Lohnt sich der Kartoffelanbau im eigenen Garten?

Ein Teil der Kartoffelernte 2007

Ui, eine Frage im (inzwischen geschlossenen) Diskussionsforum. Und dann auch gleich noch eine, die einen eigenen Artikel als Antwort erfordert ;-)

Jeff fragt, ob es sich eigentlich lohnt, im eigenen Garten Kartoffeln anzubauen. Die Antwort eines überzeugten Hobbygärtners ist völlig klar – logisch lohnt sich der Kartoffelanbau im eigenen Garten, weil es kaum eine lohnendere Beschäftigung gibt, als das Buddeln im Garten!

OK, das war wohl nicht das was Jeff hören wollte, deshalb ein zweiter Versuch: Wenn man für die Arbeit im Garten den durchschnittlichen Stundenlohn in der Metallindustrie ansetzt, dann lohnt sich der Anbau von Kartoffeln nicht im Entferntesten. Verbucht man die Arbeit jedoch unter “Freizeitgestaltung”, dann lohnt es sich allemal. Hier mal eine kleine Beispielsrechnung:

Der Ertrag bei Kartoffeln kann sehr unterschiedlich sein. Das kann in der Landwirtschaft zwischen 100 dt/ha und über 750 dt/ha liegen. Nehmen wir mal einen realistischen Ertrag von 400 dt/ha an,
dann ergibt das:

40000 kg / 10000 m² = 4 kg/m²

Wir bauen (grob geschätzt) 40 Quadratmeter Kartoffeln an, können also mit einem Ertrag von etwa drei Zentnern Kartoffeln rechnen. Da der Preis von Speisekartoffeln extrem schwankt, kann man nicht genau sagen, wie viel das in Euro und Cent ist, es würde mich aber nicht wundern, wenn drei Zentner Biokartoffeln im Winter weit mehr als 100 Euro kosten. So gesehen lohnt sich der Kartoffelanbau im eigenen Garten ganz klar.

Verwendete Maßeinheiten

  • 1 Hektar (ha) = 10000 Quadratmeter (m²)
  • 1 Zentner = 50 Kilogramm (kg)
  • 1 Dezitonne (dt) = 2 Zentner (Doppelzentner) = 100 Kilogramm (kg)

Siehe auch:

9 Kommentare zu Lohnt sich der Kartoffelanbau im eigenen Garten?

  • Guter Artikel… sobald wir unseren Umbau im Haus (so einigermassen) fertig haben wollen wir auch unbedingt eigene Kartoffeln im Garten anbauen.

  • Im Winter sind Biokartoffeln ja ziemlich teuer, und dazu kommt noch, dass man selber Kartoffeln anbauen kann, die mann zum essen kaum – oder wirklich nur sehr teuer – kaufen kann. (Cornes de gattes, Rattes du Touquet, Roseval, Vitelotte…)

  • Sebbi

    Ich habe da mal ne Frage – Da ich auch immer am überlegen bin ob ich selbst anbauen soll. Schmecken die Kartoffeln im eigenen Garten eigentlich anders?
    Also kann es passieren, wenn man nicht so gute Erde im Garten hat, viele Autos daran vorbeifahren o.ä. dass sie dann nicht so gut schmecken wie die von einem Kartoffelfeld?!

    Grüße und danke im Voraus für Antworten.

  • Hmm, weiß nicht, wenn man keinen extrem schweren Boden hat, gibt es eigentlich keinen Grund, warum die Kartoffeln schlechter schmecken sollten, als die vom Bauern nebenan. Kartoffelanbau im Garten ist ja nicht unbedingt mit Gehirnchirurgie zu vergleichen. Das nötige Know-How kann man sich eigentlich relativ leicht selbst aneignen.

    Gärten direkt an einer viel befahrenen Straße sind natürlich (genauso wie landwirtschaftliche Felder an viel befahrenen Straßen) nicht ganz unproblematisch. Zum Glück spielt das frühere Hauptproblem – Blei – heute keine so große Rolle mehr. Andere Probleme wie Streusalz, Reifen- und Bremsenabrieb, Feinstaub usw. sind selbstverständlich vorhanden, aber ich vermute die betreffen die Lungen der Bewohner weit mehr als deren Pflanzen im Garten.

  • Hilmar Haupt

    Jeden der mindestens 20 qm seines Gartens opfern kann empfehle ich den Anbau von Kartoffeln. Es gibt nämlich Sorten die man sehr selten und dann noch teuer erstehen kann. In meinenm Fall habe ich mir vor ein paar Jahren Saatkartoffeln von Gärtner Pötschke, rötliche Schale, schicken lassen. Genaue Bezeichnung weiss ich nicht mehr. Jedenfalls habe ich eine Kartoffel urtypischen Geschmacks, in der Schnittfläche trocken erwischt. So dass ich mir nach jeder Ernte einen geringen Teil zur Neulegung zurücklege. Ich bin heute noch glücklich über meine damalige Entscheidung.

  • Karl Genitheim

    Hallo Gartenfreunde,
    auch im Jahr 2013 habe ich in meinem Bio-Garten Kartoffeln angebaut.
    Die Frühe Sorte hat wenig Ertrag gebracht, die Knollen waren relativ klein. Die Erwartung für die Spätkartoffeln war deshalb nicht allzu optimistisch.
    Doch die Überraschung bei der Ernte war umso gößer.
    Das Beet mit der Größe von 5×1 Meter hat eine Erntemenge von 43 Kg
    erbracht. Kunstdünger wurde nicht verwendet. Mein Gemüsegarten wird ausschliesslich mi Kompost aus eigenen Pflanzenabfällen gedüngt.
    Der beste Indikator für einen guten Gartenboden ist ein möglichst
    großer Bestand an Regenwürmern.

  • Michael M

    Ein freundliches SERVUS aus Bayern .
    Für Leute die nicht grade 100te kg Kartoffeln wollen sondern nur ein paar und evtl keinen garten haben sondern nur einen Mietwohnung mit Balkon , gibts ne super Lösung :-D und zwar ausm Baumarkt diese schwarzen Betonwannen ( große schwarze Plastik wanne ).
    in die ihr 10cm erde hineinfüllt, dann die kartoffeln euer wahl im abstand : 10×10 cm hineinlegt und erneut knappe 5 cm drauflegt . nachdem die kartoffeln am wachen sind und inzw knapp 10 cm aus der erde rausschauen kommen erneut 5 cm erde darauf und das ganze immer und immer wieder bis die wanne voll ist . dann lsst ihr die pflanzen in ruhe wachsen und habt am tag der ernte knappe 20-35kg kartoffeln .

  • Ich habe mir vorgenommen, mir nächstes Jahr die Arbeit mit Tomaten, Paprika & Co zu sparen und stattdessen Kartoffeln anzubauen.
    Meine Eltern schwärmen davon und sie haben vielleicht zwei 3m-Reihen.

  • Toller Beitrag, da kommt ja wirklich einiges zusammen. Wir haben nun schon seit ein paar Jahren auch unsere eigenen Kartoffeln – aber nur zum Spaß.

    Wir nutzen dazu jedoch kein Feld oder ein Blumenbett, sondern große Blumentöpfe. Das ist total super da es sehr schonend für den Rücken ist und man bei der Ernte den Blumentopf lediglich umkippen muss. Total einfach.

    Viele Grüße
    Alexander

    ps. ich bin etwas überrascht, das der Ertrag bei den Kartoffel so stark schwankt, ich hatte bisher immer das Gefühl was die gleiche Menge an Kartoffeln zu bekommen. Werde nachher mal meine Frau fragen, was die dazu so sagt. Aber erstmal Danke für die Informationen.

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