Spargelbeet vorbereiten

Spargelbeet

Hier kommt unser Spargel hin

Im nächsten Jahr wollen wir neuen Grünspargel pflanzen. Gestern habe ich angefangen dafür ein Beet vorzubereiten.

Im Gegensatz zum weißen Spargel wird der Grünspargel nicht in Dämmen angebaut. Trotzdem benötigt auch er einen tiefgründigen Boden, der nicht unter Staunässe leiden darf. Der Boden sollte sich im Frühjahr schnell erwärmen, er darf also nicht zu schwer sein.  Außerdem muss der Standort natürlich auch noch voll in der Sonne liegen.

Gar nicht so einfach, so einen Standort in unserem Garten zu finden. Die leichte Erwärmbarkeit des Bodens ist bei uns auf der Geest natürlich kein Problem. Auch Beete ohne Staunässe sind zu finden. Ein großes Problem für den Spargelanbau ist allerdings die Tiefgründigkeit – die ist bei uns nirgends gegeben. Dazu aber später mehr.

Wenn man gerne grünen Spargel mag, dann benötigt man für den Grünspargel eine ziemlich große Fläche. 25 Pflanzen pro Person, wie hier angegeben, finde ich zwar etwas viel, aber wir werden wohl ca. 40 Pflanzen setzen (eine zehn Meter lange Doppelreihe mit einem Abstand in der Reihe von jeweils 50 Zentimeter.

Weißer Sand

Weißer Sand

Unsere letzten Grünspargelpflanzen hatte wir selbst aus Samen gezogen. Soweit ich mich erinnere war der Preis für die Samen kaum der Rede wert. Als ich gestern mal nachgesehen habe, wie viel Grünspargelpflanzen kosten, bin fast ohnmächtig vom Sofa gerutscht. Fünfeuroneunzig pro Pflanze. 236 Euro für 40 Pflanzen. Zweihundertsechsunddreißig Tacken! Wo wir die Pflanzen im Frühjahr her bekommen, muss also noch genauer geklärt werden. Allerdings wollen wir sie dieses Mal eher nicht selbst heranziehen, weil wir dann ein ganzes Jahr verlieren.

OK, zur Tiefgründigkeit unseres Gartenbodens: Wie schon gesagt liegt unser Garten auf einem Geestrücken. Wie auf dem Foto gut zu erkennen ist, folgt unter der gut dreißig Zentimeter mächtigen belebten Bodenschicht weißer Sand.

Wurzeln können zwar ziemlich leicht in die tieferen Bodenschichten vordringen, sie finden dort aber nur wenige Nährstoffe. Für Spargel mit seinem ausgedehnten (Speicher-)Wurzelwerk ist so ein Unterboden natürlich keinesfalls geeignet.

Grasnarbe abheben

Grasnarbe abheben

Zur Vorbereitung des Spargelbeetes habe ich zunächst die Grasnarbe abgehoben. Sie wird später zerkleinert und mit viel Kompost vermischt. Anschließend wird sie in das Beet verteilt.

Auf dem Foto erkennt man (hinten links) den großen Haufen, auf dem wir die Narbe erst mal zwischengelagert haben.

Die paar Pflanzen, die jetzt noch auf dem Beet im Weg stehen, werden wir natürlich im Frühjahr umpflanzen.

Belebten Oberboden ausheben

Belebten Oberboden ausheben

Als nächstes haben wir einen 25 Zentimeter tiefen und etwa einen Meter breiten Graben ausgehoben. Der Mutterboden wurde am rechten Rand gelagert, weil er im Frühjahr ebenfalls mit Kompost vermischt und dann zum Auffüllen des Grabens verwendet werden soll.

Als nächstes – und hier wird die Sache anstrengend – haben wir weitere 25 Zentimeter ausgehoben. Diesen vorwiegend weißen Sand haben wir auf eine Schubkarre geladen und auf eine andere Stelle im Garten gekarrt, die etwas tief liegt und daher im Winter gelegentlich unter Wasser steht. Insgesamt waren das so etwa 25 Karren – puh!

Graben

Unfruchtbaren Sand ausheben

Anschließend haben wir den entstandenen Graben mit einem Gemisch aus 25 Karren Kompost und der zerkleinerten Grasnarbe wieder aufgefüllt. Den reinen Mutterboden werden wir erst im Frühjahr mit Kompost vermischen und darüber ausbringen. So hat das Bodenleben (interessanter Weise waren in der obersten Bodenschicht und auch im Kompost noch Unmengen von Regenwürmern unterwegs) bis zum Frühjahr Zeit, die Grasnarbe zu kompostieren.

Als wir fertig waren war es leider schon zu dunkel für ein Foto. Da das Substrat in unserem Spargelbeet jetzt noch sehr locker liegt, ist der Graben fast wieder bis zum Rand gefüllt. Es besteht also keine Gefahr, dass dort ein Igel hinein fällt.

So, ich hoffe mein Cousin schlägt jetzt nicht die Hände über dem Kopf zusammen, wenn er diesen Artikel liest, denn der kennt sich richtig gut mit Spargel aus ;-)

Schneckeneier

Schneckeneier

Noch ein kleiner Tipp am Rande. Jetzt ist ein super Zeitpunkt um die Schneckenbekämpfung für das kommende Jahr einzuläuten. Beim Abheben der Grasnarbe habe ich am Übergang der Narbe zum daneben liegenden Erdbeer-Beet hunderte oder sogar tausende Schneckeneier ausgegraben. In den nächsten Tagen werde ich mal konsequent alle Stellen kontrollieren, an denen weitere Schneckeneier zu erwarten sind. Ausgefranste Rasenkanten gehören bei uns eindeutig dazu.

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8 Kommentare zu Spargelbeet vorbereiten

  • 5,90 € pro Pflanze????
    Also als ich das letzte Mal in den Katalog von “Biogartenversand Jeebel” geguckt habe (vor 1 Minute) waren’s es…
    1,50 €/Stk
    ab 10: 1,20 €/Stk
    ab 25: 0,80 €/Stk
    siehe Katalog 2010 S. 22

    • Das finde ich zwar immer noch teuer, ist aber zumindest schon etwas eher bezahlbar ;-)

      Ich muss zugeben, dass es besonders der erste Google-Treffer war, der mich fast aus dem Sofa gehauen hätte. Später hatte ich dann auch noch etwas günstigere Angebote gefunden. Es scheint so, dass der Preis auch stark von der Sorte abhängt. Und an den superduper neuen Sorten sind wir ja eigentlich auch gar nicht unbedingt interessiert.

  • Das schaut nach ganz schön viel und sehr anstrengender Arbeit aus. Aber Spargelkulturen dürfen ja lange am selben Platz bleiben.
    Wir haben nicht genug Platz für Spargel in unserem Siedlungsgarten. Dafür haben wir aber das Glück, mitten im Spargelparadies zu leben. Hier im Marchfeld sind rundherum Spargelbauern, bei denen man ab Hof kaufen kann. So schlemmen wir jedes Jahr unglaubliche Spargelmengen weg;-)
    Liebe Grüße, Margit

    • Jo, ich spüre meine Knochen immer noch ;-) Blöderweise hatte ich nicht einkalkuliert, dass die Zeit umgestellt wurde und dass es schon um fünf dunkel wird. Aber natürlich mussten wir den Graben trotzdem noch auffüllen, damit er nicht zur Igelfalle wird…

  • Au weia da müssen wir wohl nochmal nachlegen…. Wir haben nur 10 Pflanzen Grünspragel gesetzt… Na mal sehen was nächstes Jahr so an Stangen wächst…

  • Markus Kohler

    Spargel selber anzubauen ist bestimmt ein ambitioniertes Ziel. Ich habe mich daran noch nie gewagt. allerdings kann sich das durchaus lohnen, wenn ich mir die Preise von Spargel so ein wenig auf der Zunge zergehen lasse.

  • Joachim F.

    Wie sollen die pflanzen nach der Ankunft (nach dem kauf) gelagert werden, wenn das pflanzen nicht gleich möglich ist? Kühl und fecht?

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