Anzuchterde selbst gemacht

In diesem Jahr wollen wir wieder etliche Pflanzen, wie zum Beispiel Chilis und Tomaten, im Haus vorziehen. Im Gegensatz zu früher wollen wir die Anzucht aber dieses mal etwas professioneller angehen. Wäre doch schade, wenn Henrys Tomaten-Samen den weiten Weg gemacht hätten, um hier im Norden den Tod zu finden. Zur professionellen Anzucht gehört natürlich unter anderem auch eine ordentliche Anzuchterde.

Komponenten unserer Anzuchterde

Komponenten der AnzuchterdeUnsere Anzuchterde besteht aus drei Komponenten, und zwar zur Hälfte aus gut durchgereiftem Kompost, zu etwa einem Viertel aus grobem weißen Sand und zu einem weiteren Viertel aus diesen Tonkugeln die man für Hydokulturen verwendet und deren Namen ich gerade vergessen habe. Die Tonkugeln und der Sand sollen der Anzuchterde etwas mehr Struktur geben. Sie sollen dafür sorgen, dass die Erde das Wasser gut halten kann, dass überschüssiges Wasser andererseits aber auch gut nach unten ablaufen kann, was Staunässe und Verschlämmung vorbeugt.

Sterilisieren der Anzuchterde

Anzuchterde im BackofenDas Sterilisieren der Anzuchterde soll Krankheiten, Schädlinge und auch Unkrautsamen in der Erde abtöten. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie z.B. chemische Mittel, Dämpfen, Erhitzen in der Mikrowelle oder Erhitzen im Backofen. Ich hatte mich für die letzte Variante entschieden, war mir aber nicht so ganz sicher, ob Mailin mir erlauben würde, dafür unseren großen Gänsebräter zu verwenden:

“Du Schätzchen, wegen der Anzuchterde…”

“Apropos Anzug, sind eigentlich Deine Klamotten fürs Wochenende in Ordnung?”

“Ähm, was???”

“Wir sind eingeladen, ist dein Anzug in Ordnung?”

Nachdem das geklärt war, hat sie mir dann aber doch erlaubt, für die Anzug-Erde den Bräter zu benutzen. Um wirklich sicher zu gehen, dass alle Keime abgetötet wurden, beließ ich die Erde bei 180° solange in der Röhre, bis auch die Kerntemperatur im Topf hundert Grad erreicht hatte, was eine geschlagene dreiviertel Stunde dauerte.

Übrigens kann man immer wieder in Gartenforen lesen, dass das Sterilisieren im Backofen furchtar stinkt. Ich habe ja keine Ahnung, was die Leute da so alles in ihre Erde mischen, aber die Komponenten, die ich hier verwendet habe, geben nur einen ganz leichten erdigen Geruch von sich und das auch nur wenn man den Deckel öffnet.

Nachtrag: Diese Tonkugeln, die man für Hydrokultur nimmt, nennt man Blähton oder auch Leca.

Weblinks:

Werbung:


14 Kommentare zu Anzuchterde selbst gemacht

  • Wow, ich bin schwer beeindruckt. Ihr macht euch aber wirklich viel Mühe mit dem Vorbereiten der Erde.
    Mir wäre das ehrlich gesagt zu viel Aufwand, ich nehme einfach Anzuchterde aus dem Sackerl, oder, wenn mal grade nicht verfügbar, auch Blumenerde. Bisher hatte ich keine Probleme damit.
    Eure kleinen Pflanzerl werden euch aber sicher die viele Mühe mit besonders gutem Wuchs danken!
    Liebe Grüße, Margit

  • > Eure kleinen Pflanzerl werden euch aber sicher die viele Mühe mit besonders gutem Wuchs danken!

    Wollen wir es hoffen ;-)

    Um ehrlich zu sein haben wir uns bisher auch nicht ganz so viel Mühe gemacht. Allerdings ist es früher tatsächlich gelegentlich vorgekommen, dass sich in den Töpfen Schimmel gebildet hat oder dass die Oberfläche verschlämmt war.

  • Ähm… Kompost? Anzuchterde sollte nährstoff-ARM sein, damit die Pflanzen nicht gleich schießen, denk ich…

  • Anzuchterde selber mischen?…

    Bin gerade bei “Wir sind im Garten” auf ein interessantes Thema gestoßen:
    Heiner beschäftigt sich mit selbermachen von Anzuchterde, Sterilisieren im Backofen und so. Ich hab noch nie Anzuchterde selbst gemischt (zu viel Gefrickel)…

  • Naja, Kompost erweckt hier vielleicht den falschen Eindruck. Es handelt sich um kompostiertes Getreide-Stroh, also viel Zellulose. Ich denke (hoffe), dass es nicht zu nährstoffreich ist. Aber Du hast recht, sicherheitshalber werde ich die Erde gleich noch mal ordentlich wässern, um die löslichen Nährstoffe etwas heraus zu spülen.

  • Ich bin jedenfalls dolle gespannt auf Eure Anzuchterfolge! ;-)

  • Corinna

    Ihr geht wirklich sehr professionell vor, alle Achtung. Als faule Gärtnerin fahre ich beim “Sterilisieren” einen Kompromisskurs. Wenn die Anzuchterde in den Töpfen ist, dann wird sie mit kochendem Wasser übergossen. Man sollte die Erde natürlich abkühlen lassen, bevor man die Samen hineinsteckt. ;)

  • Sisah

    Ich sterilisiere die Erde immer im Bratschlauch (Melitta *grins* )..es riecht etwas eigenartig, das stimmt. Vielleicht bezeichnen das einige zart-besaitete Menschen als stinken?

  • Dan

    Danke für diese “Bauanleitung”. Für kleine Mengen Erde ziehe ich die Mikrowelle zur Sterilisation vor.

  • Hi Dan, echt irre Deine Wetterbilder – eindeutig empfehlenswert!

  • Marc

    Dank deiner guten Beschreibung werden meine Peproni dieses Jahr wohl sehr gut wachsen!

  • Schön zu wissen wie man Mutter Erde zu dem zurück bringt was sie einmal war.

  • Ralph

    Nun wird es aber höchste Zeit für meine Chilis. Werde aber wie einer der Vorredner sagte weniger Kompost verwenden wegen der Schärfe.

  • Wow, da hast ja echt viel arbeit reingesteckt. Das “Rezept” werd ich mir für alle Fälle mal merken ;-)
    Ich fürchte, wenn das mit dem Wetter so weitergeht, muss ich auch endlich anfangen meine Pflänzchen alle hier vorzuziehen, sonst wird das dieses Jahr nix mehr :-(

Hinterlassen Sie eine Antwort

 

 

 

Sie können diese HTML Tags verwenden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Beachte bitte, dass wir Links in Kommentaren nicht in jedem Fall veröffentlichen können. Näheres dazu findest Du in unseren Regularien.