallo,
    Da du netterweise auch auf neue Kommentare alter Artikel antwortest, versuche ich mich hier auch noch an einer Frage.
    Am letztjährigen Standort meiner Kartoffeln treiben wieder Kartoffeln aus, weil ich letztes Jahr wohl nicht alle Kartoffeln gefunden habe.
    Passiert Euch das auch? Wie reagiert Ihr? Vom Gefühl her würde ich die jetzt ausgraben und umsetzen/entsorgen. Aber da hier schon andere Pflanzen keimen geht das eher nicht.

  • Jo, das ist normal. Bei der Ernte übersieht man immer mal einzelne Knollen und die schaffen es dann auch meist über den Winter.

    Weg müssen diese Kartoffeln auf alle Fälle! Was die Fruchtfolge angeht sind Kartoffeln nämlich sehr empfindlich. Wenn man die “Unkrautkartoffeln” stehen lässt, dann vermehrt man damit Nematoden und Drahtwürmer und auch die Krautfäule.

    Ob es sich lohnt sie umzupflanzen kann ich nicht so genau sagen, wir machen es aber nicht (selber Grund wie oben – Vermehrung von Schädlingen vorbeugen). Vielleich gibt es bei euch ja einen Standort, wo in den kommenden Jahren keine Kartoffeln hin sollen. Dann könnte man es versuchen. Wachsen werden sie ganz bestimmt – Kartoffeln sind im Jugendstadium äußerst zäh.

  • Danke für die Rückmeldung. Ich versuche nun seit einigen Tagen alles rauszuholen. Aber die Reste liegen tiefer als erwartet.
    Schade, bei den Mengen, die ich da raushole wäre noch zwei bis drei Mahlzeiten drin gewesen.

    Ab nächstes Jahr nur noch Kartoffeltürme…

    Gruß
    Christian

  • hobo.040

    Hallo, ich lese, dass man Kartoffeln nicht länger als 5 Jahre hintereinander anbauen sollte, um Krankheiten zu verhindern. Ich frage mich allerdings, warum man dann nicht auch Bäume und Büsche verpflanzen müsste, wenn ein permanenter Besatz eine derartige Bodenkeimung mit sich bringt.
    Ist es nicht eher so, dass sich die Bodengare mit all seinen speziellen Mikro-Kulturen auf die Kartoffeln einstellt und entwickelt, sehr zum Vorteil der Pflanzen?
    Nehmen Sie beispielsweise einen Vegetarier/Veganer: Der hat eine ganz spezielle Darmflora, die sich grundsätzlich von der eines Fleischessers unterscheidet. Sollte nun der Vegetarier/Veganer zur Abwechselung Fleisch essen, damit seine Darmflora auch mal einen anderen Bakterienbesatz bekommt? Sozusagen zur “Fruchtfolge” im Darm? Wohl kaum, oder?
    Gruß
    Hobo

    • Nein, da hast Du falsch gelesen! Man sollte Kartoffeln nur einmal alle vier bis fünf Jahre auf dem selben Stück anbauen, weil sich sonst üble Fruchtfolgekrankheiten (Kartoffelkrebs, Rhizoctonia, Nematoden usw.) einstellen können.

      Warum man Bäume nicht ständig umpflanzen muss ergibt sich daraus ganz von selbst – sie werden in der Regel nicht von Fruchtfolgekrankheiten befallen.

  • hobo.040

    “Altes Gärtnerwissen wieder entdeckt” von Richberg: “Auch die Kartoffel zählt zu den konservativen Pflanzen. Wo sie sich einmal wohlgefühlt hat, möchte sie auch im nächsten Jahr stehen …”.
    Die genannten Krankheiten werden nicht durch Kartoffeln “erzeugt”, sondern durch befallenes Pflanzgut eingebracht (z.B. durch Speisekartoffeln). Es gibt keine “Fruchtfolgekrankheiten” ohne Ursachen! Ich praktiziere denn ständigen Kartoffelanbau in meinem kleinen Garten seit mehr als 10 Jahren mit sehr gutem Erfolg, allerdings immer mit eigenem, keimfreiem Saatgut und einer sehr guten Bodengare, erzeugt durch Biorotte, Mulch und in Symbiose mit meinen Kartoffeln.
    Dass diese Voraussetzungen in der Landwirtschaft nicht geschaffen werden können, ist mit klar. Eine Fruchtfolge wird daher wohl der beste Weg sein, der Verbreitung von eingeschleppten Krankheiten zu begegnen. Im Kleingarten ist sie nach meiner Erfahrung jedoch nicht zwingend erforderlich.

    • Beim eigenen Pflanzgut führt die Diskussion natürlich von Hundertsten ins Tausendste ;-)

      Ich habe das Buch von Frau Richberg nicht gelesen, aber wenn sie Hobbygärtnern wirklich rät jahrelang Kartoffeln aus eigenem Pflanzgut in Monokultur anzubauen, dann ist das grober Unfug! Zusätzlich zu den oben genannten Problemen mit Fruchtfolgekrankheiten kommen bei dieser Anbauweise ja auch noch die ganzen Probleme mit Virosen usw. dazu.

      Ausgebildete Experten schaffen es natürlich die befallenen Pflanzen frühzeitig zu erkennen und sachgerecht aus dem Bestand zu entfernen. Ich selbst traue mir das trotz einer profunden landwirtschaftlichen Ausbildung ganz sicher nicht zu. Und “normale” Hobbygärtner sind damit definitiv völlig überfordert.

  • hobo.040

    Ich danke für den sachlichen Beitrag!

    Nur nebenbei möchte ich noch anmerken, dass es in meinem Fall wohl nicht der Kenntnisse von Experten bedurfte, denn bislang sind Virosen (Pflanzenviren) und andere Krankheiten, die allesamt nur eingeschleppt auftreten können (die Kartoffel oder der Boden können sie ja nicht selbst erzeugen!), über all die Jahre mit eigenem Saatgut und bester Bodengare ausgeblieben. Zufall? Doch wohl eher Methode.

    Nochmals Dank für die Antworten!

  • Nur noch mal kurz zur Einschleppung der Krankheitserreger: Die “Fruchtfolgekrankheiten” werden durch bodenbürtige Erreger hervorgerufen. Zumindest hier bei uns auf den leichten Böden lässt sich die Einschleppung gar nicht vermeiden – die erfolgt ganz automatisch durch den Wind.

    Die Virosen werden allesamt durch Blattläuse übertragen. (Deshalb ist es ja auch so wichtig sie sehr frühzeitig zu erkennen um eine Ausbreitung im Bestand zu verhindern) Auch da ist es kaum möglich eine Einschleppung von außen zu verhindern.

  • hobo.040

    Die überwiegende Empfehlung in Foren und Publikationen ist ein Fruchtwechsel beim Kartoffelanbau. Um meinen bislang gesunden Boden nicht zu gefährden, werde ich 2014 einen Fruchtwechsel vornehmen. Sicher ist sicher!

    Und außerdem: Wer will schon immer nur Kartoffeln essen…? (kleiner Scherz).

    Nochmals danke für die vielen Tipps!

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