Ui, eine Frage im (inzwischen geschlossenen) Diskussionsforum. Und dann auch gleich noch eine, die einen eigenen Artikel als Antwort erfordert ;-)
Jeff fragt, ob es sich eigentlich lohnt, im eigenen Garten Kartoffeln anzubauen. Die Antwort eines überzeugten Hobbygärtners ist völlig klar – logisch lohnt sich der Kartoffelanbau im eigenen Garten, weil es kaum eine lohnendere Beschäftigung gibt, als das Buddeln im Garten!
OK, das war wohl nicht das was Jeff hören wollte, deshalb ein zweiter Versuch: Wenn man für die Arbeit im Garten den durchschnittlichen Stundenlohn in der Metallindustrie ansetzt, dann lohnt sich der Anbau von Kartoffeln nicht im Entferntesten. Verbucht man die Arbeit jedoch unter “Freizeitgestaltung”, dann lohnt es sich allemal. Hier mal eine kleine Beispielsrechnung:
Der Ertrag bei Kartoffeln kann sehr unterschiedlich sein. Das kann in der Landwirtschaft zwischen 100 dt/ha und über 750 dt/ha liegen. Nehmen wir mal einen realistischen Ertrag von 400 dt/ha an,
dann ergibt das:
40000 kg / 10000 m² = 4 kg/m²
Wir bauen (grob geschätzt) 40 Quadratmeter Kartoffeln an, können also mit einem Ertrag von etwa drei Zentnern Kartoffeln rechnen. Da der Preis von Speisekartoffeln extrem schwankt, kann man nicht genau sagen, wie viel das in Euro und Cent ist, es würde mich aber nicht wundern, wenn drei Zentner Biokartoffeln im Winter weit mehr als 100 Euro kosten. So gesehen lohnt sich der Kartoffelanbau im eigenen Garten ganz klar.
Verwendete Maßeinheiten
- 1 Hektar (ha) = 10000 Quadratmeter (m²)
- 1 Zentner = 50 Kilogramm (kg)
- 1 Dezitonne (dt) = 2 Zentner (Doppelzentner) = 100 Kilogramm (kg)
Siehe auch:









Guter Artikel… sobald wir unseren Umbau im Haus (so einigermassen) fertig haben wollen wir auch unbedingt eigene Kartoffeln im Garten anbauen.
Im Winter sind Biokartoffeln ja ziemlich teuer, und dazu kommt noch, dass man selber Kartoffeln anbauen kann, die mann zum essen kaum – oder wirklich nur sehr teuer – kaufen kann. (Cornes de gattes, Rattes du Touquet, Roseval, Vitelotte…)
Ich habe da mal ne Frage – Da ich auch immer am überlegen bin ob ich selbst anbauen soll. Schmecken die Kartoffeln im eigenen Garten eigentlich anders?
Also kann es passieren, wenn man nicht so gute Erde im Garten hat, viele Autos daran vorbeifahren o.ä. dass sie dann nicht so gut schmecken wie die von einem Kartoffelfeld?!
Grüße und danke im Voraus für Antworten.
Hmm, weiß nicht, wenn man keinen extrem schweren Boden hat, gibt es eigentlich keinen Grund, warum die Kartoffeln schlechter schmecken sollten, als die vom Bauern nebenan. Kartoffelanbau im Garten ist ja nicht unbedingt mit Gehirnchirurgie zu vergleichen. Das nötige Know-How kann man sich eigentlich relativ leicht selbst aneignen.
Gärten direkt an einer viel befahrenen Straße sind natürlich (genauso wie landwirtschaftliche Felder an viel befahrenen Straßen) nicht ganz unproblematisch. Zum Glück spielt das frühere Hauptproblem – Blei – heute keine so große Rolle mehr. Andere Probleme wie Streusalz, Reifen- und Bremsenabrieb, Feinstaub usw. sind selbstverständlich vorhanden, aber ich vermute die betreffen die Lungen der Bewohner weit mehr als deren Pflanzen im Garten.